Verfasst von Cornelia Lohs am 14.06.2017

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Aktivurlaub Natururlaub Irland

Irland – vier Highlights, die nicht in jedem Reiseführer stehen

Skellig Michael: im Zeichen der Macht

Von wegen, die See ist heute ruhig! Mein Magen fährt Achterbahn, als wir mit dem kleinen Boot von Portmagee nach Skellig Michael übersetzen. Werde ich die Fahrt überstehen, ohne mein Frühstück den Fischen zum Fraß vorzuwerfen? Als wir die Insel erreichen, stelle ich mit Schrecken fest, dass es keine richtige Anlegestelle gibt und wir von Bord auf die Felsen springen müssen. Meine Knie sind weich, als ich zum Sprung ansetze, aber zum Glück schaffe ich es ins Trockene. Über uns befindet sich das am schwersten zugängliche Kloster Irlands. Fast 700 Stufen führen hinauf zu der Mönchssiedlung, die im 6. Jahrhundert errichtet wurde. Die steilen Treppen sind ausgetreten und verwittert. Ein Geländer gibt es nicht, und zur rechten Seite fällt der Fels schwindelerregend steil zum Meer ab. „Jetzt bloß nicht nach unten gucken“, denke ich, und konzentriere mich auf die Stufen. Nach einer gefühlten Ewigkeit komme ich oben auf dem Plateau an, wo Kapellen, Grabsteine, Kreuze und Bienenkorbhütten stehen. Ein perfektes Versteck für Luke Skywalker – 2014 wurde hier die Schlussszene von Star Wars Episode VII „The Force Awakens“ gedreht. Mit dem „Erwachen der Macht“ ist auch Skellig Michael wieder erwacht, die seitdem zum beliebten Pilgerziel von Star-Wars-Fans geworden ist. Von Menschen wimmelt es hier trotzdem nicht, denn ins Boot passen höchstens 13 Personen. Die Touren finden von Mitte Mai bis Anfang Oktober statt und kosten 35 Euro pro Person.

Healy Pass: auf Serpentinen quer über die Beara-Halbinse

Jeder Irland-Besucher schwärmt vom Ring of Kerry, ich dagegen finde die weniger befahrene, 140 km lange Panoramaküstenstraße Ring of Beara mit ihren steilen, zerklüfteten Klippen und tiefen Schäreneinschnitten viel schöner. Einer der schönsten Abschnitte ist der Healy Pass über die Caha Mountains. Die 12 km lange Gebirgsstraße, die sich auf 330 Meter Höhe hinauf windet und quer über die Beara-Halbinsel führt, begeistert uns immer wieder. Auch im Sommer sind hier nur wenige Autos unterwegs und uns bietet sich ein atemberaubender Blick über Berge, romantische Seen und jede Menge grasende Schafe.

Birr Castle Telescope: den Sternen so nah

Schon von weitem sehen wir im Park von Birr Castle in den Midlands das gigantische Teleskop Leviathan. Der Mathematiker William Parsons, 3. Earl of Rosse, richtete 1826 im Schlosspark ein Observatorium ein, wo er mit einem selbst hergestellten Spiegelteleskop Sternhaufen und planetarische Nebel beobachtete. Um näher an die Nebel heranzukommen, baute er den Leviathan mit einem Hauptspiegel von 1,83 m im Durchmesser. Damit gelang es ihm, die Struktur von Spiralnebeln zu erforschen. Der Leviathan war bis 1917 das größte Teleskop der Welt. Von 1994 bis 1999 wurde es mit einem neuen Spiegel und elektronisch gesteuerten Motoren ausgestattet und ist heute wieder so funktionsfähig wie damals. Im Science Center in den ehemaligen Stallungen erfahren wir alles über die Baugeschichte und Funktionsweise des Teleskops (Eintritt 9 Euro).

Dún Aengus auf Inishmore, die spektakulärste archäologische Stätte Irlands

Nur wenige Besucher zieht es nach Inishmore, größte Insel der Aran Islands, auf der noch gälisch gesprochen wird. Wir sind für zwei Tage hier, denn wir lieben einsame Inseln. Hauptattraktion ist die Festung Dún Aengus aus vorchristlicher Zeit, die an der Kante einer Steilklippe liegt, die fast 100 m tief in den Atlantik stürzt. Oben angekommen wage ich mich bäuchlings bis an den Rand der Klippe – stehend wäre ich nicht schwindelfrei. Die spektakuläre Sicht über die Bucht von Galway entschädigt den mühseligen Aufstieg. Die Landseite bietet einen einmaligen Blick über Inishmore, wo sich tausende Steinwälle in parallelen Linien über die Insel ziehen, sie in winzige Felder teilen und ihr das Aussehen einer Steinwüste verleihen.

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