Verfasst von Hendrik Auf'mkolk am 17.12.2015

Teneriffa: Paradies für Trailrunner und Bergläufer

Ich bin Hendrik Auf’mkolk und als Autor des TrailBlog laufend unterwegs, um die schönsten Destinationen für Trailrunner und Bergläufer zu finden. Ganz weit oben auf meiner persönlichen Liste ist Teneriffa! Von urigen Wäldern im Norden über die bizarre Vulkanlandschaft des Pico del Teide bis zu feinen Sandstränden im Süden – an kaum einem anderen Ort findet man auf so kleinem Raum so viel Abwechslung.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist das Klima: Auf Teneriffa scheint das ganze Jahr über die Sonne. Gerade in den Wintermonaten, wenn es bei uns nass und kalt ist, bietet Teneriffa perfekte Trainingsbedingungen. In diesem Beitrag habe ich einige meiner Lieblingslaufstrecken auf Teneriffa für dich zusammengestellt. Sie sind – mit entsprechend mehr Zeit – natürlich auch für Wanderer geeignet.

Zum Sonnenaufgang auf den Pico del Teide

Der Pico del Teide ist mit 3.718 m Spaniens höchster Berg und Zentrum des gleichnamigen Nationalparks. Wer ihn besteigen will, benötigt eine Genehmigung der Nationalparkbehörde. Die gibt es zwar kostenlos (Online-Antrag), allerdings ist das Kontingent streng limitiert und oft schon Wochen im Voraus ausgeschöpft. Die bessere Alternative ist deshalb eine Übernachtung in der Refugio Altavista auf 3.260 m. So kommt man ohne besondere Genehmigung auf den Gipfel und außerdem in den Genuss eines spektakulären Sonnenaufgangs über den Wolken!

Um pünktlich zum Sonnenaufgang am Gipfel zu sein, starten wir gegen 5 Uhr morgens noch im Dunkeln (Stirnlampe nicht vergessen!). Für den Aufstieg ab der Refugio sollte man etwa anderthalb Stunden einplanen. Die rund 2 km zum Gipfel erfordern zwar keine Kletterkünste, sind aber ziemlich steil und wegen der dünnen Luft durchaus anspruchsvoll. Dafür wird man mit einem faszinierenden Naturschauspiel belohnt: Wenn die Sonne langsam aus den Wolken empor steigt und das schwefel-dampfende Vulkangestein in orangenes Licht taucht, dann entschädigt das für alle Anstrengungen.

Masca-Schlucht und Teno-Gebirge

Die Masca-Schlucht im Nordwesten Teneriffas erreichst du am besten per Boot vom Puerto de Los Gigantes. Für rund 10 Euro bringt dich ein Taxi-Boot in etwa zwanzig Minuten zum Einstieg der Schlucht an einer abgelegenen Bucht. Auf der Bootsfahrt dorthin hast du einen tollen Blick auf die namensgebenden Steilfelsen von Los Gigantes – und mit ein bißchen Glück begleiten Delfine dein Boot.

Der knapp 5 km lange Weg durch die schmale Schlucht nach Masca ist schwierig, aber für geübte Läufer kein Problem. Um dich herum türmen sich die Felswände bis zu 600 m hoch auf. Nach ein paar letzten Serpentinen hast du es geschafft und du stehst inmitten eines winzigen Bergdorfes. In Masca selbst leben nur rund 100 Menschen, aber es gibt einige Restaurants und Cafés, in denen du dich stärken kannst. Von Masca aus kommst du mit dem Bus über Santiago del Teide zurück nach Los Gigantes.

Oder du verlängerst die Tour und läufst über die gut beschilderten Wanderwege weiter ins Tenogebirge. Hier zeigt sich Teneriffa von seiner grünen Seite. Einsame Pfade führen durch dichte Wälder und blühende Felder. Ein toller Kontrast zu der
kargen Vulkanlandschaft des Teide! Immer wieder eröffnen sich hier grandiose Ausblicke auf das Meer und die Nachbarinsel La Gomera.

Von Vilaflor in die Paisaje Lunar

Diese Tour beginnt 1.400 m über dem Meer in Vilaflor, dem höchstgelegenen Dorf der Insel. Der 1.500-Einwohner-Ort bildetet einen angenehmen ruhigen Gegenpol zu den Touristenhochburgen an der Küste. Vom Marktplatz aus geht es zunächst durch ein
Waldgebiet Richtung Nordwesten auf dem rot-weiß markierten Wanderweg E7. Nach knapp 7 km stößt man auf den kleinen Zeltplatz Las Lajas und quert dort die Bundesstraße TF-21.

Von hier an folgt man dem Sendero 31. Anfangs noch bewaldet und eher unscheinbar, entwickelt er sich immer mehr zu einem atemberaubenden Höhenweg über die Steilwände im Süden der Caldera de las Cañadas: Links der gigantische Vulkankessel mit dem Teide im Hintergrund, rechts der Blick hinab ins Tal und auf den Atlantik.

Nach rund 14 km verlässt du den Sendero 31, der hier links herunter in die Caldera führt, und biegst stattdessen rechts ab. Der steile Downhill bringt dich auf direktem Weg zur Paisaje Lunar, der „Mondlandschaft“ nordöstlich von Vilaflor. Ihren Namen verdankt sie den weißen Tuffsteinformationen. Vom Aussichtspunkt bei Km 18 hat man einen freien Blick auf die skurrilen Säulen, die aus anderer Perspektive meist vom dichten Kiefernwald verdeckt sind. Auf dem neu angelegten Wanderweg TF72 geht es zurück nach Vilaflor.

In der Höllenschlucht – Barranco del Infierno

Die Barranco del Infierno („Höllenschlucht“) bei Adeje war wegen Steinschlag-Gefahr lange Zeit gesperrt. Seit Mai 2015 ist sie auch offiziell wieder zugänglich. Auf knapp 3 km Länge bietet sie tolle Ausblicke auf den Atlantik und einen romantischen Wasserfall an ihrem Ende. Der Weg ist gut ausgebaut und auch für Einsteiger leicht zu laufen.

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