Verfasst von Lea Hajner am 24.11.2014

Innsbruck: zwischen Stadttreiben und Bergpanorama

„Sehr geehrte Damen und Herren, in wenigen Minuten erreichen wir Innsch-bruck-ck Hauptbahnhof“ Ein erster Blick aus dem Zug offenbart euch sofort das Wichtigste, was ihr über Innsbruck wissen müsst: Die Stadt lebt von ihrem Bergpanorama. Steigt ihr aus dem Zug, betretet ihr das heilige Land Tirol, wie es oft mit ein wenig Selbstironie genannt wird. Das heißt auf jeden Fall, dass ihr euch besser gleich in den Dialekt einhören solltet. Und auch der Magen darf erste Freudensprünge machen, denn die Tiroler Küche ist nicht nur für hungrige Skifahrer ein Hochgenuss. Aber all das weiß meine Freundin Anna bereits, als ich sie am Bahnhof willkommen heiße. Es ist ihr erster Besuch in meiner neuen Wahlheimat, aber gehört hat sie bereits viel von mir.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten befinden sich alle in Gehweite in der Altstadt. Ein guter Startpunkt für unseren Stadtspaziergang ist das Goldene Dachl, ein auffälliger Balkon, der sich am Beginn der zentralen Einkaufsstraße, der Maria Theresienstraße, befindet. Diesen hat Kaiser Maximilian sich seinerzeit errichten und mit 2.657 vergoldeten Kupferschindeln schmücken lassen. Hier vor dem Wahrzeichen Innsbrucks haben wir alles in Reichweite, was unser Herz begehrt: schicke Boutiquen, den Swarovski Store, alte traditionelle Handwerksläden und schrille Touristenshops. Wir ziehen an den kitschigen Tirolerhüten und jodelnden Teddybären vorbei und schauen bei Marianne im Feinheiten Laden (Pfarrgasse 8) vorbei. Hier gibt es einzigartige Produkte, die die Besitzerin mit viel Liebe aussucht. Wie zum Beispiel die kleine Ledertasche des Tiroler Labels grga, die Anna sich als Souvenir kauft.

Panoramablicke aus der Stadtmitte

Vom nahegelegenen Kaffeehaus am Stadtturm haben wir einen wunderbaren Blick auf die Altstadt und die Berge. Ebenfalls beliebt ist das 360-Grad-Cafe oberhalb der Rathaus Galerien, für das wir uns entscheiden. Hier müssen wir keinen Eintritt zahlen und können auch an der frischen Luft sitzen. Im verglasten Pavillon nippen wir an einem Glas Wein („Darf’s ein Weiß Sauer sein?“ – so heißt die Weißweinschorle hier). Für mich darf es heute ein Hugo sein, das sommerliche In-Getränk mit Holundersaft, Sprudel und frischer Minze.

Pssst! Sag’s durch den Flüsterbogen

Etwas versteckt liegt der geheimnisvolle Flüsterbogen in der Hofgasse Nummer 12. Wer auf der einen Seite in den Bogen flüstert, wird nur von der Person gehört, die ihr Ohr an das andere Ende hält. Ein Must-do, das nicht so schnell im Reiseführer zu finden ist. „Schön, dass du da bist!“ flüstere ich ins eine Ende, bevor wir lachend weiterziehen.

Ist die Altstadt mal entdeckt, müssen wir eine Entscheidung treffen: Auf welchen der vielen Hausberge Innsbrucks soll es gehen? Denn ein Ausflug auf den Berg ist meiner Meinung nach Pflicht für jeden Besucher Innsbrucks. Nirgendwo sonst bekommt man einen besseren Blick auf die Alpenmetropole und nirgendwo sonst ein besseren Eindruck vom Lebensstil der Innsbrucker.

Bergisel oder Nordkette?

Im Süden wartet der Bergisel mit der berühmten Sprungschanze auf Besucher. Die Sprungschanze selbst ist für Besucher geöffnet und vom Café, das oben am Absprung liegt, hat man einen guten Blick auf die Stadt und die massive Gebirgskette dahinter. Am Fuße des Bergisel ist das restaurierte Riesenrundgemälde zu sehen, ein Panoramabild, das die vom Nationalhelden Andreas Hofer angeführte Schlacht um Innsbruck im Jahre 1809 darstellt.

Genau gegenüber geht es mit den Nordkettenbahnen rasant schnell in luftige Höhen. In nur ca. einer halben Stunde steht man von der Altstadt aus nun auf 2000 m. Im Winter sausen hier die Ski- und Snowboardfahrer den Berg hinab. Im Sommer treffen sich Wanderer, Kletterer und Mountainbiker wieder. Wer kein Sportgerät mitbringt,kann ganz einfach den Ausblick im Liegestuhl genießen und sollte auch unbedingt einen leckeren Apfelstrudel im Restaurant verkosten. Anna entscheidet sich für meinen Lieblingsberg, die Nordkette, und so genießen wir am Nachmittag die Sonne und den Ausblick im Liegestuhl.

Après-Berg

Da wir mittags noch eifrig durch die Stadt spaziert sind, kommt nun langsam der Hunger auf. Die regionale Küche ist typisch deftig, traditionelle Gerichte sind zum Beispiel Knödel, Spätzle, Schweinsbraten oder auch Pizza. Bei Letzterem kann man bereits die Nähe zu Italien rausschmecken. Wir haben Lust auf Pizza und kehren in der schicken Pizzerei am Boznerplatz ein. Gut, dass ich bereits vor einigen Tagen einen Tisch für zwei reserviert habe.

Um den Abend mit Bergpanorama ausklingen zu lassen, gehen wir noch auf einen letzten Drink in die Adlers Bar (Brunecker Straße 1). Hier, hoch über der Altstadt, hat man wieder alles im Blick: das nächtliche Treiben der Stadt und die Ruhe, die die Berge ausstrahlen und die Stadt zeichnen.

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