Verfasst von Dirk Löw am 4.12.2014

Tansania: Abenteuer in Arusha

Am Fuß des Mount Meru in Norden Tansanias ist es am Morgen noch kühl und nebelig, und der sumpfige Boden im Arusha-Nationalpark schwappt über meine Wanderschuhe. Knapp einhundert Meter von mir entfernt schaut eine Herde afrikanischer Büffel skeptisch, ob sie unsere kleine Gruppe ignorieren oder angreifen sollte. Zu unserem Glück entscheiden sie sich für das Ignorieren!

Das trubulente Arusha: am besten zu Fuß entdecken

In Arusha habe ich bei einem der vielen Safariveranstalter der Stadt, welche in der Gegend um den Clock Tower zu finden sind, einen Tagesausflug mit Wanderung durch den Arusha-Nationalpark gebucht. Mein Tipp: am besten vorher in drei oder vier der Safari-Büros gehen und Programme und Preise ausgiebig vergleichen, bevor ihr euch entscheidet.

Arusha ist die Safari-Hauptstadt Tansanias und Ausgangspunkt für Reisen in die Safarigebiete wie die Serengeti, den Ngorongoro-Krater, Lake Manyara, oder auch für Besteigungen des Kilimanjaro sowie des Mount Meru.

Der Ort ist sehr lebendig und ohne Probleme sehr gut zu Fuß zu entdecken. Ein Mietwagen ist keine gute Alternative, denn der Autoverkehr in der Stadt ist absolut chaotisch. Es gibt zu viele Fahrzeuge für zu enge Straßen, zu viele Eselskarren und Busse dazwischen und zu wenig Verkehrsteilnehmer, die die ohnehin spärlichen Verkehrsregeln beachten!

Bei einem Straßenhändler erstehe ich eine sehr preiswerte Sonnenbrille (Handeln und Lachen erwünscht, das hilft beim Preis!) und eine Kopfbedeckung für die Wanderung am Mount Meru und schlendere dann die anderen Verkaufsstände entlang. Von Haushaltsgegenständen bis zu Radios, Kleidung und allerhand Streetfood kann man sich hier günstig versorgen. Die Ware ist auf bunten Tüchern auf der Straße ausgebreitet.

Etwas abseits des Trubels, in der Sokoine Road in Richtung des Flughafens von Arusha, gehe ich in das Msumbi Coffe. Hier gibt es in entspannter Atmosphäre Latte Macchiatto und andere Kaffeespezialitäten sowie sehr leckeren Kuchen. Fast alle Kaffeesorten Tansanias werden hier in losen Mengen zum Verkauf angeboten – ich lasse mich allein vom betörenden Duft des Kaffees leiten und kaufe wohlriechende Mitbringsel.

Noch schnell ein Abstecher ins Impala Hotel, dort kann man Geld wechseln, wenn die Bankautomaten in Arusha mal wieder streiken, was vorkommt und nicht an meiner Kreditkarte liegt, wie ich bereits mehrfach erfahren habe.

Tagesausflug in den Arusha Nationalpark

Für einen Tagesausflug eignet sich der Arusha-Nationalpark ganz besonders, denn er ist von Arusha in einer halben Stunde zu erreichen und ist ein wirklich lohnenswertes Ziel: viele Tiere in Sichtweite, höchst unterschiedliche Landschaften (Savanne, Seen, Bergwald, montaner Sumpf, Mischwald), dazu Afrikas vierthöchster Berg, der Mount Meru. Und manchmal in Sichtweite: der Kilimandscharo.

Jeder Safariveranstalter in Arusha bietet Touren in den Arusha-Nationalpark an, und die Gegend zu Füßen des Mount Meru ist ein tolles Gebiet für eine Wanderung, natürlich unter Begleitung eines bewaffneten Rangers.

Ich wollte nicht nur in den Arusha-Nationalpark, weil hier die alte Farm von Hardy Krüger steht, der schöne Afrikafilm „Hatari“ mit John Wayne gedreht wurde und man wandern kann, weil es dort keine Löwen gibt, sondern auch, weil ich unbedingt die seltenen Kolobus-Affen sehen wollte.

Diese langhaarigen, schwarzweißen Affen leben ausschließlich in Bergwäldern, welche inselartig über den Osten Afrikas verteilt sind. Im Arusha-Nationalpark findet man sie an den Hängen des erloschenen Vulkans im Zentrum des Parks, und mein Fahrer George hat auch keine Probleme, sie ausfindig zu machen.

Ich bin erstaunt und fasziniert, die Kolobus-Affen sind nicht wirklich scheu, bleiben aber weit oben in den Bäumen, von wo sie gelangweilt auf mich herabblicken. Manchmal springen sie von Baum zu Baum und schweben wie schwarzweiße Geister durch das Grün. Bei den schwierigen Lichtverhältnissen im Bergwald bekommt man mit der Handykamera kein gutes Foto.

Zum Abendessen ins Rivertrees

Ich bin jedes Mal überrascht, wie wenig ich mich auf Safari bewege, wenn ich nicht wandere, aber dennoch abends immer hungrig bin. Muss an der Bergluft liegen!

Das beste Abendessen in Arusha gibt es unweit des Eingangs zum Arusha-Nationalpark, im Vorort Usa River, in der Rivertrees Lodge.

Rivertrees ist eine grüne Oase der Ruhe, und manchmal verirrt sich sogar einer der Kolobus-Affen aus dem Nationalpark hierher. Man kann im Rivertrees auch essen, wenn man nicht dort wohnt, sollte aber reservieren. Um abends dann bei einem kalten Kilimanjaro-Bier und fabelhaftem Essen zu entspannen und von schwarzweißen Affen in grünen Bäumen zu träumen …

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