Verfasst von Martina Dannheimer am 27.07.2015

Servus Side: die Halbinsel und ihre Höhepunkte

Der Weg wird immer holpriger, der Druck in meinen Ohren immer stärker. Kein Wunder, ich bin auf dem Weg in die Berge. In die türkischen Berge. Nach nur knapp 30 Minuten Autofahrt, von Side aus, hält der Bus. Ich sichte einen zauberhaften, türkisfarbenen See – es ist der Oymapinar-Stausee. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Adventure Park, ich betrete ein einladendes Holzhaus. Herzlich werde ich von den Gastgebern begrüßt. Doch nicht mit Selam oder Hallo, nein, mit Servus. Servus? Jawohl! Der Besitzer lebte einige Zeit in Bayern – nicht weit entfernt von dem Ort, in dem ich das Licht der Welt erblickte. Ömer und seine Frau sind sehr sympathisch. Gastfreundschaft wird in der Türkei allgemein sehr groß geschrieben. Gutes Essen ebenfalls. Ich genieße ein köstliches Frühstück mit selbstgemachtem Honig, Butter, Fladenbrot, Tomaten, Käse und Çay, dem berühmten türkischen Tee.

Klettergarten und Eselführerschein

Nach dem Essen trainiere ich selbiges im herausfordernden Klettergarten des Adventure Parks wieder ab – nicht bloß für die 140 Meter lange Drahtseilbahn brauche ich einiges an (Nerven-)Stärke. Das gute Gefühl, vor allem danach, belohnt den Mut aber! Mein Highlight im Adventure Park ist trotzdem ein anderes: Ich darf den Eselführerschein machen. Um dieses Zertifikat zu erwerben, muss ich mich im Umgang mit den störrischen Grautieren beweisen – und eine kleine Futterspende stiften. Extra-Gebühren fallen dafür nicht an. Darüber hinaus können hier geführte Wander- und Mountainbiketouren gebucht oder Fahrräder ausgeliehen werden (ab 2,90 Euro pro Stunde), auch Geocaching-Fans kommen auf ihre Kosten. Apropos Kosten: Die Preise für den Adventure Park inklusive Klettergarten liegen, je nach Saison, bei 13 bis 15 Euro. Geöffnet hat er das ganze Jahr über von 9 bis 19 Uhr. Die Anfahrt erfolgt per Auto oder mit den Dolmusen, den Kleinbussen, die vor den meisten Hotels abfahren. Ein Ticket kostet drei Türkische Lira (TRY), also etwa einen Euro.

Zwischen Amphitheater und Shoppingzirkus

Noch mit leichter Eselduftmarke bin ich auf dem Weg zurück zur Altstadt. Als ich aus dem Bus steige und ein paar Meter gelaufen bin, komme ich mir vor wie im Freiluftmuseum. Inmitten der antiken Ausgrabungen, die teils sehr gut erhalten sind, fühlt es sich wie auf einer Zeitreise an. Die ersten Ausgrabungen begannen im Jahre 1947, sie dauern bis heute an. Ich bestaune etwa Relikte der alten Stadtmauer, des Stadttors oder der Agora, dem früheren Markt, und das Amphitheater – hier kostet das Ticket 15 TYR, umgerechnet fünf Euro –, ansonsten ist der antike Spaziergang gratis.

Jetzt aber: shoppen! Dass meine Leidenschaft dafür sehr ausgeprägt ist, muss ich als Frau ja nicht extra erwähnen. In Side allerdings hat das Ganze obendrein Event- Charakter. Ein Laden reiht sich an den nächsten – es gibt fast alles, wonach Touristen sich sehnen. In erster Linie Handtaschen, Teppiche, Sonnenbrillen, Klamotten von allen namhaften Designern und Markenherstellern. Allerdings handelt es sich fast ausschließlich um Imitate. Die Gucci-Brille für zehn Euro, die Adidas-Shorts ist für die Hälfte zu haben. Und: Jeder Shop hat die besten, die wirklich allerbesten Preise, sagen zumindest alle Verkäufer. Wer einkaufen möchte, muss handeln, keine Frage.

Apollon-Tempel und Auberginen zum Tagesabschluss

Bevor ich mich um meinen knurrenden Magen kümmere, will ich zum Hafen. Vorbei am Denkmal von Mustafa Kemal Atatürk, dem türkischen Nationalhelden, stapfe ich zum Wahrzeichen von Side: Der Apollon-Tempel, beziehungsweise dessen Reste, findet sich direkt am Mittelmeer. Ich beobachte ein paar Schiffe, und so langsam geht die Sonne unter, der Himmel färbt sich.
Es ist höchste Zeit für das Abendessen! Und darauf freue ich mich in der Türkei ganz besonders. Ich nehme im Liman Restaurant Platz, ordere eine Vorspeisenplatte mit gegrilltem Gemüse wie Auberginen, Zucchini, Paprika sowie Hummus und einen gemischten Salat. Der obligatorischen Raki darf natürlich nicht fehlen! Die rund 15 Euro inklusive Meerblick sind zwar nicht ganz billig, lohnen sich aber. Satt und selig lasse ich den Tag nochmals Revue passieren – und beschließe: Fortsetzung folgt!

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