Verfasst von Anne Steinbach am 22.06.2015

Indonesien: Von pinken Stränden und Komodos auf Flores

Blaues Meer, bunte Korallenriffe, warmes Wasser und pinkfarbener Strand: Was wir als Wandtapete aus deutschen Hobbykellern kennen, ist Realität auf Flores – und in diesem Paradies verbringe ich die nächsten Tage.

Abenteuerstart auf dem Boot

Aufgeregt winken Ayo und Edo vom Boot. So schnell kann ich gar nicht laufen mit meinem riesigen Rucksack auf dem Rücken. Ob wir alle auf das Boot passen? Zusammen mit den 5 Tonnen an Rucksäcken? Unsere Schiffsjungs sehen die Sache nicht so eng, das passt schon alles.

Ich habe ein wahres Abenteuer vor mir: Zwei Tage verbringe ich auf einem verhältnismäßig kleinen Boot und schippere durch die Gewässer von Flores, um mir Komodowarane auf Rinca und Komodo anzuschauen und mir eine ordentliche Strandbräune zu holen. Die Tour kostet inklusive Essen und Trinken rund 500.000 Rp. (ca. 35 Euro). In der größten Stadt auf Flores, in Labuhan Bajo, befinden sich mehrere Anbieter dieser Tour direkt in Hafennähe. Die Ausflüge variieren wenig – weder vom Preis, noch von der Verpflegung und schon gar nicht vom Programm her.

Flores ist eine der kleinen Sundainseln und liegt westlich von Bali in Indonesien. Bekannt ist Flores als wunderbarer Tauchort und vor allem durch die zwei Inseln, Komodo und Rinca, auf denen noch einige der vom Aussterben bedrohten Komodowarane leben. Wir stechen in See und werden mit Kaffee, Tee und Bananen begrüßt.

In der Stille von Kanawa Island

Edo wirft den Anker ins Wasser und gibt das Kommando: „Schnorcheln!“ Ohne mit der Flosse zu zucken, springe ich in das angenehm warme Meer und traue meinen Augen kaum. Ich bin umgeben von einem riesigen Fischschwarm, erblicke Feuerfische mit ihren rot-weißen Streifen und die durch das Wasser schwebenden Fäden an ihren Körpern. Die Korallen sind bunt und wirken surreal. Aber hier ist alles echt auf Kanawa – und das hat einen einfachen Grund: Der Tourismus auf der Insel ist eingeschränkt. Es befindet sich nur ein richtiges Resort auf der Insel, und jeder Urlauber muss beim Betreten einen Eintritt von 50.000 Rp. (etwa 3,50 Euro) zahlen. Der Steg auf Kanawa ist mit „Fatboys“ (Sitzsäcken) und Hängematten ausgestattet. Es gibt einfach nichts Schöneres, als hier zu liegen und sich die durch die Bambusdächer blitzende Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen.

Ein Ort wie Jurassic Park: Rinca

Von weitem kann ich sie schon erspähen: Rinca. Die Insel wirkt wie die perfekte Kulisse für einen weiteren Teil von Jurassic Park. Die scheuen Komodowarane, übrigens die weltweit größten Echsen, sind die Attraktion hier. Schon beim Betreten des Naturparadieses erblicke ich ein stattliches Exemplar, das in der Sonne döst und uns Urlaubern keine Aufmerksamkeit schenkt.

Der Ranger, der mich über die Insel führen will, steht bereits mit einer Holzgabel vor mir, als Schutz vor den Echsen, und ist bereit. Ich bin mir da noch nicht so sicher – 5 Kilometer Fußweg in 35 Grad Hitze stehen mir bevor …

Nach ein bisschen Zögern mache ich mich auf und werde mit einer einmaligen Landschaft belohnt: ausgetrocknete Flussbetten, Wasserbüffel, die sich im Schlamm suhlen, kleine und große Berge und natürlich wilde Komodowarane.

Die Schiffsjungs haben in der Zwischenzeit schon ein typisch indonesisches Mittagessen gezaubert: Reis, Tofu, Fisch und gedünstetes Gemüse warten auf mich, als ich völlig erschöpft und mit frischem Sonnenbrand auf der Haut wieder an Bord des Bootes gehe.

Im pinken Sand von Pantai Merah

Das Boot setzt sich wieder in Fahrt, eine angenehm frische Brise streicht mir durchs Haar und in der Ferne kann ich schon das nächste Highlight auf meiner Bootstour erblicken: pinkfarbener Sand. Pink! Der Pantai Merah, der rote Strand, hat tatsächlich pinken Strand, weil die Korallenriffe hier so farbenfroh sind, dass sie den gesamten Sand in einen Hauch von Zartrosé einfärben.

Über uns die Flying Foxes

Wir tuckern durch das Gewässer und lassen den Tag so langsam Revue passieren, während die Sonne peu à peu im Meer versinkt. Edo wirft den Anker. Wir haben unsere Schlafposition für heute Nacht erreicht. Es ist ein ruhiger Punkt inmitten von Hügeln, die aus dem Meer ragen. Hier, sagt Edo, fliegen am Abend die Flying Foxes durch die Luft.

Flying Foxes, das sind riesige Fledermäuse, die am Abend ihr Zuhause irgendwo vor Flores verlassen. Und genau die schwirren jetzt über unseren Köpfen durch die Luft. Wir sitzen zusammen auf dem Dach des Bootes und bewundern das Naturschauspiel, bevor wir zufrieden in die Kissen sinken und unter freiem Himmel schlafen.

Guten Morgen, Sonnenschein

Es ist 5:30 Uhr am Morgen. Die Sonne kitzelt meine Nase. Ich liege unter freiem, wolkenlosem Himmel, rechts und links von mir färbt sich alles so langsam in Orange – die Sonne geht auf und damit startet der zweite Tag im Flores-Abenteuer.

Nach einem reichhaltigen Frühstück aus Erdnussbutter und frittierten Bananen schippert unser Boot in Richtung der Komodo Insel. Hier werden wir direkt von einer Schlange im Baum begrüßt. Hallo, Natur!

Wir machen uns, wieder zusammen mit einem Ranger, auf einen 4 Kilometer langen Marsch über die Insel.

Komodo ist weniger Jurassic Park und mehr Insel mit tollem Ausblick auf den Ozean. Auch hier erblicken wir drei wilde Komodowarane, die sich langsam durch den Sand schleppen. Ein wahres Naturschauspiel.

Den Mantarochen „Hallo“ sagen

Doch das war noch lange nicht alles von unserem Abenteuer in Flores. Nein, denn das Abenteuer ist erst perfekt, wenn Mantarochen beim Schnorcheln am Boden des Meeres ihr Unwesen treiben. Genau die erblicke ich zwischen Komodo und Kanawa. Direkt unter mir wirbeln sie den Sand am Boden des Meeres auf.

Zufrieden kommen wir mit den letzten Sonnenstrahlen im Hafen von Labuhan Bajo an und lassen den Abend mit einem kühlen Cocktail in der Bar „The Lounge“ ausklingen. Hier treffen sich nicht nur sonnengebräunte Touristen, die frisch von einem Boot wie unserem steigen, sondern auch Taucher, Einheimische und andere Reisende.

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