Verfasst von Mela Mörtenbäck am 17.01.2017

Von der Stadt über den See auf den Berg

Es ist die Vielfältigkeit, welche mich in Tirol zufrieden stimmt und die Region für mich so lebenswert macht. Vormittags beim Stadtbummel durch eine mittelalterliche Altstadt, nachmittags entlang des Ufers eines wahren Naturidylls oder während einer nostalgischen Fahrt mit einem Einsersessellift zu einem Panorama, an dem ich mich selbst nach Jahren nicht sattsehen kann…

Mittelalterliches Flair in Hall in Tirol

Jedes Mal wieder greife ich in meine Tasche und zücke meine Kamera, wenn ich durch die Gassen von Halls Altstadt spaziere – der größten und besterhaltendsten in Tirol. Verwinkelte Gassen, alte Bürgerhäuser und kleine Boutiquen prägen das Stadtbild. Ideal, um regionale Produkte zu shoppen oder sich einfach am Stadtplatz in die Sonne zu setzen und bei einem Kaffee dem bunten Treiben zuzusehen.

Es vergeht kaum ein Wochenende, an dem nicht ein Fest gefeiert wird – Knödelfest, Radieschenfest, Weinfest, Bergbauernfest. Und selbst wenn kein Fest stattfindet, sorgt der samstägliche Bauernmarkt dafür, dass sich die Gassen von Hall mit Leben füllen. Immer wieder ragen zwischen den Gassen die Berge der Nordkette hervor und zeugen davon, wie nah moderne Cafés, Shops und Restaurants und alpine, unberührte Natur hier aneinander liegen.

Naturidylle am Obernberger See

Ich stehe da und kann mich nicht satt sehen. Auf den Gipfeln zeugt der erste Schnee vom herannahenden Winter. Die Berge spiegeln sich an der Wasseroberfläche. Vom gegenüber liegenden Ufer blinzelt die kleine Seekapelle zwischen den Bäumen hindurch. Die Rede ist vom Obernberger See, wohl eine der ursprünglichsten Landschaften Tirols und keine Autostunde von Innsbruck entfernt. In einer knappen halben Stunde steht man nach Verlassen des Parkplatzes am Ufer des Sees. Kein Wunder, dass der auf 1.590 Metern Höhe gelegene See im Jahr 1935 zum Naturdenkmal erklärt wurde. Tourismus ist hier beinahe noch so etwas wie ein Fremdwort, nur wenige wissen, dass sich in den Seitentälern des Wipptals wahre Naturjuwelen finden lassen.

Der Obernberger See ist das perfekte Ziel, um sich eine Auszeit in der Natur zu gönnen und in die unberührte Bergwelt abzutauchen. Es ist nicht nur die kleine Kapelle Maria am See, die auf den Überresten eines Felssturzes erbaut wurde und der Landschaft beinahe pittoreske Unwirklichkeit einhaucht, es ist auch das tiefe Blau des Wassers, in dem sich die Berge spiegeln und dem Ort eine idyllische Ruhe einhauchen. Nur das Läuten der Kuhglocken ist auf der anderen Uferseite noch entfernt zu hören…

Mit dem Sessellift ins Kaisergebirge schaukeln

Schon alleine die 20-minütige Auffahrt mit dem Kaiserlift auf die auf 1.200 Metern gelegene Bergstation Brentenjoch entschleunigt – und belohnt mit einem herrlichen Ausblick. In der Region Kufstein gelegen, wurde der Einsersessellift erst kürzlich generalsaniert und befördert mich nun hoch hinauf ins Kaisergebirge mit Wanderwegen, Aussichtsplätzen und Einkehrmöglichkeiten auf traditionellen Hütten. € 15,- sind für die Berg- und Talfahrt zu bezahlen, gleich mehrere Hütten und Wanderwege sorgen für eine große Auswahl.

Ich wandere der so genannten „Goldenen Spirale“ des Kaisergebirges nach und komme so immer wieder zu Aussichts- und Rastplätzen. Fernrohre weisen mir bei einem Blick durch das Glas, welche Berge und Hütten ich vor meinem Auge sehe. Und immer wieder muss ich stehen bleiben, um den Ausblick auf den prägnanten Gebirgszug des Wilden Kaiser zu genießen. Denn an dieser Bergkette kann ich mich nach wie vor einfach nicht sattsehen.

Stadt, Land, Fluss – oder doch besser Stadt, Berg, Wasser? Die Landschaft Nordtirols ist vielfältig und so ist es ein leichtes, vormittags durch malerische Altstadtgassen zu bummeln und nachmittags auf einen Berg zu wandern oder die Ruhe an einem Bergsee zu finden.

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