Verfasst von Nicole Biarnés am 15.06.2015

Schottland: Von Edinburgh in die Highlands

Schon bei dem Namen Schottland muss ich sofort an die grünen Berge der Highlands, an die lustigen Hochlandrinder und natürlich an Whisky denken. In Edinburgh sehe ich zunächst allerdings noch nicht viel davon. Die Stadt ist an manchen Stellen sehr grau, dann wieder sehr bunt und total faszinierend. Meinen ersten Tag in Schottland verbringe ich damit, durch all die engen, mittelalterlichen Gassen und die breiten Prachtstraßen zu laufen.

Scotch Whisky

Als mich auf dem Weg zur Burg, ganz oben an der Royal Mile, ein Regenschauer überrascht, stehe ich unverhofft direkt vor der Scotch Whisky Experience. Eigentlich wollte ich mir ja eine Destillerie auf dem Land ansehen, aber wenn ich schon mal hier bin, und da es sowieso regnet, kaufe ich mir ein Ticket für 13,50 Pfund und gehe rein.

Wie in einer Geisterbahn geht es los: Wir nehmen in einem Fass Platz und werden auf Schienen durch die Geschichte des Whiskys gefahren. Zwanzig Minuten lang blinkt, sprudelt und dampft es, während ein sehr netter „Geist” erklärt, wie der goldene Tropfen denn nun hergestellt wird. Die Fahrt ist echt sehr unterhaltsam. Als das Ende der Geisterbahn erreicht ist, werden wir in einen Vorführraum begleitet, in dem wir in die Unterschiede der verschiedenen Whiskysorten eingeweiht werden. Dann endlich dürfen wir probieren. Ich koste einen Islay Whisky. Der riecht nach Meer und Salz und schmeckt lecker torfig. Wunderbar.

Grassmarket

Als ich die Whisky Experience um eine wichtige Erfahrung reicher verlasse, scheint draußen die Sonne. Prima! Bevor sich der Himmel wieder zuzieht, laufe ich also zum Grassmarket. Eine Treppe führt direkt vom Burgberg zu dem Platz, der früher ein Vieh- und Kräutermarkt war. Heute reihen sich hier Pubs und Restaurants mit lustigen Namen und bunten Türen aneinander. Tapfer lasse ich den Fudge Laden und die Milk Bar links liegen. Zu viele Verführungen warten hier auf mich. Und dann stehe ich vor der Hola Juice Bar, in der es köstliche Kuchen gibt. Für fast vier Pfund kriege ich eine Tasse Kaffee und ein Stück Torte. Ich setze ich mich an ein Tischchen draußen in der Sonne und schlemme!

Ausflug nach Glasgow

Am nächsten Tag fahre ich mit der Bahn nach Glasgow. Das Ticket für die Hin- und Rückfahrt kostet zwanzig Pfund. Ich habe mehrere Zugverbindungen zur Auswahl. In Glasgow lande ich sofort in der Fußgängerzone, als ich die Queen Center Station verlasse.

Wie praktisch. Ich schlendere durch das Zentrum und laufe bis zur Argyle Street. Glasgow erscheint mir nicht so pittoresk wie Edinburgh, aber irgendwie kommt mir die Stadt noch richtig schottisch vor. Vielleicht ist das so, gerade weil nicht so viele Touristen hierher kommen. In einem Pub unterhalte ich mich mit einem älteren Mann, der aus den Highlands stammt und noch Gaelig spricht. Er erzählt von dem Dorf, in dem er aufgewachsen ist, und singt mir sogar ein Lied vor. Die Menschen hier sind wirklich unglaublich liebenswert und charmant. Als ich abends wieder in Edinburgh bin, suche ich gleich nach einer Tagestour in die Highlands.

Ausflug zum Loch Ness

Es gibt unendlich viele Bustouren, die von Edinburgh aus in die Highlands führen. Ich entscheide mich für eine Route, die bis zum Loch Ness fährt. Wenn schon, denn schon. Fünfzig bis sechzig Pfund kosten diese Fahrten pro Kopf. Aber dafür werde ich endlich die Berge sehen!

Früh morgens treffen sich alle Teilnehmer in der Royal Mile. Alle Busse fahren mehr oder weniger hier los. Über Sterlington und ein paar andere Dörfer geht es Richtung Norden. Am Ben Navis halten wir für einen Fotostopp. Wahnsinn! Die Berge sehen wirklich genau so aus, wie ich sie mir vorgestellt habe. Hier könnt ihr prima wandern. Leider fängt es schon wieder an zu regnen – und nicht gerade wenig. Wir flüchten uns in den Bus und betrachten die Landschaft dann doch lieber durch das Fenster.

Kaum sind wir am Loch Ness angekommen, scheint die Sonne, als wäre sie nie weg gewesen. Unser Bus hält in Fort August. Wir haben ein paar Stunden Zeit, bis es zurück nach Edinburgh geht. Das reicht für einen kleinen Spaziergang (Fort August ist wirklich klein) und um eine Fahrt mit einem der Ausflugsboote zu machen.

Auf dem Loch Ness wird die Landschaft dann noch mal richtig schottisch: wild und rau, mit viel Grün und noch mehr Natur um uns herum. Ich genieße die Fahrt und den Wind und die Sonne. Und ich erwische mich dabei, wie ich in den Wellen dann doch nach Nessie suche …

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