Verfasst von Dennis Fink am 23.07.2015

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Städtereise Singapur

Singapur – Willkommen in der Zukunft

Ein bisschen fühle ich mich in die Zukunft versetzt, als ich über die sauberen Wege der Orchard Road spaziere. Unzählige Hochglanzshoppingmalls mit überdimensionalen Luxusmarkenlogos zieren die belebte Einkaufsstraße. Die größte Anhäufung von Prada, Gucci und Louis Vuitton Shops, die ich jemals gesehen habe und auch alle anderen erdenklichen Marken sind hier zu finden – das ultimative Shoppingparadies. Ich befinde mich in Singapur, einer der zukunftsweisendsten und modernsten Metropolen der Welt.

Nach Chinatown in einer Metro ohne Fahrer

Die Orchard Road, so sehenswert sie auch ist, ist eher etwas für das prallgefüllte Portemonnaie. Ich spaziere gemütlich von der Orchard Road MRT (Mass Rapid Transit – übersetzt: U-Bahn Station) bis zur Somerset MRT (ca. 30 Minuten) und schaue kurz in der Takashimaya Shoppingmall und der Somerset 313 Shoppingmall vorbei. Im Sommerset 313 genehmige ich mir einen großen Cappuccino auf der Außenterrasse des Starbucks (5,60 Singapur Dollar / 3,70 Euro). Dann allerdings mache ich mich auf den Weg in Richtung Chinatown, denn dieses Viertel verspricht günstigere Preise und die besten Straßenlokale, die sogenannten „Hawker Center“.

Von der Somerset MRT fahre ich eine Station bis zur Doby Ghaut MRT. Dort steige ich um und wechsle von der Red Line zur Purple Line. Die Purple Line bringt mich nach Chinatown (zwei Stationen ab Doby Ghaut). Das U-Bahn-Netz Singapurs ist unfassbar effizient. Alle zwei bis drei Minuten trifft die Bahn ein – ein vollautomatisches, futuristisches Geschoss auf Schienen. Auf vielen Linien gibt es nicht einmal Bahnfahrer. Alles funktioniert wie von Geisterhand gelenkt und hochtechnisiert. Keine Verspätungen und die Passagiere warten in geordneten Schlangen seitlich der Eingangstüren, während aussteigende Fahrgäste problemlos durch die Mitte aus der Bahn marschieren können. Wer glaubt, dass wir in Deutschland gut organisiert seien, der war noch nicht in Singapur – absolut faszinierend. Die Fahrt mit der MRT kostet mich zudem nur 1,50 Singapur Dollar also nicht einmal einen Euro und das in der „teuersten City der Welt“. Die singapurischen öffentlichen Verkehrsmittel sind eine Attraktion an sich.

Chinatown: chinesisches „Streetfood“ und indische Tempel

Chinatown zeigt ein völlig anderes Stadtbild Singapurs. Tausende von Menschen wuseln durch zahlreiche Gassen mit vielen kleinen Souvenir- und Streetfoodshops. Sogenannte „Hawker Center“ bieten lokale Spezialitäten zu äußerst niedrigen Preisen an. Ich beschließe, ein typisch singapurisches „Chicken Rice“ zu essen, das hier an jeder Ecke angeboten wird. Die Mahlzeit besteht aus einer Portion Reis (warm) und in Stücke geschnittener Hähnchenbrust (nicht wundern: kalt): serviert mit einem Stück Salatgurke, Soja- und Chillisauce (Vorsicht: extrem scharf!) und einer Suppe: Für nur vier Singapur Dollar (2,62 Euro). Ein relativ einfaches Gericht, doch insbesondere der Reis schmeckt ausgezeichnet und völlig anders als in Deutschland.

Nach dem Essen besuche ich am Ende der kleinen Einkaufsstraße einen der buntesten und schönsten indischen Tempel Singapurs, den Sri Mariamman Temple (244 South Bridge Road, für die Nutzung der eigenen Kamera werden 3 Singapur Dollar / 2 Euro kassiert, aber der Eintritt ist frei).

Die Kuppeldächer sind bunt und prachtvoll verziert mit allerlei Figuren. Der Tempel liefert mir einige wunderschöne Fotomotive.

Marina Bay Sands – Superhotel, Casino und mehr

Um nicht den ganzen Weg zur MRT Station zurücklaufen zu müssen, nehme ich mir ein Taxi, das mich vom Tempel direkt zur Marina Bay bringt. Genauso wie die lokalen Gerichte und die MRT sind auch Taxifahrten verhältnismäßig günstig. Ich zahle nur 5,25 Singapur Dollar für 15 Minuten Fahrt (3,50 Euro).

Das Marina Bay Sands-Gebäude ist einfach atemberaubend: ein Superhotel bestehend aus drei skurril geformten Wolkenkratzern auf denen ein schiffsähnliches Gebilde thront. Im Erdgeschoss befindet sich ein gewaltiges Casino (freier Eintritt für Touristen). Ich spaziere die Marina Bay entlang und bewundere die Skyline Singapurs. Gegenüber des Marina Bay Sands prunkt der Finanzdistrikt mit all seinen verspiegelten und futuristischen Wolkenkratzern. Die Atmosphäre zur Abenddämmerung ist unglaublich und ich schieße Hunderte von Fotos. Um 20 Uhr ist es dann soweit. Auf dem Dach des Marina Bay Sands startet eine Lasershow, begleitet von einer Wassershow mit Musik am Fuße des Gebäudes. Die Performance findet täglich statt (um 20 und 21.30 Uhr, sowie freitags und samstags zusätzlich um 23 Uhr). Die größte Licht- und Wassershow Südostasiens ist kostenlos und dauert etwa 15 Minuten.

Tipp: Es lohnt sich, die Show zweimal anzusehen: einmal direkt an der Promenade des Marina Bay Sands (dort schaue ich mir die Wassershow an) und einmal von der gegenüber liegenden Seite der Marina Bay – beispielsweise um grandiose Fotos von der Lasershow zu schießen.

Mein Highlight des Tages: Gardens by the Bay – die Supertrees

Gleich hinter dem Marina Bay Sands befindet sich ein ganz außergewöhnlicher Ort – Gardens by the Bay: der modernste botanische Garten der Welt. Als ich dorthin spaziere und die skurrilen Kunstbäume 50 Meter gen Himmel ragen sehe, komme ich mir ein wenig vor, wie in eine andere Welt versetzt. Der Anblick ist absolut spektakulär und hinterlässt auch die anderen Besucher sprachlos. Einige bekommen gerade noch ein „Aaah“ oder ein „Ohh“ heraus.

Ein außergewöhnlich innovativer Designer entwarf ein künstliches System, das alle Funktionen eines natürlichen Baumes imitiert und nutzt. Die Supertrees fangen beispielsweise das Sonnenlicht ein und wandeln es in Energie um, u.a. zur Beleuchtung des Gartens. Sie fangen das Regenwasser ab und bewässern damit andere Pflanzen. Die Bäume stehen außerdem so, dass sie vorüberziehende Winde in eine bestimmte Richtung lenken und so für eine angenehme Brise im Garten sorgen. Die überdimensionalen Baumgebilde werden auch als vertikale Gärten bezeichnet, denn über ihre gesamte Höhe wachsen gepflanzte Bromelien, Farne, Orchideen und Lianen – ein wunderschöner Anblick.

Auch die beiden ovalen Gebäude, in denen sich überdimensionale gekühlte Gewächshäuser befinden, liefern überwältigende Fotomotive (auch zum „World Building of the Year 2012“ gekürt) und tragen zur einmaligen Atmosphäre an diesem besonderen Ort bei.

Gardens by the Bay ist mein absolutes Highlight am heutigen Tag und ich könnte mir keinen besseren Platz vorstellen, um meinen ereignisreichen Stunden in Singapur ausklingen zu lassen.

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