Verfasst von Nicole Aupperle am 28.01.2015

La Palma – zwischen Vulkanen, Bananenplantagen und schwarzen Stränden

Vulkane, Kiefernwälder, Bananenplantagen – in La Palma kann ich an einem Tag schroffe Gebirgsketten erklimmen, durch tropische Bananen- oder Papaya-Plantagen wandern und an den schwarzen Stränden im Meer baden. Ich mache mich früh am Morgen auf, um die kleine kanarische Insel zu erkunden.

Eine kleine Wanderung durch die Kieferwälder der Caldera de Taburiente

Mit dem Mietwagen starte ich von meinem Hotel in der Hauptstadt Santa Cruz, fahre über die wuchtigen Berge, schaue von dort oben herunter auf Santa Cruz de La Palma. Serpentine um Serpentine geht es weiter, hinein in den Nationalpark Caldera de Taburiente. Hier heißt es dann: Wanderschuhe anziehen! Die Luft hier oben ist klar und riecht nach Kiefern. Ein kleiner Wanderpfad führt direkt auf ein Aussichtsplatteau. Vor mir liegt die Weite der Kieferwälder und der Gebirgskette der Caldera de Taburiente. Der höchste Punkt, der Roque de los Muchachos, liegt auf 2.426 Metern. Ich muss hier einfach innehalten und in die Ferne schauen.

Schinken als Decken-Deko

Nach dieser 1-stündigen Wanderung belohne ich mich mit einem Mittagessen in der Bodegon Tamanca. In dem Restaurant in einer Vulkanhöhle baumelt der Schinken von der Decke und in Barrique Fässern lagert hauseigener Rotwein, der auf den Vulkanfeldern der Umgebung angebaut wird. Der Rotwein schmeckt mild und steigt nicht zu Kopf. Dazu preist mir der Kellner ein Steak an, da ich kein Fleisch esse, entscheide ich mich für ein Thunfischsteak. Die Bodegon de Tamanca ist ein echter Geheimtipp, die Spezialitäten vom Grill sind unter Kennern bekannt, Speisen und Getränke gibt es hier zwischen 10 und 25 Euro.

Rings um die Bodegon Tamanca erstrecken sich die Weinanbaufelder. Zwischendrin schwarze Lavabrocken und kleine Wohnhäuser der Palmeros. Der Vulkan Teneguia ist zuletzt 1971 ausgebrochen. Noch immer sehe ich die Spuren davon auf La Palma. Der Lavafluss ergoss sich von der Bergspitze über die Felder bis hinunter ins Meer. Die Palmeros leben mit diesen Naturgewalten, nehmens gelassen. Eine Wandergruppe stolpert über das erkaltete Lavagestein. Viele Urlauber kommen nach La Palma, um auf der berühmten Vulkanroute zu wandern. Ich dagegen bin fasziniert von dem Kontrast der Farben, dem schwarzen Gestein und dem Blau des Atlantiks im Hintergrund. Zwischen dem Lavafluss bahnt sich die grüne Natur immer wieder ihren Weg als wolle sie zeigen, dass sie sich vom Wutausbruch des Vulkans nicht unterkriegen lasse.

Spanische Kolonialstilhäuser in der Altstadt von Los Llanos de Aridane

Gegen Spätnachmittag komme ich in das Städtchen Los Llanos de Aridane. In der Calle Diaz Pimienta und der Calle Réal zieren restaurierte Häuser im Kolonialstil aus dem 17. Jahrhundert den Wegesrand. In Gedanken sehe ich, wie einst stolze Senoritas an den Fenstern saßen und das bunte Treiben auf den Gassen beobachteten. Damals waren die Straßen voller Seefahrer, die Waren von Afrika in die neue oder alte Welt brachten. Im Café Eden probiere ich einen Barraquito für 4 Euro – ein typischer kanarischer Kaffee, er besteht aus drei Schichten: Espresso, Likör, aufgeschäumte Milch und Zimt. Den muss man einfach trinken, wenn man auf den Kanaren ist.

Bananen von der Staude essen

Schließlich erreiche ich die Westküste La Palmas. Bei Puerto Naos gibt es eine ökologische Bananenplantage, die Ecofinca Platanológico, die man besichtigen kann. Was ich nicht wusste: La Palma ist einer der größten Exporteure für Bananen. Der Besitzer Fran führt mich durch sein Bananenparadies und erklärt viel über den Anbau von Bananen. Nach zwei Stunden auf der Ecofinca bin ich ein echter Experte: Ich weiß nun, dass die Banane eine Beere ist und zur Familie der Orchideen gehört. Natürlich darf ich auch probieren. So eine Banane, frisch von der Staude, schmeckt viel besser als die aus dem Supermarkt: süß und sonnengereift. Der Rundgang durch die Plantage kostet 15 Euro.

Die schwarzen Strände von Puerto Naos

In Puerto Naos preschen die Wellen gegen die Klippen, die Sonne glitzert auf dem Meer und der Sand ist schwarz. Tiefschwarz. Als ich zurück in mein Hotel komme, ist die Sonne längst untergegangen und ich will mir ein Bad im lauwarmen Meer nicht entgehen lassen.

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