Verfasst von Maria Kapeller am 15.06.2015

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Städtereise Singapur

Singapur: Kulinarisch-grüne 24 Stunden in Singapur

9.30 Uhr: Frühstücken wie die Einheimischen. 

Endlich Urlaub, endlich ausschlafen. Kein Wecker, kein Stress, keine To-do-Liste. Ich habe in Singapur bewusst ein Hotel ohne Frühstück gebucht, damit ich in Ruhe schlummern kann. Einen zweiten Grund gibt es auch: Ich will dort frühstücken, wo es die Einheimischen tun, nämlich in einem Toastlokal. Der Selbstbedienungs-Laden „Toastbox“ ist eine beliebte Franchise-Kette und zu jeder Uhrzeit rappelvoll (MRT-Station Orchard Road). Auf der Speisekarte stehen zig verschiedene Toast-Variationen – von krossem Brot mit wahlweise Butter, Zucker, Erdnussbutter oder Ei. Ich bestelle den für Singapur typischen Kaya Toast für ungerechnet einen Euro. Kaya, das ist ein süßer Aufstrich aus Kokosmilch, Zucker und Eiern.

10.30 Uhr: Window-Shopping und Botanischer Garten.

Wie praktisch, dass sich diese Filiale der Toastbox in der größten Einkaufsstraße, der Orchard Road, befindet. Ein bisschen Window-Shopping ist jetzt genau das Richtige. Was beim Flanieren durch die breite Straße auf den ersten Blick auffällt: Das fünf Millionen Einwohner zählende Singapur ist zwar extrem dicht bevölkert, auf und zwischen den modernen Hochhauskomplexen lugt aber viel Grün hervor. Und überall sind Bäume gepflanzt. Nach einer Weile winke ich ein Taxi herbei, das mich für knapp vier Euro in nicht einmal zehn Minuten zum Eingang Tanglin-Tor der Botanic Gardens bringt. Der Eintritt ist frei, der zusätzliche Besuch des Orchideen-Gartens würde drei Euro kosten. Ich spaziere durch die gesamte Anlage, die gefühlsmäßig sicher zwei Kilometer lang ist. Im 74 Hektar großen Areal wandle ich an meterhohem Bambus, Bananenstauden, tropischen Blüten und Palmen vorbei. Auf den Wiesen haben Einheimische ihre Picknickdecken ausgebreitet. Und – da! Im Gebüsch nahe dem Teich schleicht ein sicher zwei Meter langer Waran durchs Laub!

13.30 Uhr: Mittags-Snack im Foodcourt.

Zeit für einen späten Mittags-Snack: Wirklich authentisch geht das in einem Foodcourt. Die asiatischen „Fresspaläste“ werden in Singapur auch Hawker Center genannt: unzählige Stände mit Essen aus verschiedenen Ländern, in der Mitte Tische und Stühle. Von der MRT-Station Botanic Gardens zum Foodcourt Singapur Food Trail (MRT-Station Promenade) sind es zwar lange 14 U-Bahn-Stationen, aber wenigstens ohne Umsteigen. Weil das Frühstück noch nicht allzu lange zurückliegt, steuere ich nur einen Satay-Stand an. Hier kann man sich für nicht mal einen Euro pro Stück sein Menü aus Satay-Spießen selbst zusammenstellen: Fisch, Meeresfrüchte, Hühnchen, Süßkartoffeln, Frühlingsrollen. Dazu werden Satay- und Sweet Chilli-Sauce serviert.

14.30 Uhr: Planschen auf der Vergnügungsinsel Sentosa.

In Singapur herrscht ganzjährig tropisches Klima. Für mich heißt das jetzt kurz nach der Mittagshitze: Ich brauche einen Pool! Ich mache mich zur Vergnügungsinsel Sentosa (MRT Harbour Front) auf, um ein bisschen zu planschen. Von der U-Bahn-Station geht es über eine Fußgängerbrücke in nur 15 Minuten zum Wasserpark Adventure Cove. Das Tagesticket für Erwachsene kostet 24 Euro und zahlt sich auch für ein paar Stunden aus: Ich rutsche in riesigen Reifen steil bergab, schnorchle mit Meeresfischen und trotze künstlich erzeugten Wellen.

19.30 Uhr: Licht- und Musikshow in den Gardens by the Bay.

Abgekühlt und erfrischt steht mir am Abend ein absolutes Highlight in Singapur bevor: die Gardens by the Bay (MRT Bayfront), eine der Top-Sehenswürdigkeiten. Ich spaziere eine Weile durch den riesigen Park, bis ich bei den bis zu 50 Meter hohen und zum Symbol für Singapur gewordenen Metallbäumen ankomme. Um 19.45 Uhr geht’s los: Die allabendliche Licht- und Musikshow „Garden Rhapsody“ setzt ein. Ich mache es mir neben anderen Schaulustigen auf einer Bank gemütlich und lasse mich vom rund 15 Minuten dauernden Licht-, Farben- und Klangspiel verzaubern.

20.30 Uhr: Abendessen in Little India.

Mittlerweile ist die Sonne ganz hinter dem Horizont verschwunden und die Stadt mit ihrer opulenten Skyline entfaltet ihre ganze Wirkung. Statt in einer teuren Skybar zu dinieren, mache ich mich aber auf nach Little India (MRT Little India). Dort bahne ich mir den Weg vorbei an traditionellen Häusern mit filigran verzierten Holztüren, bunt leuchtenden Blumenkränzen und Sari-Shops zu einem kleinen Restaurant. Jetzt heißt es: Füße hochlegen und bei einer vergleichsweise günstigen Portion Butter Chicken den Abend ausklingen lassen. Ganz in Ruhe. Denn auch morgen, das weiß ich mit Sicherheit, wird kein Wecker klingeln.

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