Verfasst von Susi Maier am 17.06.2015

Pattaya: Entdeckungen in der schillernden Bademetropole

Im Taxi kurve ich durch die belebten Straßen, vorbei an modernen Hochhaus-Türmen, glitzernden Shopping Malls, Hotels, Bars und Restaurants unterschiedlichster Couleur. Schilder weisen den Weg zu pompösen Shows und Vergnügungsparks, auf Baustellen wird an neuen eleganten Apartments gewerkelt, zwischendurch erhasche ich einen Blick aufs Meer, das hier nirgendwo weit weg scheint. Nein, dies ist kein kleines Fischerdorf mehr, das sich zu einem Seebad gemausert hat, dies ist eine regelrechte Metropole! Schon nach wenigen Minuten wird mir klar: Wer ursprüngliches und einsames Insel-Feeling sucht, ist hier fehl am Platz. Stattdessen locken Spaß, Strand und Shopping und eine moderne Infrastruktur an Hotels und Unterhaltungsangeboten.

Oasen der Ruhe

Und dennoch: Pattaya hat auch eine andere Seite, abseits des Klischees und des Trubels. Als ich im Süden der Stadt meinen Bungalow beziehe, komme ich mir auf einmal vor, als hätte ich inmitten der boomenden Badehochburg eine grüne Oase der Ruhe gefunden: Freistehende Bungalows im traditionellen Thai-Stil mit viel dunklem Holz stehen inmitten eines üppigen tropischen Gartens mit Schatten spendenden Palmen.

Ich folge einem kleinen Steinweg durchs dichte Dschungelgrün und gelange nicht mal fünf Minuten später zum Strand. Da die Strände von Pattaya relativ schmal sind und eigentlich auch gar nicht zu den Top-Stränden im Süden Thailands zählen, bin ich erst mal überrascht: Hier, in der weiten Jomtien-Bucht im Süden der Stadt, ist der Strand viel ruhiger, schöner und entspannter, als ich mir das ursprünglich vorgestellt hatte. Ich wandere erst einmal eine Weile am kilometerlangen Strand entlang, bevor ich mir zurück beim Hotel eine der einfachen Liegen schnappe und mir ein bisschen Entspannung mit Blick auf den Golf von Thailand gönne.

Doch am Nachmittag packt mich wieder das Entdeckerfieber: Von der Hauptstraße hinterm Strand nehme ich ein Sammeltaxi („Songthaew“ – ein Pickup mit überdachten Bänken auf der Ladefläche) und fahre für 20 Baht (ca. 50 Cent) nach Naklua im Norden der Stadt. Alternativ hätte ich auch für ca. 10 Euro ein Taxi nehmen können, doch die Fahrt im Songthaew zusammen mit den Einheimischen finde ich viel spannender! Mein Ziel? Ein riesiges, tempelartiges Holzgebäude namens „Sanctuary of Truth“, das auf einer Landzunge am Meer thront, von der ihr einen schönen Blick auf den Golf von Thailand und die Naklua Bucht habt.

Aus der Ferne sieht der Bau schon spektakulär aus: 105 Meter hoch, 100 Meter lang und komplett aus Holz gebaut gilt das Sanctuary als das höchste Holzbauwerk der Welt – eine kuriose Mischung aus Tempel, Ort der Besinnung und Kunstinstallation. Das ganze Gebäude ist über und über mit Holzschnitzereien und Figuren aus der buddhistischen und hinduistischen Mythologie verziert – und es ist noch nicht fertig! Das Projekt wurde 1981 von einem thailändischen Geschäftsmann begonnen. Wann es fertig gestellt wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Während ich im Inneren die filigranen Holzschnitzereien bestaune und die Ruhe genieße, wird in den Werkstätten nebenan schon eifrig weiter geschnitzt. Den vergleichsweise stolzen Eintrittspreis von 450 Baht (ca. 12 Euro) war der Besuch dieses wunderschönen und detailverliebten Gebäudes mit Meerblick jedenfalls wert!

Pattaya von oben und Dinner am Strand

Auf dem Rückweg Richtung Jomtien beschließe ich, zu dem Ort in Pattaya zu fahren, von dem ich den besten Blick über die Stadt habe: den 240 Meter hohen Park Tower, der überall schon von Weitem sichtbar ist. Von der Aussichtsplattform im 55. Stock (Eintritt: 200 Baht, ca. 5 Euro) schweift mein Blick im Licht der untergehenden Sonne kilometerweit über die Stadt, das Umland und die Küste entlang.

Im 52.-54. Stock befinden sich drei rotierende Panoramarestaurants, wo ihr anschließend bei internationalem Buffet ein Abendessen mit 360-Grad-Blick speisen könnt. Ich gebe allerdings einem netten kleinen Restaurant am Strand den Vorzug gegenüber der Touristenattraktion und treffe eine kurze und weniger als zehn Euro kostende Taxifahrt später im „Grill House Restaurant“ in Jomtien ein, das zum Rabbit Resort gehört. Unter Palmen und umgeben von Lichtern gönne ich mir hier in ruhiger, romantischer Strandatmosphäre ein leckeres thailändisches Abendessen mit frischen Garnelen vom Grill für unter 20 Euro. Und weil alles so schön war, bestelle ich gleich noch einen frischen Cocktail dazu, während nun, zu späterer Stunde, vom Meer endlich eine kühlere Brise herüberweht.

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