Verfasst von Tim Chimoy am 11.11.2014

Kein Tag ist wie der andere auf Teneriffa

Ein Winterurlaub irgendwo im Warmen hat sich in unserer Familie über die Jahre zu einer Tradition entwickelt. Meist sind wir dazu weite Strecken geflogen, aber diesmal sollte der Urlaubsort näher sein. Kein langer Flug, aber trotzdem schön warm.

Dafür eignen sich wohl mit Abstand am besten die Kanarischen Inseln. Nach nur 4 Stunden Flug sind wir nun angekommen und völlig überrascht von den perfekten Temperaturen. Nicht zu warm, nicht zu kalt.

Fünf Tage haben wir Zeit, die Insel zu entdecken und zu schauen, ob wir all das hier finden.

Tag 1: ankommen und entspannen

Heute am ersten Tag entspannen wir einfach nur am Hotelpool. Zum Glück haben wir ein Zimmer in einem Ort im Süden der Insel, da der Himmel dort die meiste Zeit wolkenfrei ist. Bei unserer Ankunft auf dem nördlichen Flughafen Teneriffas sah das nämlich noch ganz anders aus. Der Wetterunterschied zwischen den beiden Inselhälften im Norden und Süden ist erstaunlich groß, was wohl vor allem an dem Teide liegt.

Tag 2: Vulkantour auf den Teide

Eigentlich heißt das Sprichwort ja „save the best for last“. Daran haben wir uns aber nicht so ganz gehalten. Am heutigen zweiten Tag geht es bereits auf den Vulkan der Insel. Allein dieser Ausflug ist schon die gesamte Reise wert. Wir sind früh morgens mit einem Mietwagen losgefahren. Nun geht es über die Serpentinenstraßen langsam immer weiter den Berg hinauf. Der Mietwagen ist übrigens mit 20 Euro am Tag gar nicht teuer und wir haben ihn gleich noch länger behalten.

Auf den unteren Berghängen ist die Insel noch recht grün und wir fahren häufiger durch saftige Tannenwälder. Je höher wir kommen, desto karger wird jedoch die Landschaft. Irgendwann durchbrechen wir die Wolkendecke und gucken statt auf den Atlantischen Ozean nur noch auf ein endloses Wolkenmeer. Ein unbeschreiblich schöner Ausblick.

Die Umgebung verwandelt sich immer mehr in eine Mondlandschaft. Oben angekommen denke ich mir, dass hier gut ein Film über die Mondlandung gedreht werden könnte. Auf der Bergkuppe sehen wir sogar Schnee, während unten im Tal zuvor noch 28 Grad herrschten. Die gesamte Tour auf den Berg und wieder runter dauert ungefähr 4 Stunden, wenn ihr oben genug Zeit haben wollt.

Tag 3: Ausflug nach Santa Cruz

Am dritten Tag sehen wir uns die Hauptstadt der Insel an. Santa Cruz ist eine Hafenstadt und anscheinend auch als Uni-Stadt bei Studenten sehr beliebt, es ist definitiv Action in den Straßen. Wir können dort erstaunlich gut Klamotten shoppen gehen: Es gibt eine lange, belebte Einkaufsstraße mit vielen guten Geschäften. Ich kaufe mir ein komplettes Outfit und gebe dafür keine 100 Euro aus. Es ist also kein Problem, hier Schnäppchen zu machen.

Mein Tipp: Ein Eis am Hafen essen und danach das Auditorio de Tenerife ansehen. Es wurde von einem meiner Lieblingsarchitekten entworfen: Santiago Calatrava. Es ist eine Konzerthalle und zugleich das Wahrzeichen der Stadt. Was es so besonders macht, ist die Architektur Calatravas, die aussieht wie aus einem Science-Fiction Film. Mich erinnert das Auditorio ein bisschen an eine riesige Haiflosse.

Tag 4: Bergdorf Masca

Am vierten Tag fahren wir mit einem Schiff von Los Gigantes zu einer Felsenschlucht. Wir können die Bootsfahrt direkt am Hafen von „Los Gigantes“ buchen. Sie kostet ungefähr 10 Euro pro Person. Ihr könnt dort übrigens auch Whalewatching buchen oder ihr lasst euch eben nur zur Schlucht fahren (was wir machen). Überraschenderweise lassen sich aber trotzdem ein paar Wale blicken. Was für ein Glück!

Von der Schlucht könnt ihr in das versteckte Bergdorf Masca wandern. Das Dorf liegt total idyllisch in den Bergen und lohnt sich, denn wir haben einen tollen Blick von felsig-zerklüfteten Bergen mit blauem Meer im Hintergrund, außerdem könnt ihr dort gut essen und bekommt eine Ahnung, wie die Dörfer auf der Insel früher einmal ausgesehen haben müssen.

Die Tour ist nicht wirklich anstrengend. Ein Weg, den ihr auch bequem schaffen könnt, wenn ihr nicht so viel Puste habt. Die Landschaft in den Bergen um Masca ist einfach beeindruckend, auch weil das Licht-Schatten Spiel wunderschön ist und ihr geniale Fotos machen könnt. Zwei Stunden sind wir den Berg hinaufgekraxelt.

In Masca gibt es ein paar gemütliche Restaurants zum Ausruhen, in denen ihr für unter 10 Euro eine Paella oder ein Steak essen könnt. Alkohol gibt es hier aber nicht (wegen der Serpentinenstraßen und der Unfallgefahr für Autofahrer).

„Los Gigantes“ bedeutet auf Deutsch übrigens „die Giganten“ und bezieht sich auf die riesigen Felsen, die an der Küste entlang verlaufen. 

Tag 5: Surferstrand Los Christianos

Den kompletten letzten Tag verbringen wir am Strand von Los Christianos und sehen den vielen Surfern zu, wie sie mit den Wellen kämpfen. Am Abend gibt es noch frischen Fisch im Restaurant Rincon del Marinero.

Mein Tipp: Nach dem Fang des Tages fragen! Der ändert sich täglich. Eine Reservierung oder Vorbestellung ist nicht nötig. Ich esse meine Leibspeise: gegrillter Tintenfisch. Sehr lecker dort. Am besten schmecken dazu papas arrugadas, typisch für die Insel. Das sind kleine, schrumpelige Kartoffeln, die in Meerwasser gekocht werden.

Gerne würde ich noch zwei oder drei Tage länger bleiben. Dass die Insel so abwechslungsreich ist, hätte ich vor dem Trip nicht erwartet.

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