Verfasst von Nicole Aupperle am 24.03.2015

Inselhüpfen auf den Kanaren

Eine Woche lang haben wir die Insel des ewigen Frühlings, wie Teneriffa häufig genannt wird, mit dem Mietwagen erkundet. Wir fuhren durch den Nationalpark am Teide, badeten an weißen und schwarzen Stränden oder in den Felsschwimmbecken an den zerklüfteten Küsten im Norden. Doch dann wollen wir mehr sehen.
Ich höre von der Fähre, die zu den kleineren Kanarischen Inseln hinüberfährt: El Hierro, La Palma und La Gomera. Alle drei Inseln sind nur einen Katzensprung von Teneriffa entfernt. Die Idee vom Inselhüpfen gefällt mir so gut, dass wir uns ein Ticket für den nächsten Tag kaufen. Die 50-minütige Überfahrt kostet einfach 32 Euro pro Fahrt, ein fairer Preis für eine 50-minütige Überfahrt (Hin- und Rückfahrt 64 Euro).

Mit der Fähre von Teneriffa nach La Gomera

Am nächsten Tag stehen wir am Hafen von Los Cristianos im Süden von Teneriffa, von hier aus fährt die Fred-Ohlsen-Fähre viermal täglich hinüber zu den Inseln. Da wir noch ein bisschen Zeit haben, probieren wir noch ein paar der typisch kanarischen Tapas in der kleinen Strandbar, direkt neben dem Hafen: grüne Mojo-Soße, Paprika und papas arrugadas – kleine Salz-Runzelkartoffeln (ca. 10 bis 15 Euro). Mit dem Geschmack der Kanaren auf der Zunge kann die Reise nach La Gomera losgehen. Schon die Überfahrt ist ein Erlebnis: Hinter uns liegt die karge Vulkaninsel mit den schneeweißen Hotels, die sich wie Perlen einer Kette aneinanderreihen, und vor uns die unendliche Weite des Ozeans. Wer Glück hat, sieht Delfine neben der Fähre auf- und abspringen.

Nach einer Stunde kommen wir im Hafen von San Sebastian de La Gomera an. Wer will, kann weiter mit der Fähre bis nach La Palma fahren. Wir haben uns entschlossen, für eine Nacht hier zu bleiben, um mehr von der Insel zu sehen und eine Whale Watching Tour zu machen. Vom Hafen fährt ein Bus auf die Westseite in den beliebten Urlaubsort Valle Gran Rey. Es geht Serpentinen hinauf und hinunter. Wem auf der Fähre nicht übel wurde, dem machen spätestens die kurvigen Straßen zu schaffen.Tipp: Bei Übelkeit im Auto am besten einen unbeweglichen Punkt fixieren, beispielsweise den Sitz des Vordermanns. Dann allerdings verpasst ihr die wunderbare Aussicht. Im „Tal des großen Königs“, wie das Valle Gran Rey übersetzt heißt, schmiegen sich Dattelpalmen an die steilen Bergwände und die Luft riecht nach einem Gemisch aus Meer, Gestein und Bananenstauden.

Whale Watching auf La Gomera

Von dem kleinen Hafen im Valle Gran Rey starten um 11 Uhr morgens Whale Watching Touren. Die drei- bis vierstündige Tour kostet inklusive einem leckeren Mittagessen auf dem Boot ca. 35 Euro. Tickets erhaltet ihr direkt am Hafen.

Noch nie habe ich Wale in freier Natur gesehen, diesen langersehnten Traum kann ich mir nun erfüllen. Mit dem Boot fahren wir hinaus vor die Küste von La Gomera. Es dauert nicht lange, bis wir die ersten Wale sehen: „eine Gruppe Jungtiere“, sagt der Guide. Gleichmäßig schwimmen die sanften Meerestiere synchron nebeneinander her, ab und zu prusten sie Wasser aus ihrem Blasloch. Das gleichmäßige Atmen der Wale zu hören, ist geradezu „atemberaubend“. „Weiter draußen sind noch mehr!“, ruft jemand und unser Boot fährt langsam weiter. Um die Wale nicht zu erschrecken, wird der Motor ausgeschaltet. Die Veranstalter nehmen Rücksicht auf die Tiere. Wir sehen eine Gruppe von Grindwalen. Sie fühlen sich im seichten Gewässer vor der Westküste von La Gomera besonders wohl, da sie hier weder Feinde haben, noch die Fähren in die Quere kommen. Völlig fasziniert schaue ich auf die Meerestiere. Zum krönenden Abschluss der halbtägigen Bootstour springen wir in einer ruhigen Bucht ins glasklare Wasser. Wenn es den perfekten Tag gibt, dann ist dieser Tag für mich ein absoluter Top-Favorit.

Alternative zur Fähre: mit dem Propellerflugzeug von Insel zu Insel

Wer Lust hat, kann mit der Fähre weiter nach La Palma fahren (ca. 2 Stunden) oder aufs Flugzeug umsteigen. La Gomera besitzt keinen internationalen Flughafen. Es gibt nur eine einzige Landebahn, die gerade mal 1.000 Meter lang ist und von der einheimischen Fluggesellschaft Binter angesteuert wird. Hier starten und landen kleine Propellermaschinen nach und von Teneriffa. Wer Lust auf eine weitere Kanarische Insel hat, der kann von Teneriffa auch weiter nach La Palma fliegen. Von Insel zu Insel zu hüpfen, ist ein Kinderspiel und lohnt sich, denn jede der Kanarischen Inseln ist für sich einzigartig. Ich persönlich bevorzuge die Fähre, denn nirgendwo fühlt sich Freiheit grandioser an als auf einem Schiff im Ozean.

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