Verfasst von Jana Zieseniß am 29.08.2016

Tirol: atem(be)raubende Abenteuer am Achensee

„Zieh dich hoch“, ruft mein Guide Mike mir zu, der schon ein paar Felsvorsprünge über mir auf mich wartet. Leichter gesagt als getan, denke ich mir, während ich alle Kraft zusammennehme und mich auf den nächsten stabilen Halt hinauf rette. Ich hänge mitten in der Wand des Rosskopfes, einer der fünf Gipfel des gleichnamigen Fünf-Gipfel-Klettersteiges oberhalb des Achensees. Und während die Kletterprofis sich alle fünf Gipfel an einem Tag vornehmen, scheine ich als Fortgeschrittene bei meinem Klettersteigkurs (Kostenpunkt: ab 189,- pro Person) schon beim allerersten zu scheitern. Zu meiner Verteidigung: Es handelt sich mit einer Schwierigkeit von C/D auch um den schwersten der fünf Gipfel.

Der Rosskopf oder auch: Schaffe ich es oder schaffe ich es nicht?

Mike sichert mich ab jetzt mit einer zusätzlichen Leine, die meinen mit seinem Klettergurt verbindet. Das ist mir zwar etwas peinlich, aber gibt mir doch die nötige Sicherheit um eine halbe Stunde später stolz und glücklich am Gipfelkreuz zu stehen. Wenn ich mir jedoch meine aufgeschürften Knie und Blasen an den Füßen ansehe, wäre ich wohl mit dem Einsteigergipfel, der Haidachstellwand besser aufgehoben gewesen.

Spinatknödel gut, alles gut

Doch dazu kommt es jetzt nicht mehr. Ein drohendes Gewitter lässt uns kurz vor dem Gipfel umkehren und Schutz in der Erfurter Hütte an der Bergstation der Seilbahn suchen. Ich weiß nicht, ob es an der Anstrengung liegt oder der guten Küche des Hauses, aber noch nie habe ich so gute Spinatknödel gegessen, wie an diesem Tag, während ich auf der Terrasse dem Platzregen zusehe und mich freue im Trockenen zu sein. Nur der Achensee, dessen Panorama ich noch bei der Bergfahrt so genossen habe, der verbirgt sich nun hinter der dichten Wolkendecke.

Wieder ans Seil: Canyoning im Hühnerbach

Während ich abends noch beschäftigt bin meine „Wunden zu lecken“, treffe ich mich schon mit meinem Guide Guido um die morgige Canyoning-Tour (ab 65 Euro) zu besprechen. Da es meine erste Schluchtentour ist und ich vom Klettern noch entsprechend kaputt bin, entscheiden wir uns für eine leichte Anfängertour, die mich in zwei bis drei Stunden durch den Canyon des Hühnerbachs führen wird. Und eins sage ich euch: Auch wenn der Hühnerbach vom Namen her nicht gerade nach Abenteuer und Adrenalin klingt – er ist es definitiv!

Zugegeben, hier steht eher der Fun im Vordergrund als die sportliche Leistung. Und während ich mich rutschend, schwimmend, wartend und abseilend durch das eiskalte Wasser fortbewege und sich die Felsen des Canyons teilweise mehrere Meter hoch über mir auftürmen, vergesse ich alle Strapazen, alle Höhenangst und habe einfach nur Spaß. Okay, bis auf den Sprung aus circa sechs Metern Höhe, der mein Herz dann doch ganz kurz zum Aussetzen brachte, aber mich, unten angekommen, umso stolzer machte.

Action + Entspannung = das perfekte Rezept für einen gelungenen Urlaub

Müde und erschöpft schleppe ich mich nach den zwei Tagen voller Action und Abenteuer zum Badestrand Buchau direkt am Seeufer. Jetzt ist es definitiv Zeit für das süße Nichtstun – das habe ich mir auf jeden Fall verdient! Und schließlich ist es doch genau die Mischung aus Action und Entspannung, die einen gelungenen Urlaub ausmacht, oder?

Interessante Orte in der Nähe

Weitere Beiträge von Jana Zieseniß

Weitere Beiträge zu den Urlaubsarten: Aktivurlaub

Aloha auf Hawaii!

Hawaii steckt voller Traumstrände, kulinarischen Highlight und Dingen die ihr...

Zum Artikel

Meran von oben

Wie ein Adler auf das beschauliche Meran in Südtirol herabblicken? Diesen...

Zum Artikel