Verfasst von Katharina Jacobs am 12.11.2014

Mit dem Rad durch das junge Kopenhagen

Die Dänen gelten als die glücklichsten Menschen weltweit – und heute bin ich einer von ihnen. Ich sitze auf meinem Rad und fahre entlang der Nørrebrogade in Kopenhagens jungem Viertel Nørrebro. Kurz vor der Dronning Louises Brücke biege ich links ab zu den Kopenhagener Seen, genannt „Søerne“. Ich mache halt beim Cafe22 und treffe auf Anders, der mir heute seine Stadt zeigen wird. Bei frischen Croissants und Milchkaffee genießen wir den Blick auf die Seen und beobachten die an uns vorbeiziehenden Jogger.

Von Dünen und Meer

Es ist mein erster Tag in Kopenhagen. Gestern noch war ich in Jütland, im Norden Dänemarks, rund fünf Autostunden entfernt. Ich habe am Skagerrak mit einem Bein in der Ost- und mit dem anderen in der Nordsee gestanden. Später bin ich zur rund 75 Kilometer entfernten Rubjerg Knude gefahren und auf Europas größte Wanderdüne geklettert. Mit über 100 Metern ist sie so hoch, dass sie den örtlichen Leuchtturm „verschluckt“ hat. Aber nach Dünen und Meer will ich heute gemeinsam mit Anders die Designmetropole Dänemarks entdecken. Gut gestärkt machen wir uns auf den Weg.

Unterwegs in der Stadt von Hans Christian Andersen

Nur gut 5 Minuten mit dem Rad, schon erreichen wir den Assistens Kirkegården. Viele berühmte Dänen liegen hier begraben – der bekannteste unter ihnen ist sicherlich Hans Christian Andersen. Seine „Kleine Meerjungfrau“ ist heute das Wahrzeichen der Stadt und blickt rund vier Kilometer Luftlinie von uns entfernt auf der Langelinie am Ende des Hafens aufs Meer hinaus.

Wir wandeln eine Weile unter den schattigen Alleen des Friedhofs und verlassen den Park dann über die Westseite in Richtung Guldbergsgade. Im Viertel gibt es viele kleine Shops, von junger Mode über Wohndesign bis zu netten Geschenken und Mitbringseln ist alles dabei. Im Second Beat Antikvariat gibt es nicht nur alte LPs, sondern auch tolle Büchern. Mit etwas Glück finde ich hier auch eine alte Ausgabe von Hans Christian Andersens Märchen.

Biologisch – Alternativ – Visionär

Uns ist nach einer Stärkung, also schwingen wir uns erneut auf die Räder und fahren über eine der Søerne-Brücken in Richtung Frederiksborggade. Dort befindet sich die Torvehallerne, eine alte Markthalle mit über 80 Ständen und Produkten aus aller Welt. Anders und ich tauchen ein in das trubelige Durcheinander und setzen uns schließlich mit unseren Sandwiches mit Bornholmer Salami an einen der vielen Picknick-Tische vor die Halle.

Bevor wir uns auf den Weg zurück ins Stadtzentrum machen, drehen wir noch eine Runde durch Christiania, die berühmte autonome, alternativ lebende Gemeinde im Stadtteil Christianshavn. Ein Hauch Freiheit weht durch die Luft – schließlich gilt Christiania weithin als Symbol für den progressiven Lebensstil der Dänen. Inzwischen ist die Gemeinde längst nicht mehr nur von Freigeistern und Alt-Hippies besiedelt – doch in vielen Ecken kann man die alten Zeiten noch entdecken.

Sightseeing am Nachmittag

Wir verlassen Christiania über die Bredgade in Richtung Innenstadt. Denn natürlich möchte ich auch die „Klassiker“ bei meinem Kopenhagen-Besuch nicht auslassen. Vorbei am Königlichen Theater kann ich am Horizont bereits die riesige Kuppel der Marmorkirken, auch bekannt als Frederiks Kirke, sehen. Rechts davon erhebt sich der königliche Palast Amalienborg. In der Sonne liegend erkenne ich hinter dem Schloss das spektakuläre neue Opernhaus der Stadt, direkt am Wasser. Wir stoppen am Nyhavn, dem historischen Hafenareal mit seinen pittoresken bunten Häuschen. Hier lassen wir den Tag in einem der vielen Straßencafés bei einem kühlen Bier ausklingen.

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