Verfasst von Clemens Sehi am 11.03.2015

Pattaya: Strandidylle und Shopping-Paradies

„Sàwàddee kráaaaaaab!“ Die piepsig hohen Stimmen der thailändischen Rezeptionistinnen bei der Ankunft im Hotel liegen mir noch Stunden später quer in den Ohrgängen. Gestern Abend bin ich in Jomtien angekommen, etwas südlich vom Hauptort Pattaya an der Ostküste des Golfs von Thailand.

Es ist 7:30 Uhr. Durch das halbgeöffnete Fenster meiner Hütte weht mir ein morgendlich frisches Lüftchen um die Nase. Wenn mich nicht alles täuscht, riecht es nach Frangipani, was an den riesigen Sträuchern in der weitläufigen Gartenanlage liegen könnte. Mit dem voranschreitenden Morgen beginnen auch die Vögel zu zwitschern, und wenn ich genau hinhöre, glaube ich, aus der Ferne das Meer rauschen zu hören.

Das will ich mir natürlich gleich mal genauer ansehen. Also mache ich mich nach einem schnellen Frühstück auf zum Jomtien Beach, einem eher schmalen, einfach gestalteten Strandabschnitt, der vom Hotel etwa fünf Gehminuten entfernt ist. Dort angekommen, stelle ich schnell fest, wie ungewöhnlich ruhig es hier ist. Außer einem streunenden Mischlingshund, der neugierig an mir schnüffelt, sind nicht viele Gäste hier, was wohl eher an der frühen Stunde liegt als an der angenehmen Abgeschiedenheit des Strandes.

Von Pattaya, Strand und Lapdance

Genug Idylle. Ich beschließe, mich auf den Weg nach Pattaya zu machen und stelle mich dafür an die vielbefahrene Hauptstraße, um auf einen sogenannten Baht-Bus zu warten, von den Einheimischen Songthaew genannt. Es dauert nicht lange und schon sitze ich in einem eben solchen zwischen anderen Touristen, hippen Teenagern mit bunten Sneakern und riesigen Smartphones und einer alten Thailänderin, die voll bepackt ist mit Einkaufstüten.

Da es keine festen Haltestellen gibt, gebe ich dem Fahrer an einer vielbefahrenen Kreuzung ein Handzeichen, stecke ihm, wie es hier so üblich ist, die obligatorischen 10 Baht zu (was lediglich ca. 30 Cent entspricht) und springe vom Pick-Up. Von hier sind es nur wenige Meter bis zum Meer – und zur berühmten Party- und Sündenstraße des Strandortes. Diese schläft zur Mittagszeit noch – kein Wunder, denn hier steppte bis in frühen Morgenstunden bestimmt noch der Bär. Oder zumindest der eine oder andere angetrunkene Tourist. Denn hier reiht sich eine Striptease- und Lapdance-Bar an die nächste. Zu sehen gibt es nicht wirklich viel, außer den Reliquien der vergangenen Partynacht auf dem verklebten Boden der Barstraße. Also mache ich mich schon nach fünf Minuten wieder aus dem Staub in die idyllischeren Gegenden der Hafenpromenade.

Auf zur vorgelagerten Insel Koh Larn

Die heißen Stunden des Tages flüchte ich mich auf eine acht Kilometer vom Festland entfernte Insel namens Koh Larn. Auch wenn mich die vielen Touristen auf der Fähre (die für ca. 1 Euro vom Bali Hai Pier in Südpattaya abfährt) anfangs ziemlich skeptisch machen, entpuppt sich das kleine Eiland tatsächlich als idyllischer Zufluchtsort. Denn geht man wenige Hundertmeter von der Anlegestelle den Strand entlang, gelangt man schnell an ruhigere Ecken der Insel.

Zurück in der Stadt überkommt mich schnell der Hunger und wo sollte ich diesen besser stillen können, als auf dem Nachtmarkt, der beginnt, sobald sich die Sonne am Horizont verabschiedet hat.

Also nix wie hinein in das Sammelsurium aus Garküchen und Straßenständen. Lange muss ich nicht suchen und entscheide mich für Fried Morning Glory, ein einfaches vegetarisches Gericht aus Thailändischem Wasserspinat, das mich für knappe zwei Euro mehr als glücklich macht. Jetzt bin ich in Shopping-Laune und gönne mir ein Hemd, das ich an einem Stand für sage und schreibe 2,50 Euro erstehe. Solche Schnäppchen macht man wohl wirklich nur auf einem Thailändischen Nachtmarkt.

Später im Baht-Bus zurück nach Jomtien weht mir der kühle Fahrtwind um meine sonnenverbrannte Nase. Ich bin satt und zufrieden, während der Tag noch eine Weile in mir nachglüht. Ja, das war ein Urlaubstag nach meinem Geschmack. Und ich hätte nichts dagegen, wenn der morgige genau so wäre.

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