Verfasst von Nicole Biarnés am 24.11.2014

Paris – heute, gestern und morgen

Das knallrote Herz dreht sich immer im Kreis. Bei jeder Drehung sprüht es Wasser, wie ein Springbrunnen. Der Niki de Saint Phalle Brunnen, hinter dem Centre Pompidou, fasziniert nicht nur mich mit seinen bunten, fantasievollen Figuren. Alles bewegt sich. Jedes Mal, wenn ich hier vorbeikomme, ziehen mich diese wirbelnden Farben und die spritzend-sprühenden Wasserfontänen wie magisch an.

Marais

Nur wenige Straßen vom hektischen Treiben um das Centre Pompidou entfernt, beginnt das Marais, das alte jüdische Viertel der Stadt. Während überall sonst in Paris die Leute wie in einem Ameisenhaufen geschäftig aneinander vorbeirennen, geht es hier noch gemütlich zu. Es gibt koschere Burger, koschere Kuchen, Falafeln und andere Leckereien.

Das Marais ist ein alter Stadtteil, von den Stadtplanern im 18. Jahrhundert zum Glück weitgehend in Ruhe gelassen. Darum kann ich heute durch diese alten Straßen bummeln, durch die wahrscheinlich schon die Tempelritter gewandelt sind. Namen wie Rue du temple, Rue vieille du temple erinnern noch an diesen Orden, der vor vielen Jahrhunderten hier irgendwo seinen Sitz hatte.

Aber vor allem mag ich das Marais, weil es hier herrliche Boutiquen mit vielen, bunten Dingen gibt, die ich zwar eigentlich gar nicht brauche, aber die ich trotzdem ganz unbedingt haben muss.

Montmartre

Auf den Treppen der Sacre Coeur ist immer jede Menge los. Ich biege aber schon vor der Kirche links ab und erklimme ein paar Treppen zur Rue Lepic. In dieser Straße reihen sich noch kleine Lebensmittelläden, Bäcker und Fischhändler aneinander. Hier kaufen die Leute aus dem Viertel, was sie so alles zum Leben brauchen. Na gut, Wein und Austern sind vielleicht nicht lebenswichtig, aber in Paris braucht man die eben auch.

Ganz oben auf dem Montmartre, auf der Place du Tertre, standen früher die Maler dicht an dicht. Heute pinseln nur noch wenige Künstler an der frischen Luft an ihren Gemälden herum. Der Platz ist fast komplett mit Tischen und Stühlen der Restaurants übersät. Viel schöner ist da die Rückseite des Montmartre: Hier liegt nämlich der einzige Weinberg der Stadt. Ja, richtig gehört: Mitten in Paris gibt es einen Weinberg! Aus den Trauben auf dem ziemlich kleinen Grundstück werden jedes Jahr knapp 100 Flaschen echten Pariser Weins produziert. Entsprechend teuer ist der gute Trunk natürlich. Billiger kommt es, wenn man zum alljährlichen Weinfest ein Schlückchen probiert: Das gibt es dann schon für 2 Euro.

Im KB Caféshop an der Rue des Martyrs gönne ich mir eine kleine Pause. Es gibt leckere, hausgemachte Kuchen, Vollkornbrot, frische Säfte und andere Kleinigkeiten für den Hunger zwischendurch. Ein Glas Wasser kann ich mir sogar gratis aus der Wassersäule zapfen.

Grands Magasins

Direkt vor dem Moulin Rouge steige ich an der Metrostation Pigalle hinab in den Untergrund und fahre bis zur Gare Saint Lazare. Vom Bahnhof aus sind es nur ein paar Gehminuten zu den „Grands Magasins”. Die beiden luxuriösen Shoppingtempel Printemps und Galerie Lafayette liegen direkt nebeneinander am Boulevard Haussmann. Mit dem Fahrstuhl geht es hoch in den siebten Stock. Vom Dach der Galerie Lafayette kann ich nämlich gratis einen Blick auf Paris werfen. Sogar den Eiffelturm kann man von hier aus sehen!

Stadtrundfahrt mit Ente

Paris ist echt groß. Um mir nicht die Füße wund zu laufen, mache ich heute eine Stadtrundfahrt. Aber nicht so eine im Doppeldeckerbus, nein viel besser: Ich habe eine Ente mit Chauffeur gebucht (gibt es ab 60 Euro bei „4 roues sous 1 parapluie”)! Kuschelig eingemuckelt in Decke und Kissen, werde ich durch Paris kutschiert. Das Dach ist natürlich offen, schließlich ist die Ente ja ein Cabriolet. Meine Chauffeuse zeigt mir versteckte, kleine Plätze, ihr Lieblingscafé und natürlich auch all die großen Bauwerke, für die Paris so berühmt ist: Notre Dame, Bastille, Louvre, Grand Palais, Eiffelturm. Während ich so aus dem Fenster sehe, zuckeln wir gemütlich über die Champs-Elysées.

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