Verfasst von Sebastian Ritter am 17.02.2015

Surfen lernen auf Fuerteventura

Surfen ist eigentlich überhaupt nichts für mich. Ich bin tendenziell etwas wasserscheu, mein Gleichgewichtssinn ist eher schlecht ausgeprägt und überhaupt sitze ich lieber in einer Strandbar und sehe anderen beim Surfen zu. Jetzt liege ich auf einem Surfbrett, warte auf die nächste Welle, versuche aufzustehen und falle kurz danach ins Wasser. Wie ist es nur soweit gekommen?

Surferparadies im Atlantik

Ursprünglich wollen meine Freundin und ich auf Fuerteventura nur dem deutschen Winter entfliehen, Sonne tanken und mit dem Mietwagen die Insel erkunden. Viele der Strände sind mit Surfern bevölkert und irgendwann bekommen wir doch Lust, es selbst einmal auszuprobieren. Windsurfer, Kitesurfer und Wellenreiter finden auf Fuerteventura ideale Bedingungen für ihren Sport, weshalb es auf der Insel auch zahlreiche Surfschulen gibt.

In unserem Urlaubsort Caleta de Fuste entscheiden wir uns für die Canary Surf Academy. Für 45 Euro kann man einen halbtägigen Schnupperkurs absolvieren und das Surfen im Schnelldurchgang lernen. Meine Bedenken bezüglich meiner Untauglichkeit für diesen Sport wischt Inhaber Andreas sofort beiseite. Erst gestern hätte er einen 58-jährigen Surfschüler gehabt. Wenn der das Surfen lernen kann, dann kriege ich das doch wohl auch hin. Da hat er wohl recht.

Perfekte Bedingungen für Anfänger

Am nächsten Morgen werden wir pünktlich um 9:00 Uhr abgeholt. An Bord des Kleinbusses sind wir beide, zwei weitere Surfschüler, unser Surflehrer David und Maskottchen Pepe, ein echter „Surferhund“ mit Rastafrisur. Wir fahren in den Norden der Insel zu einem Strand in der Nähe von El Cotillo, der die perfekten Bedingungen für Anfänger bietet.

Dann geht alles ganz schnell. Wir schlüpfen in Neoprenanzüge und beginnen mit Trockenübungen am Strand. Nach wenigen Minuten dürfen wir das erste Mal ins Wasser und üben zunächst das richtige Liegen und Paddeln auf dem Surfbrett. Das geht schon ganz gut, also können wir direkt zur zweiten Lektion übergehen. Wir trainieren zunächst wieder im Trockenen, wie man auf dem Brett aufsteht und danach auch stehenbleibt – der wohl schwierigste Part beim Surfen. An Land bekommen wir das alle perfekt hin, also ab ins Wasser.

Hinfallen und aufstehen

Es sieht bei den Profis so einfach aus, aber bei mir will es einfach nicht klappen. Beim Versuch aufzustehen falle ich immer wieder ins Wasser, aber ich gebe nicht auf. Der Ehrgeiz hat mich jetzt gepackt und ich will wenigstens einmal kurz stehen. Wieder und wieder geht es mit dem Surfbrett hinaus, um die nächste Welle abzuwarten, zu paddeln, aufzustehen – und ins Wasser zu fallen. Irgendwann ist es dann so weit: Wieder eine Welle, ich stehe auf und bleibe tatsächlich auf dem Brett stehen. Es sind zwar nur wenige Sekunden, aber mir kommt es vor wie eine Ewigkeit. Ich habe mein Ziel erreicht und bin glücklich.

Bevor wir zurückfahren, zeigt uns unser Surflehrer David noch, wie ein Profi eine Welle reitet. Das sieht schon beeindruckend aus. Für einen kurzen Schnupperkurs haben wir uns alle sehr gut geschlagen. Jeder Teilnehmer hat es geschafft, zumindest einmal kurz auf dem Surfbrett zu stehen. Um wirklich sicher mit dem Brett umzugehen und auch einmal länger zu stehen, empfiehlt David einen vier- bis fünftägigen Kurs.

Kulinarischer Tagesausklang

Den Nachmittag lassen wir am Strand von Caleta de Fuste ausklingen – ganz entspannt in einer Strandbar. Am Abend sitzen wir in unserer Lieblings-Tapasbar „ElCapitan“, essen Datteln im Speckmantel und Papas arrugadas con mojo verde, die berühmten Runzelkartoffeln mit dem typischen kanarischen Dip. Die kanarischen Tapas sind sehr lecker und mit einem Preis zwischen 3 und 6 Euro pro Portion auch nicht teuer.

Am Ende des Abends beschließen wir, bei unserem nächsten Urlaub auf Fuerteventura einen längeren Surfkurs zu machen. Obwohl ich mich anfangs gegen das Surfen gesträubt habe, will ich es jetzt richtig lernen. Was ein einziger Tag alles bewirken kann.

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