Verfasst von Sabine Olschner am 9.06.2017

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Natururlaub Safari Südafrika

Südafrika: auf Safari in St. Lucia

Sie haben uns gewarnt. Besonders im Dunkeln sollten wir vorsichtig sein. Und jetzt ist es soweit: Wir kommen nicht zu unserer Unterkunft zurück. Ein dickes Nilpferd von der Größe eines Kleinwagens versperrt uns den Rückweg. In aller Ruhe trinkt es Wasser aus einer Pfütze am Straßenrand. Es sieht nicht so aus, als ob es sich in den nächsten Minuten vom Fleck bewegen will. Wir halten uns in sicherem Abstand, denn wir haben noch die Warnungen unserer Herbergseltern im Ohr: Das Nilpferd ist das gefährlichste Tier Afrikas und darf trotz seiner vermeintlichen Behäbigkeit nicht unterschätzt werden.

Nilpferde im ganzen Ort

Genau wegen der Flusspferde sind wir nach St. Lucia gekommen, eine Kleinstadt im Nordosten Südafrikas. Hier besteht nämlich dank der Flussmündung, die den St. Lucia Lake mit dem Meer verbindet, Sichtungsgarantie für die gefährlichen Wildtiere. Wer in St. Lucia unterwegs ist, muss meist nicht lange warten, bis er sein erstes Flusspferd entdeckt. An den Bootsanlegern dümpeln sie oft im Wasser, nur ihre Augen und Nüstern sind zu sehen. Der Rest ihres massigen Körpers verschwindet unter der Wasseroberfläche.

An der Brücke, die aus St. Lucia hinausführt, fahren täglich Ausflugsboote zu den Nilpferd-Familien, die sich entlang des Flussufers aufhalten. Kundige Führer wissen das eine oder andere Wissenswerte über die Tiere zu berichten. Zum Beispiel, warum sie so oft wie beim Gähnen ihr Maul weit aufreißen. Machtspiele seien das, erklärt unser Bootsführer, und zeigt uns gleich auch noch ein Krokodil, das sich im Schilf versteckt und auf Beute wartet. Nachts kommen die Flusspferde an Land, um Gras zu fressen. Bis zu 60 Kilo brauchen die Dicklinge jeden Tag. Und auf ihrer Suche nach Futter verirren sie sich regelmäßig auch in die Ortsmitte von St. Lucia.

Von Tieren und einem langen Strand

Die Nilpferde sind aber nicht der einzige Grund, um nach St. Lucia zu fahren. Direkt an der nördlichen Ortsgrenze beginnt auch der iSimangaliso-Wetland-Park, ein zweigeteilter Nationalpark rechts und links des St. Lucia Sees. Tierfreunde können hier problemlos zwei Tage auf Safari verbringen. Mit dem eigenen Auto geht es für 50 südafrikanische Rand Eintritt plus 40 Rand pro Person auf den staubigen Pisten entweder entlang der Eastern Shores, also östlich des Sees, bis zum Cape Vidal, einem weitläufigen Strand. Oder an den Western Shores entlang, die ruhiger sind, aber auch viele Tiere beherbergen, darunter Büffel, Kudus, Riedböcke und Warzenschweine.

Big Five im ältesten Nationalpark Afrikas

Wer noch mehr Tiere sehen will, muss sich in den rund eine Stunde von St. Lucia entfernten Hluhluwe-iMfolozi-Park begeben, den ältesten Nationalpark Afrikas. Pro Tag kostet der Eintritt 120 Rand. Hier gibt es – mit ein bisschen Glück – außer den genannten Tieren unter anderem die Big Five zu sehen: Löwe, Nashorn, Büffel, Leopard und Elefant. Tagesausflüge von St. Lucia aus sind möglich. Empfehlenswerter ist es jedoch, einige Tage auf einer Lodge im Park selbst zu übernachten. Kurz nach Sonnenaufgang sind die Tiere nämlich am aktivsten, und die Safari kann direkt vor der Haustür beginnen.

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