Verfasst von Dennis Fink am 24.04.2015

New York: Stadt der Superlative

Heute geht für mich ein Traum in Erfüllung – ich besichtige New York, die Megacity, von der die Welt spricht und die mir bereits so vertraut erscheint, weil sich jeder zweite US-Blockbuster in dieser unglaublichen Stadt abspielt. Endlich New York!

Von meinem Hotel aus fahre ich mit der Subway (Ticket für knapp 3 Dollar) zum Time Square an der Kreuzung Broadway, wo ich meine heutige New-York-Tour beginne. Mein Programm ist vollgepackt mit einigen der wichtigsten Highlights New Yorks und ich starte direkt im Zentrum der geschäftigen Metropole.

Touristenmagnet Time Square

Als ich den Time Square erreiche, erkenne ich den Ort sofort anhand der bekannten Leuchtreklamen wieder, die ich bereits in so vielen Kinofilmen sehen durfte. Jedoch kann kein Film die aufregende und einzigartige Atmosphäre wiedergeben, die sich an diesem Ort abspielt. Ganz plötzlich finde ich mich mitten im Geschehen New Yorks wieder. Hunderte von Menschen wuseln um den Platz, die Köpfe in den Nacken gelegt, um die flimmernden Reklamedisplays zu betrachten, die hauptsächlich die aktuellen Theaterstücke des Broadway bewerben.

In der Mitte des Time Square ist eine Tribüne aufgebaut, auf der es sich Dutzende Menschen auf Stufen gemütlich gemacht haben oder „Selfies“ schießen. Ein Elvis-Imitator in täuschend echter Aufmachung unterhält vorbeilaufende Touristen und einige Meter weiter bringt ein Darsteller in einem felligen Elmokostüm vor allem das jüngere Publikum zum Lachen und stellt sich für Fotos zur Verfügung. Diese aber müssen bezahlt werden. Die Künstler erwarten dafür ein Handgeld in Höhe von zwei bis fünf Dollar.

Direkt am Time Square befindet sich das Hard Rock Café New York. Ich beginne den Tag mit einem amerikanischen Essen – einem guten Burger. Im Eingangsbereich des Cafés hängt eine überdimensionale E-Gitarre an der Decke und man kann die üblichen Souvenirs und T-Shirts erwerben. Den Burger, mit rund 17 Dollar nicht gerade billig, verschlinge ich zügig, um nicht zu viel Zeit zu verlieren.

Ich achte darauf, ein großzügiges Trinkgeld zu geben, um nicht in ein Fettnäpfchen zu treten. Trinkgelder sind in den USA keineswegs „nur eine nette Geste“, sondern gehören zum festen Einkommen der Servicebranche. Die in Deutschland üblichen 10 Prozent dürfen gerne aufgerundet werden. Ein Freund, der seit einigen Jahren in New York lebt, empfiehlt mir jeweils 15 Prozent für ein Frühstück, 20 Prozent für ein Mittagessen und 25 Prozent für ein Abendessen als Trinkgeld zu geben. Ich gebe 20 Dollar und die Bedienung schenkt mir ein zufriedenes Lächeln.

(Fast) über den Wolken New Yorks – das Empire State Building

Vom Time Square spaziere ich den Broadway entlang. Auf den Straßen wimmelt es nur so von gelben New Yorker Taxis, die sich langsam ihren Weg durch die Wolkenkratzerschluchten bahnen. Nach nur 20 Minuten erreiche ich auch schon das Objekt meiner Begierde, das Empire State Building, mit 443 Metern (bis zur Antennenspitze) bis in die 1970er Jahre das höchste Gebäude der Welt und von legendärer Bedeutung für die Stadt New York. Ich löse ein Ticket für stolze 32 Dollar und lasse mich mit dem Aufzug in den 86. Stock fahren, auf das Observationsdeck des Gebäudes.

Auf der Aussichtsplattform offenbart sich mir dann ein geradezu überwältigender Anblick. Wie eine kleine Spielzeugstadt liegt die Wolkenkratzermetropole nun vor mir. Ein starker Wind bläst auf der Aussichtsplattform und viele Touristen machen sich einen Spaß daraus, lustige Selbstportraits mit im Wind wehenden Haaren vor der beeindruckenden Kulisse New Yorks zu schießen. Ich bin viel gereist und habe einiges gesehen, doch ich muss einfach zugeben, dass der Blick von oben auf die Stadt New York zu den atemberaubendsten Erfahrungen gehört. Die flächenmäßige Ausbreitung und Anhäufung von Wolkenkratzern ist einfach unglaublich. Und dann, mitten in diesem Betonmeer, ein riesiger, rechteckiger, grünbewachsener Fleck Natur – der Central Park.

Flatiron Building – das Bügeleisengebäude

Einige Hundert Fotos und eine 86-stöckige Aufzugfahrt später, laufe ich auf der Fifth Avenue entlang Richtung Süden. Ich möchte unbedingt das Flatiron Building fotografieren, das von Touristen, die New York zum ersten Mal bereisen, gerne vernachlässigt wird. Das Gebäude zählt architektonisch zu den außergewöhnlichsten und interessantesten Gebäuden New Yorks und zwar wegen seiner ungewöhnlichen Keilform.

Als ich vor dem Empire State Building meine Straßenkarte auseinanderfalte, um nach dem Weg zu schauen, begegnet mir die bemerkenswerte Hilfsbereitschaft der New Yorker, von der mir bereits vor meiner Reise berichtet wurde. Sofort werde ich von einem Herrn angesprochen, der mir höflich seine Hilfe anbietet. Ich danke ihm und frage nach dem Weg zum Flatiron Building.

Ein 15-minütiger Spaziergang führt mich zur Kreuzung Fifth Avenue/Broadway, wo sich das Bügeleisengebäude befindet. Das Bauwerk von 1902 beeindruckt neben seiner Form vor allem auch durch seine Fassade und bietet ein tolles Fotomotiv.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich der Madison Square Dog Run, ein kleiner Park für Hundebesitzer. Ich setze mich dort auf eine Parkbank, um mich ein wenig auszuruhen, als sich plötzlich ein neugieriges Eichhörnchen neben mich setzt und mich ansieht. Zunächst bin ich ein wenig perplex wegen der Zutraulichkeit des possierlichen Tierchens, doch kurze Zeit später realisiere ich, dass es in dem Park nur so von Eichhörnchen wimmelt, die sich längst an die vielen Menschen gewöhnt haben. Als ich dem Tier vorsichtig meine Hand entgegenstrecke, schnuppert es neugierig daran und läuft dann schnurstracks über meinen Arm, um es sich auf meiner Schulter gemütlich zu machen. Was für ein einmaliges Erlebnis – und das mitten in einer Großstadt. Ich verbringe eine weitere halbe Stunde im Park, beschäftige mich mit den Tierchen und schieße einige Fotos.

American Museum of National History & Central Park

Dann wird es aber auch schon höchste Zeit weiterzuziehen. Per Bahn mache ich mich auf zum Central Park (per Subway von der 23rd Street bis zur 34th Street, Herald Square und dort umsteigen in die Bahn, die bis zur 81st Street fährt, Ticketpreis: 2,75 Dollar; ihr könnt so oft umsteigen, wie ihr wollt). An der 81st Street befindet sich auch gleich das „American Museum of National History“, mir vor allem bekannt aus dem Film „Nachts im Museum“.

Auf fünf Stockwerken behandelt die zu den weltweit größten Naturkundemuseen zählende Ausstellung die Geschichte der Menschheit. Vor allem die Dinosaurierskelette, die auch im Film gezeigt werden, sind absolut faszinierend. Insgesamt ist das Museum wohl mit Abstand das interessanteste und unterhaltsamste, das ich jemals zu sehen bekam.

Leider muss ich mich auf das Wesentliche der Ausstellung konzentrieren, denn ich möchte unbedingt noch in den Central Park, bevor der Tag endet. Der Park liegt direkt vor dem Museum. Also nichts wie los in die sogenannte „grüne Lunge New Yorks“.

Im Central Park offenbart sich mir ein Stadterholungsgebiet gewaltigen Ausmaßes. Der über 4 Kilometer lange Park bietet einen großen See zum Bootfahren, unzählige Grünflächen, Kinderspielplätze und Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Mein erster Eindruck vom Gesundheitsbewusstsein und der Sportbegeisterung der New Yorker bestätigt sich einmal mehr, der Park ist gefüllt mit Tausenden von Menschen, die ihren Hobbies nachgehen und sich im Freien betätigen. Väter schmeißen ihren Söhnen locker den Baseball zu und ältere Generationen haben es sich auf Parkbänken gemütlich gemacht und lesen Bücher oder genießen die warmen Sonnenstrahlen. Paare spazieren Hand in Hand entlang des Sees, unzählige Kirschbäume bringen ein rosafarbenes Blütenmeer hervor und tauchen die Landschaft in eine romantische Kulisse.

Ich verbringe gut eineinhalb Stunden im Park und bewundere die skurrile Kulisse – all die grüne und blühende Natur mit der im Hintergrund majestätisch aufragenden Skyline New Yorks. New York ist zweifelsohne eine vielfältige Stadt der Superlative, die für jeden Geschmack etwas zu bieten hat.

Weitere Beiträge von Dennis Fink

Weitere Beiträge zu New York

Weitere Beiträge zu den Urlaubsarten: Städtereise

4 Tage in Athen

Die wichtigsten Highlights in Athen besucht Stefanie Thimm – in vier Tagen in ...

Zum Artikel

Montmartre, je t´aime!

Nicht umsonst wird Paris "die Stadt der Liebe" genannt. Besonders Montmartre...

Zum Artikel

24 Stunden in Amsterdam

In den Gesichtern der Gäste macht sich ein Lächeln breit, wenn die Kellnerin...

Zum Artikel

Frühling in Regensburg

Wir haben uns einen jener Frühlingstage ausgesucht für unseren Besuch in...

Zum Artikel

Ein Tag in Barcelona

Barcelona ist die perfekte Stadt für einen Städtetrip: schöne alte...

Zum Artikel

Viva Las Vegas!

Selbst im „Land der Superlative“ ist Las Vegas das Nonplusultra: Alles ist...

Zum Artikel

Brüssel als Comicstrip

Ich lasse mich hinüber in die Altstadt treiben, wo die Gassen schmaler und...

Zum Artikel

München leuchtet

Augenzwinkernd wird München das Millionendorf genannt. Wo, wenn nicht hier,...

Zum Artikel