Verfasst von Katja Wegener am 17.01.2017

Intensives Schwarz im Licht skurriler Formationen – Lanzarote

Oder sollte ich besser sagen: Dort, wo der Frühling Urlaub macht? Bizarre Felsformationen, intensive Farben und ein samtiger Duft schwarzer Lava. Klingt das komisch? Mag sein, doch es sind genau diese Empfindungen, die mich überwältigen und verzaubern, während ich auf bizarrer Lava stehe. Ich spüre die letzten, noch wärmenden Sonnenstrahlen des Tages auf meiner Haut und rieche die, an die Felsen klatschende Gischt. Besonders imposant ist der Sonnenuntergang hier, an der Westküste Lanzarotes in Los Hervideros. Einem Lava-Labyrinth, dass zum Felserkunden einlädt. Und geträu dem Motto: „Wenn die rote Sonne im Meer versinkt,…“ sitze ich hoch über dem Meer und genieße den Blick.

Lanzarote – Reiseziel mit Fragezeichen

Die Herausforderung war: finde ein Reiseziel an dem sich kaum besuchte Strände, spannende Natur und ein Hauch von Kultur verbinden lassen. Es soll bitte angenehm warm sein, so dass auch die ein oder andere Wanderung machbar ist, nicht allzu weit weg von Deutschland und gefahrlos per Mietwagen zu erkunden sein. Gesucht und Lanzarote gefunden.

Gefühlt ist auf Lanzarote immer Frühling

Sanft weht eine kühle Brise vom Meer hinauf auf das imposante Schwarz der erkalteten Lava. Hier trifft der Begriff Genussreisen perfekt und diese kann ich auf der kleinen, dunklen Kanareninsel wunderbar genießen. Denn dank des Künstlers Cesar Manrique gibt es wunderbare Gegensätze zum intensiven Lavaschwarz. So sind alle Häuser schneeweiß getüncht und an allen Ecken sorgen seine bunten Kunstgegenstände für gute Laune.

Interessantes über das Leben und Wirken, des wohl berühmtesten Sohn der Insel erfahre ich in der Fundación César Marique (Calle Jorge Luis Borges 10, in Tahiche, www.fcmanrique.org).

Für 8,- € Eintritt erlebe ich im ehemaligen Privathaus des Künstlers, wie er eine wunderbare Verbindung von Natur und Architektur mit Formen und Farben geschaffen hat. Übrigens, das Haus ist in einem erkalteten Lavatunnel gebaut. Ich kann es kaum glauben, denn hier ist alles hell und freundlich. Gefühlt ein kompletter Spiegel der gesamten Insel, die er so prägte.

Lanzarote – grün

Naturbelassen, doch auch erbaut durch einen Vulkan. Die Cueva de los Verdes. 7,5 km langer Lavatunnel, Piratenversteck, Konzertsaal oder doch Kunstwerk? Eigentlich ist das unterirdische Tunnels System, im Nord-Osten, alles zugleich.

Mich persönlich fasziniert der wunderbare Klang, denn bei meinem Besuch, der nur als Führung funktioniert, werde ich mit gregorianischen Gesängen empfangen. Die Akustik ist einzigartig, im El Refugio. So stelle ich mir eine natürliche Kathedrale vor.

Sogar hier unten trägt die ausgeklügelte Lichtinstallation die Handschrift Manriques. Überall empfinde ich Tageslicht. Allerdings der Schein trügt, wie übrigens des Öfteren in dieser Höhle. Warum, soll ein Höhlengeheimnis bleiben ☺ doch die persönliche Erforschung lohnt sich.

Zu diesem unterirdischen Höhlensystem gehört auch, in unmittelbarer Küstennähe, die Jameos del Aqua. Eine Vulkanhöhle, in der ich neben einem leckeren Abendessen auch ein landestypisches Folklorekonzert erleben darf. Jeden Samstag ist das möglich. Dann bleibt die Höhle bis 0:30 Uhr für seine Besucher geöffnet.

Für Fischliebhaber ein echter Höhepunkt, Vegetarier und Fleischliebhaber, kommen eher weniger auf ihre Kosten.

Doch auch so lohnt sich ein Besuch. Mein persönlicher Tipp: abends wird alles wunderschön illuminiert und es sind deutlich weniger Besucher vor Ort, als unter tags.

Lanzarote – natürlich

Es fühlt sich an, wie ein Tanz auf dem Vulkan. Klein und unwichtig fühle ich mich, als die Bustour durch den Timanfaya Nationalpark führt. (Ist täglich von 9-17:45 geöffnet. Im Preis von 9,-€ ist die Bustour inkludiert)

Eine Region aus Feuerbergen, mit noch aktivem Vulkanismus, die Lanzarote sein heutiges Gesicht verliehen hat. Zum Schutz der empfindlichen Natur, ist der zentrale Teil der Montanas des Fuego, nicht zu betreten. So warm wie meine Füße bereits im „neutralen“ Gebiet werden, bin ich auch wirklich froh darüber.

Gigantisch liegt sie da, die zerklüftete und doch teilweise ganz glatte, schwarze Masse. Heute ist die Lava erkaltet, zumindest oberflächlich. Doch wie ruhig ist die Natur dort unten wirklich?

Eindrucksvoll wird mir mittels Dampffontänen und auf der ausströmenden, heißen Vulkanluft gegrillten Hähnchen, vor Augen geführt dass nur wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche die Temperaturen über 100 Grad liegen.

Samstags lassen sich die so gegarten Hähnchen im direkt angrenzenden Restaurant El Diablo bestellen. Mir persönlich ist es in diesem von Manrique entworfenen eckenlosen Flachbau zu touristisch, auch wenn der Ausblick über die Feuerberge gigantisch ist.

Lanzarote – kulinarisch

Köstlich – Papas arrugadas. Ob in grüner oder roter Soße gedippt, salzig scharf sind diese typisch kanarischen Kartoffeln einfach lecker. Im Sonnenuntergang, direkt am Meer im winzigen Fischdörfchen El Golfo genossen, bekommt der Begriff genießen gleich eine noch intensivere Bedeutung. Ruhig und beschaulich geht es hier zu. Ein wunderbarer Ausklang meines Tages, den ich für eine Wanderung entlang der Küste über wild zerklüftete Lavazungen unternommen habe.

Eine Tour mit faszinierenden Ausblicken über schwarze Felder, der erkalteten Lava. Von glatt bis scharfkantig schroff. So ziemlich jede Formation verlangt wahrlich Trittsicherheit. Lanzarotes abwechslungsreiche Landschaft lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden.

Lanzarote und der Weinbau

Vom Städtchen Tias bis nach Uga, führt mich meine Wanderung, quer durch das Weinanbaugebiet La Geria im Inselinneren.
17km verläuft die Strecke über leichte Anhöhen, die mir einen ungehinderten Blick auf die eindrucksvollen, geometrischen Muster der grünen Reben in ihren schwarzen Lavamulden ermöglichen. Weinbau, wie es ihn nur auf diesem Inselchen gibt. Und das fertige Produkt gibt den Winzern recht.

Lanzarote – eine Landschaft wie auf dem Mond

Einziger Nachteil, den ich auf der nördlichsten Kanaren-Insel finden kann. Wenn der Wind die Sonne mittels Wolken verhüllt, verschwinden die faszinierenden Farben des Islands. Zügig macht sich in dieser Wetterlage das Gefühl von einem Ausflug auf dem Mond breit. Denn ohne klare Sonnenstrahlen verschwindet das bunte Strahlen Lanzarotes.
Glücklicherweise aber weht der Wind hier eigentlich immer, so dass auch Wolken oft nur von kurzer Halbwertzeit sind.
Zusätzlich lässt sich dieser Inselnachteil auch umgehend in einen Vorteil verwandeln.

Also gehe ich wandern, was deutlich angenehmer ist, wenn die Sonne nicht ungehindert vom Himmel strahlt. Stellt sich die Frage, wohin führt Ihr nächster Urlaub?

Hotelempfehlungen von Katja Wegener

Weitere Beiträge von Katja Wegener

Weitere Beiträge zu Lanzarote

Weitere Beiträge zu den Urlaubsarten: Wellnessurlaub

Thalasso auf Juist

Elke Weiler nimmt uns mit auf die Insel Juist, wo Sie von Ihrer Thalasso-Kur an ...

Zum Artikel