Verfasst von Alex Mirschel am 22.01.2015

Stone Town: „Karibu Sana“ im Märchen aus 1001 Nacht

Eine erholsame Woche am Traumstrand Pwani Beach liegt hinter uns, als wir uns durch die immer schmaler werdenden Gassen von Sansibars Hauptstadt Stone Town schlängeln. Dem UNESCO-Weltkulturerbe ist mit einem Tagesausflug nicht wirklich genüge getan, daher verbringen wir unsere letzten drei Tage inmitten der pulsierenden Altstadt.

Der Zauber Stone Towns benötigt einige Momente zur Entfaltung, die Mittagssonne brennt erbarmungslos. In der Luft liegt eine Mischung aus exotischen Gewürzen und Staub, hinter jeder Ecke hallt uns ein freundliches „Karibu Sana“ oder „Jambo“ zur Begrüßung entgegen. Ansonsten scheint es, als hätten wir kurzerhand Ostafrika verlassen und wären im tiefsten Orient gelandet.

Das Labyrinth aus Kopfsteingassen, morbiden Fassaden mit fein verzierten Türen und arabischen Bauten wirkt auf uns, als sei der Sultan von Oman erst gestern abgereist. An einer Kreuzung drängt sich ein Gemüsehändler mit seinem Eselkarren vorbei, hitzig diskutieren zwei Männer über den Preis eines wild zappelnden Huhnes. Marktszenen mit dem Flair aus 1001 Nacht.

Sehenswürdigkeiten in Stone Town

Die Verschmelzung arabischer, afrikanischer und auch indischer Einflüsse ist in der Stadt allgegenwärtig. Sklavenhandel und Gewürzexporte haben Stone Town einst reich gemacht, ein Besuch des alten Sklavenmarktes gehört daher zum Pflichtprogramm (Eintritt 5 USD inkl. Führung). Heute versuchen die Einheimischen vor allem durch den Tourismus über die Runden zu kommen.
Sie bieten uns ihre Dienste als Fremdenführer an, verkaufen hölzerne Souvenirs, T-Shirts oder Gewürze. Besonders schön sind die handgeschnitzten Massai-Figuren, die für es wenige Dollar zu kaufen gibt. Doch die Altstadt lässt sich auch ohne Guide ganz wunderbar erkunden, es macht gerade den Reiz aus, sich ein wenig in dem Geflecht aus Pfaden zu verlieren. Hakuna Matata, alles kein Problem. Idealer Ausgangspunkt sind die Forodhani Gardens, ein kleiner Park direkt am Wasser.

In dessen Nachbarschaft befinden sich berühmte Bauten wie das House of Wonders oder das Palace Museum, die jedoch recht baufällig sind und im Inneren nur wenig Sehenswertes bieten. Die größte Attraktion Stone Towns ist ohne Zweifel die Stadt selbst. Eine willkommene Abkühlung mit leckerem Kaffee und Snacks bietet das zentrale Zanzibar Coffee House. Ohnehin hat Stone Town kulinarisch viel zu bieten, für ein romantisches Dinner empfiehlt sich ein Besuch der Dachterrasse im „House of Spices“. Das Restaurant ist bekannt für seine knusprige Steinofenpizza, doch das größte Lob verdienen sich die Sea-Food-Gerichte (10 bis 25 USD), allen voran der Black-Marlin-Spieß!

Außergewöhnliche Atmosphäre am Abend

Mit dem dramatischen Sonnenuntergang (bester Ausblick bei einem Cocktail in der Sunset Bar des „The Africa House Hotel“) zeigt sich eine weitere Facette dieser aufregenden Stadt. Wenn die vielen Tagesgäste allmählich zurück in ihre Strandresorts gefahren werden und die Geschäfte langsam ihre Pforten schließen, weht ein Hauch von Besinnlichkeit durch die steinernen Gassen, der Trubel scheint wie weggeblasen.

Nur im Forodhani Gardens Park erwacht nun das pralle Leben, unzählige Grillstände bieten allabendlich eine große Auswahl günstiger Leckereien (frische Fischspieße ab 1 EUR). Es ist ein aufregendes Spektakel, bei dem sich Locals und Touristen farbenfroh vermischen und einen weiteren Beweis dafür liefern, dass dieser Schmelztiegel der Kulturen wohl einzigartig auf der Welt ist.

Stone Town ist so viel mehr als nur eine Durchgangsstation für Sansibar-Urlauber. Es ist eine unwirklich erscheinende Schatzkammer, die ihren eindrucksvollen Zauber bis heute erhalten konnte. Orient meets Africa. Und draußen vor den Stadttoren dieser Oase warten einige der schönsten Strände des Indischen Ozeans. Karibu Sana. Herzlich willkommen im Paradies!

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