Verfasst von Jana Zieseniß am 22.01.2015

Kuba – mehr als nur karibische Strände

Nervös blicke ich auf meine Armbanduhr. Schon über eine halbe Stunde stehe ich in der Schlange vor der Geldwechselstube und es rührt sich nichts. Keiner kommt rein und keiner kommt raus. Was uns Deutsche schnell zur Weißglut bringt, ist für die Kubaner vor mir ganz normal. Wer nach Kuba reist, sollte Geduld mitbringen.

Kuba ist seit 1959 eine sozialistische Republik. Fast alle Kubaner haben eine gute Schulbildung und sichere Jobs – nur leider verdienen sie so wenig, dass sie kaum ihre Ausgaben damit decken können. Was mich erstaunt ist die Kreativität, mit der die Bevölkerung ihren Weg findet, und die absolute Lebensfreude, welche die Menschen trotz der oft widrigen Lebensbedingungen auszeichnet. Und schließlich ist es doch genau dieses karibische Lebensgefühl, was uns Urlauber an dem Land so fasziniert.

Alles beginnt in Varadero

Das Eingangstor zu Kuba ist Varadero. Das Strandparadies östlich von Havanna besitzt den zweitgrößten Flughafen des Landes. Die feinen, weißen Sandstrände der Halbinsel haben dafür gesorgt, dass sich der Tourismus dort am stärksten entwickelt. Auch ich verbringe in Varadero meine erste Zeit auf Kuba. Egal wie schön der Strand vor meinem Hotel auch ist – ich möchte ein bisschen vom wahren Kuba kennenlernen. Die Stadt Varadero liegt ganz am Anfang der Halbinsel. Sie ist über einen Hop-on-hop-off-Bus bequem von allen Hotels der 20 Kilometer langen Halbinsel zu erreichen. Die Fahrt dauert von der Spitze rund 40 Minuten und bietet die beste Gelegenheit, um sich einen Überblick über die Gegend zu verschaffen. An jeder Station kann ich ein- und aussteigen und zahle dafür umgerechnet rund 4 Euro.

Das Währungschaos

Auch wenn ich auf Kuba viele Dinge sogar in Euro zahlen kann, komme ich nicht drum herum, mir Geld in der Landeswährung zu besorgen. Was mich zu der besagten Schlange vor der Wechselstube führt. Als ich schließlich nach einer gefühlten Ewigkeit doch an der Reihe bin, bekomme ich endlich die ersehnte Währung in die Hand. In meinem Fall ist das Peso convertible (CUC), dessen Wert 1:1 dem Dollarpreis entspricht. Warum nur in meinem Fall? Die Kubaner bekommen ihren Lohn in Peso Cubano (CUP) ausgezahlt. Mit diesem Geld können sie allerdings absurderweise nur ein paar Grundnahrungsmittel kaufen. Für alle anderen Waren benötigen auch die Kubaner CUCs – ein Grund dafür, dass der Andrang vor den Wechselstuben so groß ist. Umgehen könnte ich das Schlangestehen, indem ich das Geld direkt im Hotel tausche – allerdings nur zu einem sehr schlechten Kurs. Mein Tipp: Seht die Wartezeit einfach als Teil der Kultur und nutzt die Gelegenheit, die Einheimischen einmal in ihrem täglichen Leben zu beobachten. Das macht einfach gute Laune, egal wie lange ihr warten müsst.

Das echte Kuba

Mit der Landeswährung ausgestattet bin ich bereit, den kleinen Ort zu erkunden. Auf der Hauptstraße begegnen mir die für Kuba so typischen Oldtimer, deren Fahrer mich zu einer Spritztour ermutigen möchten. Ich dagegen ziehe meine eigenen Füße vor, um durch die Nebengassen zu schlendern. Ich entdecke auf der Plaza de Artesanos einen kleinen Markt, auf dem Schmuck, Zigarren, Holzschnitzereien und natürlich Strohhüte angeboten werden und, nutze die Gelegenheit, gleich ein paar Souvenirs für die Daheimgebliebenen zu kaufen. Neben ein paar Restaurants und kleinen Pensionen gibt es darüber hinaus nicht viel zu sehen. Wenn ich eine echte kubanische Stadt erleben möchte, rät mir eine der Marktfrauen, solle ich den Bus nach Matanzas nehmen. Für 6 CUC würde mich der öffentliche Viazul-Bus in einer Stunde in die Hauptstadt der Provinz bringen. Ich habe allerdings schon andere Pläne. Denn am nächsten Tag soll es für mich weiter nach Havanna gehen.

Ein bisschen traurig bin ich, dass ich für den Tipp der Lady keine Zeit habe – besonders, als ich auf meiner dreistündigen Fahrt nach Havanna rein zufällig dort vorbeikomme. Wie gerne wäre ich ausgestiegen und hätte mir die vielen bunten Häuser von Näherem angesehen. Aber schließlich wartet mit Havanna ja auch ein großes Abenteuer auf mich. Übrigens: Wer dort nicht wie ich übernachten will, kann morgens gleich mit dem ersten Bus in die Hauptstadt fahren und abends mit dem letzten Bus (Kostenpunkt jeweils 10 CUC) wieder zurück gelangen. Die Busse sind klimatisiert und auf dem neuesten Stand der Technik – ganz im Gegensatz zu den Bussen der Einheimischen, die von Touristen jedoch nicht benutzt werden dürfen. Aber auf Kuba ist eben alles ein wenig anders, das habe ich inzwischen gelernt.

Weitere Beiträge von Jana Zieseniß

Weitere Beiträge zu Kuba

Weitere Beiträge zu den Urlaubsarten: Strandurlaub, Kultururlaub

Aloha auf Hawaii!

Hawaii steckt voller Traumstrände, kulinarischen Highlight und Dingen die ihr...

Zum Artikel

Im Süden Gran Canarias

Ich war über Gran Canarias Vielfalt bei meinem ersten Besuch überrascht. Jede ...

Zum Artikel

Bibione: In der Lagune

Bibione war ursprünglich eine Ansammlung kleiner Inseln. Und die gilt es zu...

Zum Artikel

Reise ins Zwischenreich

Malta ist eine Welt zwischen den Welten, die Inselgruppe liegt zwischen Europa...

Zum Artikel

Pure Lebensfreude

Man muss Costa Rica einfach gerne haben: Atemberaubende Natur im Überfluss,...

Zum Artikel