Verfasst von Sabine Kerschbaumer am 17.11.2014

Ruhe finden an den schönsten Seen

Südlich der geschäftigen Landeshauptstadt München haben die Gletscher der Eiszeit eine Landschaft von unbeschreiblicher Anmut hinterlassen. Ihr Bild wird geprägt von saftig grünen Hügeln, die von Seen und Flüssen durchzogen werden. Der warme Altweibersommer lockt und ich beschließe, diesen Tag am Wasser zu verbringen.

Mit dem Schiff über den Starnberger See

Ich bin morgens sehr früh aufgestanden und habe in Starnberg das erste und noch recht spärlich besuchte Ausflugsschiff bestiegen. Während ich mir ein typisch bayerisches Frühstück mit Weißwürsten und knusprigen Brezeln auf Deck schmecken lasse, gleitet das Schiff sanft über das tiefblaue Wasser des von dichten Wäldern umgebenen Sees.

Zu meiner Rechten erblicke ich nach kurzer Fahrzeit Possenhofen, den romantischen Ort, an dem Kaiserin Sissi die glücklichen Tage ihrer Kindheit verbrachte. Bald erreichen wir die idyllische und unter Denkmal- und Landschaftsschutz stehende Roseninsel. Schon jetzt setzen Touristen mit dem kleinen Fährboot zur Insel über, um das dortige Rosarium, in dem mehrere hundert Rosensorten gedeihen, zu bewundern.

Schloss Berg

Da ich nur eine Rundfahrt für den nördlichen Teil des 20 Kilometer langen Sees gebucht habe, überquert das Schiff in Tutzing den Starnberger See und gleitet am Ostufer hinauf nach Berg. Dort erblicke ich hoch über dem See den mächtigen quadratischen Bau von Schloss Berg, wo König Ludwig II. Teile seiner Kindheit und die letzten Lebenstage verbrachte. Ein schlichtes Holzkreuz im Wasser markiert die Stelle, an der Gendarmen den bayerischen König nach seinem tragischen Tod fanden.

Der heilige Berg am Ammersee

Zurück in Starnberg beschließe ich, meine Mittagsmahlzeit im Biergarten von Kloster Andechs einzunehmen. Mein Auto parke ich in Herrsching am Ammersee und wandere wie die Pilger früherer Jahrhunderte zu Fuß zum Kloster hinauf. Durch dichte Wälder entlang des Kienbachs schlängelt sich der sanft ansteigende Weg auf den heiligen Berg.

Die Wanderung endet nach einem kurzen Aufstieg direkt vor der Kirche des zweitgrößten bayerischen Wallfahrtsortes. Nach einem Rundgang durch die prunkvoll ausgestattete Klosterkirche und die Seitenkapellen gelange ich schließlich zur Kapelle, in der die Dreihostienmonstranz und der Reliquienschatz des Klosters stehen. Hungrig steige ich nach meiner Besichtigung die Treppe zum Klosterbiergarten hinab. Traditionelle Schmankerl wie Obazda, Schälrippchen, aromatisch duftende Steckerlfische – an Stäben gegrillte Fische – und das süffige Andechser Klosterbier locken Scharen von Gästen an. Frisch gestärkt wandere ich wieder hinunter zum Ammersee und nach Herrsching, wo ich noch ein wenig über die längste Seepromenade Deutschlands schlendere.

Abendliche Ruhe am Staffelsee

Den Tag möchte ich am Staffelsee bei Murnau ausklingen lassen. Ich genieße die blaue Stunde am nördlichen Seeufer mit Blick auf die atemberaubende Bergkulisse. Vom Biergarten dringen Gesprächsfetzen herüber und dennoch strahlt der See eine einzigartige Ruhe aus.

Im Herbst leuchten die Blätter der Bäume und die Pflanzen des Moores, das den See umgibt, besonders intensiv im Licht der untergehenden Sonne und wirken, wie in flüssiges Gold getaucht. Wie Gabriele Münter und Wassily Kandinsky, die zusammen in Murnau lebten und wirkten, spüre auch ich die inspirierende Kraft des Sees und greife zu Stift und Papier, um meine Gedanken niederzuschreiben.

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