Verfasst von Nicole Biarnés am 28.10.2014

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Städtereise Barcelona

Schatzsuche in Barcelona

Der Kellner stellt mir den Café amb llet und ein Croissant auf den Tisch. Ich sitze im Café Zürich, ganz oben an den Ramblas und gucke mir das bunte Treiben auf den Straßen an. Heute ist mein freier Tag und ich bummle mal ganz entspannt durch Barcelona.

Antoni Gaudí

Mein Weg führt hoch zum Collserola. Mit der Linie L7 fahre ich in diesen ruhigen Teil der ansonsten so brodelnden Stadt. Dann geht es noch 10 Minuten zu Fuß den Berg hoch, aber die Mühe lohnt sich! Kurz vor dem Tibidabo stehen die Reste einer alten Festung und ein recht unbekanntes Bauwerk des großen Architekten Gaudí: die Torre Bellesguard. Es gibt keine langen Warteschlangen, fast allein kann ich durch den kleinen Park spazieren. 

Hier oben haben sich richtige Dramen abgespielt. Lange bevor Gaudí die Torre Bellesguard bauen ließ, hatte der letzte katalanische König hier oben am Berg eine Burg errichtet. Später hielt sich dann ein berühmter Räuber in den Ruinen versteckt – spannend! Mit dem deutschsprachigen Guide dürfen wir sogar einen Blick in das noch bewohnte Haus werfen.

Bummel durch die Altstadt

Dann geht es mit der Metro wieder runter, ins quirlige Leben der Altstadt. Am liebsten bummle ich durch die Gassen im Viertel “El Born”.

Ich bin zwar absolut kein Shopping Fan, aber ich liebe diese kleinen, alten Läden, die heute noch genauso aussehen wie in der Kolonialzeit. In der Casa Gispert im Carrer Sombrerers besteht die Einrichtung aus alten, hölzernen Regalen und vielen Schränken mit tausenden Schubladen. Es riecht nach frisch gemahlenem Kaffee. In Säcken werden Hülsenfrüchte, Gewürze und frisch geröstete Mandeln angeboten. Ich kaufe ein paar Nüsse zum Knabbern und spaziere mit meiner kleinen Papiertüte in der Hand weiter Richtung Palau de la Música – in der Nähe der Plaça Urquinaona.

Auf dem Weg zum Musikpalast mache ich noch einen kurzen Abstecher über den Mercat Santa Caterina. Ich mag den Geruch nach Meer und Fisch an den Ständen mit frischen Meeresfrüchten. Fast noch schöner als die Marktstände im Inneren, ist aber das bunte Dach des Marktes! Ein echter Hingucker.

Dann stehe ich auch schon vor dem Palau de la Música, der wie ein bunter Paradiesvogel aus dem grauen Häusermeer hervorragt. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts platzte Barcelona aus allen Nähten. Die mittelalterliche Stadtmauer war gerade erst eingerissen worden, um endlich mehr Platz für die Bewohner zu schaffen. Auf einem kleinen, billigen Grundstück in den dunklen Gassen der Altstadt sollte ein Konzertsaal gebaut werden. Das war ein abenteuerlicher Plan. Domenèch i Montaner gelang die Mammutaufgabe, mit einfachsten Baumaterialien ein echtes Meisterwerk zu schaffen! Der Palau de la Música ist lichtdurchströmt und märchenhaft schön.

Essen und Trinken

In einer kleinen Gasse, direkt gegenüber des Palau, liegt ein altes Theater, das l’antic teatre. Ganz versteckt, von der Straße aus kaum zu erkennen, führt eine kleine Treppe ein paar Stufen hoch, dann geht es um die Ecke, und ich stehe mitten in einem alten Garten. Eine super gemütliche Terrasse mit einem dicken Baum in der Mitte – im Sommer mein absoluter Lieblingsplatz zum Kaffee- oder Biertrinken. Ab und zu finden drinnen auch noch Theateraufführungen statt.

Aber heute bin ich hungrig. Nach meinem Bummel durch Barcelona hab ich mir ein paar Tapas verdient. Längst kein Geheimtipp mehr, aber eine der wenigen Bars im Zentrum der Altstadt, die auch die Einheimischen immer wieder gern besuchen: El Xampanyet im Carrer Montcada. In diesem kleinen Laden sind die Tapas einfach köstlich. Ich finde einen freien Platz an einem der Tische und bestelle mir ein Häppchen mit Anchovis, eins mit Tortilla und die Calamares a la romana. Dazu gehört hier unbedingt ein Gläschen des traditionellen, katalanischen Schaumweins: Cava.In den Abendstunden und mit netter Gesellschaft bleibt es allerdings selten bei einem Glas…

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