Verfasst von Alex Mirschel am 21.11.2014

Kapstadt: Südafrikanische Lebensfreude zwischen Himmel und Ozean

Hoch oben, über den Dächern Kapstadts, ragt die majestätische Kulisse des Tafelberges hervor und wird sinnbildlich zum Bindeglied zwischen Himmel und Erde. Es wirkt fast, als hätte eine überirdische Kraft der wilden Metropole am Westkap eine schützende Grenze auferlegen wollen, um sie in geordneten Bahnen zu halten. Und tatsächlich hat sich viel getan in Südafrikas zweitgrößter Stadt, seit Nelson Mandela nach seiner Freilassung 1990 eine neue Ära für das gesamte Land ankündigte.

Wir laufen durch die koloniale Long Street mit ihren farbenfrohen Cafés und begegnen vielen lächelnden Gesichtern. Statt gefühlter Unsicherheit sind wir begeistert von der ansteckenden Herzlichkeit der Einheimischen. Kapstadt ist jung, weltoffen und bunt. Die Jazzklänge der Straßenmusiker begleiten uns hinab zum alten Hafen, um dessen historische Becken mit der „Victoria & Alfred Waterfront“ ein echter Besuchermagnet entstanden ist.

Postkarten-Kulisse mit launischer Wolkendecke

Auf einer Bank kommen wir mit einem älteren Südafrikaner ins Gespräch, der nach unseren Plänen für die nächsten Tage fragt. Als wir ihm erzählen, die Tour hinauf auf den Tafelberg als Highlight erst an unserem letzten Tag machen zu wollen, lacht er laut auf. „Wenn am Morgen die Sonne scheint und die Bergspitze nicht durch Wolken verdeckt ist, dann macht euch sofort hinauf“, lautet sein Ratschlag. Tatsächlich verschwindet das Bergmassiv an vielen Tagen hinter einer dichten Wolkendecke, die wie von Zauberhand an den beeindruckenden Sandsteinwänden haften bleibt.

Wer sich nicht der sportlichen Herausforderung eines Aufstiegs stellen möchte, erreicht die Aussichtsplattform des weltbekannten Tafelberges auch bequem mit der Seilbahn (ca. 8 EUR je Strecke, erste Auffahrt um 08:00 Uhr), deren Gondeln sich während der rund siebenminütigen Auffahrt um 360 Grad drehen und einen tollen Rundumblick gewähren. Oben angekommen sorgen die vielen anderen Besucher bei uns für einen kurzen Schock, doch schon nach wenigen Schritten gewinnt das spektakuläre Panorama unsere alleinige Aufmerksamkeit – atemberaubend!

Kapstadts Vielfalt mit dem offenen Doppeldecker-Bus erkunden

Nicht minder beeindruckt sind wir von den bildschönen Stränden Kapstadts, die pünktlich zum Sonnenuntergang in ein funkelndes Farbenspiel tauchen und fast schon surreal kitschig wirken. Die beste Möglichkeit, Kapstadts Highlights zu erkunden, bieten die roten Doppeldecker-Busse mit offenem Verdeck, die alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt im 15-Minuten-Takt ansteuern. Besonders empfehlenswert ist das vergünstigte 2-Tages-Ticket (ca. 18 EUR), bei dem auch eine Nachttour sowie eine Bootsfahrt auf dem Hafenkanal kostenlos enthalten sind.

Langeweile ist für uns in Kapstadt ein absolutes Fremdwort, kaum eine andere Stadt lockt mit einer vergleichbaren Vielfalt wie die frisch gekürte Welt-Designhauptstadt. Die bunten Häuser im historischen Bo-Kaap Viertel, die Leckereien auf dem Bay Harbour Market in Hout Bay, die lebendige Geschichte der Gefängnisinsel Robben Island oder eine geführte Tour durch die Townships (zum Beispiel mit „The Township Sisters“) sind nur eine kleine Auswahl der unzähligen Möglichkeiten.

Ganz zu schweigen von den natürlichen Schönheiten direkt vor Kapstadts Haustür, die oft nur einen Steinwurf entfernt liegen. Mit dem Ozean im Blick fahren wir den Chapman’s Peak Drive entlang, der unter Kennern als schönste Küstenstraße der Welt gilt, um kurz darauf ein Erinnerungsfoto am berühmten „Kap der guten Hoffnung“ zu machen. Als sich nach einem Stopp an der Pinguinkolonie des Boulders Beach langsam wieder der Tafelberg vor uns aufbaut, bedarf es keiner weiteren Worte: Es ist um uns geschehen, Kapstadt hat sich für alle Ewigkeit in unsere Herzen gebrannt.

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