Verfasst von Nicole Biarnés am 24.11.2014

Lloret de Mar – romantisch im Herbst

Ganz ehrlich, ich liebe die Costa Brava, dieses Stückchen „wilde” Küste nördlich von Barcelona. Es gibt so viele kleine Buchten, in denen man schwimmen oder am Strand liegen kann, klares Wasser, raue Felsen und Wanderwege mit Blick aufs Meer! Und Lloret liegt perfekt in der Mitte von allem: Der Strand ist natürlich direkt vor der Tür, aber auch nach Barcelona, Girona oder zu mittelalterlichen Dörfern wie Pals oder Begur ist es nicht weit.

Lloret hatte ich mir eigentlich etwas anders vorgestellt. Sicher, ein verschlafenes Fischerdorf ist die Stadt schon lange nicht mehr, aber es gibt hier viele spannende Geschichten zu entdecken: Spuren der Schiffsbauer und Seefahrer, der aus den Kolonien zurückgekehrten Händler und wunderschöne, modernistische Bauten.

Am Meer

In der Bucht Canyelles geht es eher ruhig zu. Vor allem die Einheimischen kommen gerne hierher, um am Strand zu liegen, zu angeln oder um Essen zu gehen. In einem Restaurant bestelle ich mir einen leckeren Salat und eine Fideuá, ein typisch, katalanisches Gericht. Es ist fast wie Paella, nur wird es statt mit Reis mit ganz kurzen, dünnen Nudeln zubereitet. Köstlich!

Jetzt im Herbst ist es angenehm ruhig in Lloret, richtig beschaulich. Im Sommer wird es natürlich überall an der Küste voller. Dann füllt sich die Strandpromenade mit kleinen Läden und den Tischen und Stühlen der zahlreichen Restaurants. Am Strand werden Volleyballnetze aufgespannt, die lieben Kleinen backen ihre Sandkuchen und die Älteren genießen den Tag auf einem Liegestuhl im Schatten.

Museum und Friedhof

Direkt an der Strandpromenade Llorets liegt das Museu del Mar. Für vier Euro Eintritt tauche ich in eine andere Zeit ein: Ende des 19. Jahrhunderts kehrten viele Auswanderer aus Amerika zurück in ihre Heimatdörfer. Sie hatten es in der neuen Welt zu Ruhm und Reichtum gebracht. Meistens gaben sie das in der Ferne verdiente Geld für prächtige, neue Häuser aus. Das Museum liegt in einem dieser Paläste und erzählt sehr anschaulich, wie es den Seeleuten und Händlern damals erging.

Der neue Friedhof von Lloret: modernistische Grabmäler. © Nicole Biarnes
Der neue Friedhof von Lloret: modernistische Grabmäler. © Nicole Biarnes
Außerhalb des Dorfes ließen diese wohlhabenden Heimkehrer sogar einen neuen Friedhof bauen. Der alte Friedhof neben der Kirche war ihnen zu klein und zu eng geworden. Auf dem neuen „Cementiri” außerhalb der Stadt sammelten sich bald schon aufwendig gearbeitete Kunstwerke – Grabmäler für diejenigen, die es sich leisten konnten. Ein echter Hingucker!

Tagesausflug nach Girona

Mit dem Linienbus 660 fahre ich von Lloret nach Girona. Die Fahrt dauert ca. eine Stunde. Girona hat eine schöne, mittelalterliche Altstadt, mit diesen verwinkelten, engen Gassen. Besonders in den Straßen des jüdischen Viertels rund um die Kathedrale fühle ich mich wie ins Mittelalter zurückversetzt.

Als ich eine der Brücken über den Onyar, der mitten durch Girona fließt, überquere, fällt mein Blick nun auch auf die dem Wasser zugeneigten Rückseiten der alten Häuser. Unwillkürlich muss ich an Venedig denken. Girona ist echt wunderschön.

Auf der anderen Seite des Onyar stehe ich kurze Zeit später im Carrer Santa Clara vor einer unglaublichen Eisdiele: Rocambolesc. Der Laden ist ein bunter Kindertraum und das Eis ist unwiderstehlich gut!

Der Garten Santa Clotilde

Während ich an meinem letzten Tag in Lloret auf einem der Wanderwege am Meer entlangspaziere, stoße ich oben auf dem Hügel auf einen verwunschenen Garten, els Jardins de Santa Clotilde. Es ist kein typischer, botanischer Garten, sondern eher ein Landschaftspark. Statt exotischer Blumen wachsen hier Kiefern, Zypressen, Linden und Pappeln. Nur ein paar steinerne Statuen stechen aus dem grünen Pflanzenmeer hervor. Nixen und kleine Engel hocken hinter den Büschen und irgendwo plätschert Wasser. So einen romantischen Park hab ich noch nirgends gesehen!

Oben an den Felsen stehend, werfe ich einen letzten Blick auf die versteckt liegende Bucht Santa Cristina und auf Lloret. Ein verträumtes Fleckchen Natur an der sonst so rauen Küste.

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