Verfasst von Peter Bödecker am 21.11.2014

Rom mit Kindern – Literatur erleben

„Das Pantheon muss sein!“ Diese entschiedenen Worte meines zwölfjährigen Sohnes Ben verwundern mich. Wir fahren gerade von Florenz nach Rom und besprechen das Reiseprogramm der nächsten Tage. Woher kennt mein Sprössling den römischen Göttertempel? Bevor ich nachfragen kann, kontert seine zehnjährige Schwester: „Ich will zur Spanischen Treppe!“ Das erstaunt mich noch mehr. Die beiden erklären, woher sie die Sehenswürdigkeiten kennen, und wir haben eine Möglichkeit gefunden, den Kindern die Stadtbesichtigung schmackhaft zu machen.

Faszinierendes Pantheon – Percy Jackson sei Dank

Nachdem wir unsere Koffer im Hotel verstaut haben, starten wir unsere Erkundungstour. Ben kennt das Pantheon aus dem berühmten Jugendbuch „Diebe im Olymp“ von Percy Jackson. Mit diesen Abenteuergeschichten im Hinterkopf weckt das Bauwerk der römischen Antike ein ganz besonderes Interesse in ihm. Obwohl es seit 1.500 Jahren als katholische Kirche genutzt wird, ist im Inneren des Gebäudes die römisch-griechische Götterwelt überall spürbar. Ben fasziniert besonders das kreisrunde Loch inmitten der voluminösen Kuppel, die lange Zeit als die größte Freikuppel der Welt galt. Leider regnet es gerade nicht, ansonsten hätten wir inmitten des Pantheons einen kühlenden Schauer genießen können.

Mit den ??? auf der Spanischen Treppe

Als Nächstes gilt es, den Wunsch meiner Tochter Mila zu erfüllen. Das Finale des Buchs „Die drei Fragezeichen – Diamantendschungel“ ereignet sich während einer Modenschau an der Spanischen Treppe. Auf dem Weg dorthin baue ich wie zufällig einen Besuch der Engelsburg ein, welche zwar in keinem der Jugendbücher Erwähnung findet, aufgrund des attraktiven Endzieles aber gnadenvoll vom Nachwuchs akzeptiert wird. Papst Gregor dem Großen soll dort Erzengel Michael erschienen sein. Uns verwehren die Götter eine derartige Gunstbezeugung, stattdessen erhaschen wir einen Blick in den Passetto di Borgo. Wir erfahren von der deutschsprachigen Führerin, dass dieser 800 Meter lange Verbindungsgang zwischen Vatikan und Engelsburg eine tragende Rolle in Dan Browns „Engel und Dämonen“ spielt. Das Buch kommt auf die Einkaufsliste.

Asterix und das Kolosseum

Weiter geht es durch die sommerliche Hitze Roms. Auf den Stufen der Spanischen Treppe angekommen, erholen wir uns mit circa 500 weiteren Touristen im Schutz eines schmalen Schattenstreifens. Zum Glück interessieren sich die Kinder noch nicht für die luxuriösen Boutiquen rund um das Treppenviertel. Stattdessen muss ich sie vom Rand des „Fontana della Barcaccia“ herunterzerren. Der Brunnen in Form eines Kahnes lockt mit herrlich kühlem Nass. Wenn nicht so viele Leute hier wären, würde ich mich am liebsten selbst hineinstürzen.

Um von der Hitze abzulenken, frage ich: „Was kennt ihr noch von Rom aus euren Büchern?“ Fast gleichzeitig kommt ihnen „Asterix in Rom“ in den Sinn. Darin spielt das Kolosseum eine tragende Rolle. Schnell sind wir uns einig, dass der Besuch des Monuments einen würdigen Tagesabschluss darstellt.

Die Bekanntheit des Kolosseums bei den Kindern verwundert nicht, ist es doch das größte Bauwerk der römischen Antike. Ben registriert verärgert die Höhe der drei Stockwerke, als er ein Selfie mit der Riesenruine im Hintergrund schießen will. Damit zumindest ein Teil davon mit auf das Bild passt, muss er 200 Meter entfernt auf die Eingangsbalustrade des Forum Romanum hinaufklettern.

Rom und die fahrenden Händler

Weitere Highlights für die Kinder und ausgesprochene Zeitfresser für die Erwachsenen sind die Stände der Postkartenverkäufer, Souvenirhändler und Künstler. Gefühlte Stunden verbringen wir bei der Auswahl von Ansichtskarten und Andenken mit dem günstigsten Preis-Leistungs-Verhältnis. Mein Tipp: Zugreifen, sobald der Favorit gefunden ist! Als Fehler entpuppt sich schließlich der Entschluss, nach preiswerteren Einkaufsmöglichkeiten zu suchen. Sind diese nirgends zu finden, kann das Kind – bei uns die weinende Mila – auf einen einstündigen Fußmarsch zurück zum fraglichen Händler bestehen. Bei 32 Grad im Schatten nicht das angenehmste Urlaubsvergnügen …

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