Verfasst von Clemens Sehi am 11.03.2015

Montenegro: Beschauliche Altstädte im Naturwunderland

Wer nach Montenegro reist, den verschlägt es meist sofort an die Küste. Kein Wunder, denn der Küstenstreifen des Landes ist ein wahres Badeparadies. Während Kroatien im Norden und Italien auf der anderen Seite der Adria seit Jahrzehnten von Massen an Touristen überrannt werden, wartet Montenegro noch mit der einen oder anderen versteckten Strandperle auf.

Budva, Kopfsteinpflaster und Wasser wie in der Südsee

Meine Reise beginnt in Budva – circa 95 Kilometer südlich von Dubrovnik. Was mich dort erwartet, ist an Idylle kaum zu übertreffen. Budva ist eine der ältesten Städte an der Adria und wurde ursprünglich auf einer Insel erbaut, die sich im Laufe der Jahrhunderte und mit dem Rückzug des Mittelmeers in einem Felsvorsprung verwandelte.

Den besten Blick auf die Altstadt hat man zweifellos nach einem gemütlichen Spaziergang durch ihre verwinkelten Gassen von der Stadtmauer aus. Vor meinen Augen entfaltet sich das ganze Panorama und die unerschöpfliche Farbpalette der Adria: mit beschaulichen Badebuchten, türkisfarbenem Wasser wie aus dem Hochglanzprospekt und den altehrwürdigen Gemäuern des alten Budva dazwischen.

Eine versteckte Badebucht nach der anderen

Obwohl mich die Stadt gleich beim ersten Anblick von sich überzeugt, will ich mehr. Ich möchte die versteckten Buchten ganz für mich allein haben und arbeite mich als nächstes auf ausgetretenen Pfaden langsam Richtung Norden an den Felsformationen entlang, bis ich plötzlich an eine abgelegene Bucht gelange. Obwohl ich scheinbar nicht der Einzige bin, der auf diese Idee kam, bin ich dem Charme des abgelegenen Kieselstrandes sofort erlegen und begieße den Moment in einer kleinen Bar an den Cliffs mit einem stilechten, aber zugegebenermaßen mit vier Euro nicht gerade günstigen, montenegrinischem Radler in der Tulpe.

Mit dem Bus gen Süden: Hallo Kotor!

Zurück in der Stadt gehe ich einem Tipp meines Hoteliers nach und steige in den Bus Richtung Norden, nach Kotor. Das Ticket für die etwa einstündige Busfahrt kaufe ich mir ohne große Umstände direkt am Busbahnhof für gerademal fünf Euro (Busse zwischen Budva und Kotor verkehren alle 30 Minuten von 07:15 Uhr bis 21:45 Uhr). Die noch ältere Altstadt von Kotor ist UNESCO-Weltkulturerbe und hat den Titel redlich verdient. Zu diesem Entschluss komme ich schon nach wenigen Minuten des Lustwandelns durch die kopfsteingepflasterten Straßen des historischen Stadtkerns. Am meisten empfiehlt sich ein gemütlicher Spaziergang entlang der palmengesäumten Uferpromenade und durch das imposante Seetor – hinein in die Altstadt und weiter zur St. Tryphon Kathedrale, die man sich auf jeden Fall nicht nur von außen ansehen sollte.

Trotz Hitze in die Vogelperspektive

Plötzlich drängt sich mir aber noch ein weiterer Gedanke auf: Diese kleine Stadt und ihre kompakte Umrundung durch die vom 14. bis 17. Jahrhundert errichtete Stadtmauer muss man einfach von oben sehen. Also erklimme trotz größter Mittagshitze den Berg St. Giovanni, von dessen Festungsanlage namens Sveti Ivan sich mir ein unbeschreiblicher Ausblick bietet.

Nach 30 Minuten wieder unten auf Normalnull angekommen, entfliehe ich der Hitze in den nächsten, klimatisierten Bus. Und während ich über all die Eindrücke meines Kurzbesuchs in Montenegro sinniere, der Motor des alten Überlandbusses beruhigend vor sich hin brummt und er eine Serpentine souverän nach den anderen nimmt, offenbart sich mir vor dem Busfenster ein Szenario, das die anderen Bilder in meinem Kopf beinahe verblassen lässt: Weit verwinkelte Fjorde, die eher an Norwegen erinnern, dichte Wälder, die sofort an Kanada denken lassen und ein Mittelmeer in so feinen Farbnuancen, dass man sich beinahe in der Südsee wähnt.

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