Verfasst von Katja Wegener am 25.08.2015

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Aktivurlaub Madeira Wandern

Madeira: Wandertipps für die Blumeninsel

Allein der Begriff Madeira regt meine Fantasie an: Von einer fantastischen Blütenpracht über Genusswandern, malerische Fischerorte, wildromantische Küsten, bis hin zu einzigartigen Eukalyptus- und Lorbeerwäldern reichen meine Vorstellungen. Endlich habe ich die Chance, das alles live zu erleben!

Wandern am Wasser

Trinkwasser war auf der Südseite der Insel schon immer Mangelware. Um eine effektive Wasserverteilung vom Inselnorden in den Süden zu schaffen, entstand bereits zur ersten Besiedelung Madeiras ein kunstvolles und insgesamt 2.150 km langes Bewässerungssystem: die Levadas. Noch heute versorgen sie die Insel mit Wasser und Strom, doch mittlerweile sind die Rinnsale auch touristisch von großem Interesse: Eigentlich für Wartungsarbeiten angelegteWege werden von Wanderern, wie mir, geschätzt und für wundervolle Touren durch die einzigartige Landschaft genutzt.

Sanfte Tour durch den Lorbeerwald

Meist schlängeln sich die etwa 1 Meter breiten Wasserläufe mit sanftem Gefälle ruhig und gemächlich durch die Natur. Wenig anstrengende Pfade sorgen so für meine gemütlichen Wanderungen, die sich optimal eignen, um Madeiras wundervolle Landschaft kennen und lieben zu lernen.

Nahe Machico, im Südosten der Insel, genieße ich bei einer langen, aber bequemen Rundwanderung von 16 Kilometern Länge wundervolle Momente im Lorbeerwald und unter riesigen Farnen. Der immergrüne Lorbeer ist eine Besonderheit der subtropischen Klimazone der Nordhalbkugel. Nur Madeira, die Azoren und Kanarischen Inseln bieten diese Witterungsbedingungen, um den seit 1999 als Weltnaturerbe geschützten Lorbeerwald wachsen zu lassen.

Vom Portela-Pass-Parkplatz geht es für mich auf gut beschilderten Wegen über Forststraßen und sichere Pfade durch Lorbeer und Riesenfarne. Hin und wieder öffnet sich der Wald und gibt mir wunderschöne Ausblicke auf die Küste und den berühmten Adlerfelsen frei.

Aufgrund der Wälder ist die Strecke meist schattig, Proviant darf trotzdem in meinem Rucksack nicht fehlen. In Riberia de Machico gibt es einige Bars zum Einkehren. Als ich um ein Uhr den Ort erreiche, haben offensichtlich alle gerade Siesta-Pause.

Mein Tipp: Startet diese 5-Stunden-Wanderung entweder ganz früh morgens, um noch vor der Siesta-Zeit in Riberia de Machico einzutreffen. Oder lauft gegen Mittag los. Bis in das Örtchen sind es knapp 4, 5 Stunden zu wandern. Ab 16 Uhr haben die kleinen Bars hier wieder offen.

Adrenalin-Kick an der Felswand

Für eine Genusswanderung aber eignet sich nicht jede Levada-Tour. Nur erfahrene Wanderer sollten sich auf Wege begeben, die ohne Sicherung an steilen Felswänden entlang absolute Schwindelfreiheit voraussetzen.

Nichts für schwache Nerven, denke ich mir, wenn der Weg in seiner Breite gerade mal einen Fuß vor dem anderen zulässt und es rechts neben mir gut 50 m steil in die Tiefe geht. So geschehen auf meiner absoluten Lieblings-Levada-Wanderung.

Im Nordüsten Madeiras befindet sich der Ort Sáo Jorge. Direkt am Dorfplatz bei der Kirche parke ich und starte entlang der Levada do Rei. 11,5 km mit teils schwindelerregenden Passagen, die meist mit Drahtseilgeländer am steilen Felsen gesichert sind, erwarten mich. Auch wenn der Höhenunterschied der Tour nur knapp 200 m ist: An kleinen, aber stockdunklen Tunneln und steil abfallenden Felsen mangelt es der Strecke nicht. Hinzu kommt ein Wasserfall, den ich durchqueren muss. Die kleine Dusche ist somit gesichert und sorgt für jede Menge Spaß. Teile der Levada do Rei zählen zu den spektakulärsten Levadas Madeiras.

Es ist Vorsicht geboten: An einigen Stellen ist die Strecke echt rutschig, und ich bin froh, dass ich ein schwindelfreier Abenteurer bin. Der Weg liefert viele angenehm schattige Waldstücke, doch denkt auch hier an Proviant, da es keine Einkehrmöglichkeiten gibt.

Wanderung zum Ponta do Furado an der Südostspitze der Insel

Die nächste Wanderung zum Ponta do Furado startet ganz im Süden, nahe der Stadt Cancial. Bequem lässt sich der Wanderparkplatz an der Baía da Abra mit meinem Mietwagen erreichen. Wenn ihr auf öffentliche Verkehrsmittel setzt, nehmt die Bus-Linie 13 direkt aus Funchal. Die Fahrtzeit beträgt rund 1,5 Stunden.

Neben wundervollen Ausblicken auf schroff ins dunkelbaue Meer abfallende Felsklippen habe ich stets mein Ziel vor Augen. Und das, obwohl der Gipfel der Ponta do Furado knapp 3 Stunden und 7,5 km Wegstrecke entfernt liegt.

Die gesamte Strecke verläuft auf felsig, sandigem Untergrund und absolut ohne Schatten. Tage, an denen die Sonne nicht so stark vom Himmel brennt, eignen sich eher für diese Tour. Bitte unbedingt ausreichend Flüssigkeit mitnehmen, denn auch hier gibt es keine Einkehrmöglichkeiten. Kurz vor dem letzten Anstieg auf den Berg liegt eine kleine Oase: Die Casa do Sardinha, ein Natursteinhaus, umgeben von Palmen, lädt mich zu einer Rast ein. Bewirtschaftet ist das der Naturparkverwaltung gehörende Haus leider nicht.

Auch wenn es anstrengend aussieht: Der Weg ganz hoch auf die Spitze der Ponta do Furado belohnt mich mit einem grandiosen Blick auf klitzekleine, vorgelagerte Felsinseln. Die Gischt sprudelt wild und lässt mich einfach nur den Ausblick und die Ruhe genießen. Denn hier oben bin ich fast alleine.

Kulinarisches Madeira

Wieder zurück von der Inselspitze und auf dem Weg Richtung Hauptstadt Funchal, wo ich, im luxuriösen Vidamar Resort Madeira übernachte, mache ich einen kulinarischen Abstecher. Das Städtchen Canical hat es mir angetan. Bei einem gemütlichen Bummel durch den alten Hafen mache ich es mir im Restaurant Amarelo gemütlich. Ich bin auf einer Insel, da sollte der köstliche Fischeintopf fast Pflicht sein. Doch leider gibt es diesen „Caleirada“ nur auf Vorbestellung. Somit weiche ich auf eine weitere Madeira-Spezialität aus: „Espetada Madeirense“. Eine gute Wahl, denn das auf einen Spieß gesteckte Rindfleisch mit Lorbeerblättern wird über dem offenen Feuer gegrillt. Extrem lecker und mit der Beilage einer Ofenkartoffel für rund 16 Euro eine riesige Portion.

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