Verfasst von Alex Mirschel am 6.07.2015

Indonesien: Lombok und Gili Islands – zwischen Idylle und Vielfalt

Seit vielen Jahren gilt Bali als Indonesiens Aushängeschild in Sachen Tourismus, doch mit der steigenden Anzahl an Urlaubern aus aller Welt ist der ursprüngliche Charme der Götterinsel zunehmend verloren gegangen. Reisende, die zuletzt vor 20 Jahren auf Bali unterwegs waren, erleben heute ihr blaues Wunder und suchen daher nach Alternativen. Dabei liegt die Lösung nur rund 100 Kilometer Luftlinie entfernt.

Lombok ist viel mehr als nur die „kleine Schwester“ und bietet im Vergleich zur weltbekannten Nachbarinsel jede Menge authentische Begegnungen und unberührte Natur. Dennoch gibt es auch hier mittlerweile eine feine Auswahl an Unterkünften in allen Kategorien. Allen voran der Küstenstreifen von Senggigi und Mangsit gilt als touristisches Zentrum von Lombok. Wir starten unsere Erkundungstouren von hier aus und gönnen uns einen privaten Fahrer für Tagesausflüge (etwa 35 Euro pro Tag).

Gastfreundschaft und großzügige Geschenke

Vorbei an Kakao-Plantagen und kilometerlangen Reisfeldern führt uns „Charles“, der im Pass sicher einen exotischeren Namen stehen hat, zu einer Gruppe Fischer. Sie begrüßen uns mit einem breiten Lächeln und widmen sich dann wieder dem grammgenauen Abwiegen ihres überschaubaren Tagesfanges, der fair auf alle vier anwesenden Familien aufgeteilt wird. Die Gastfreundschaft der Einheimischen ist bemerkenswert, immer wieder werden wir „Langnasen“ herzlich empfangen.

Selbst ärmere Bauernfamilien bieten uns zwei ihrer drei Bananen an und bringen uns in Verlegenheit, dieses großzügige Geschenk nicht annehmen zu können. Charles erklärt uns, dass es das Wort Tourismus in der Sprache der Sasak gar nicht gebe. Und will diese Belehrung als Antwort auf unsere unsicheren Blicke verstanden wissen. So ist es auch kein Wunder, dass es auf den Märkten keine Designer-Fälschungen aus China gibt, sondern Produkte für die lokale Bevölkerung: Säcke voller Reis, wild zappelnde Hühner, Obst und Gemüse.

Sehenswürdigkeiten: Wasserfälle und unheilige Affen

Nur an den bekannteren Sehenswürdigkeiten von Lombok treffen wir auf eine ernst zu nehmende Ansammlung an kleinen Shops mit westlichen Softdrinks und Snacks für Touristen. Zu den Highlights gehören beeindruckende Wasserfälle wie Sendang Gile und Tiu Kelep, die ihr bei einer Wanderung mit einem einheimischen Guide entdecken könnt. Selbst einen „Monkey Forest“ gibt es, wobei die Affen auf der muslimisch geprägten Insel Lombok weder angehimmelt noch in besonderer Weise vermarktet werden. Ein Besuch kostet nicht mal Eintritt, es geht eben eine ganze Spur ursprünglicher zu.

Schöne Strände gibt es auf Lombok natürlich auch, vor allem Mawun Beach im Inselsüden hat uns richtig begeistert. Doch für echtes Beach-Feeling lohnt sich ein Übersetzen auf die winzigen Gili Islands, die unmittelbar vor der Nordwestküste liegen. Die drei Sandinseln, die nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegen, haben heute noch Pferdekutschen als wichtigstes Fortbewegungsmittel und sind beliebte Domizile für Auswanderer und Tagträumer aus aller Welt. Dabei sind die drei Inseln in Sachen Ambiente und Charme grundverschieden.

Gili Islands: Ein ungleiches Trio vor der Küste Lomboks

Auf Gili Meno – der kleinsten Insel im Trio – fühlen wir uns ein bisschen so, als müsste das zauberhafte Eiland noch aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden. Touristische Infrastruktur ist hier Mangelware, doch gerade diese Ruhe und Abgeschiedenheit macht Meno für Romantiker interessant. Gili Air hingegen, das am nächsten zur Küste Lomboks liegt, lockt mit idyllischen Bungalows, gediegenen Strandbars und fantastischen Tauchmöglichkeiten. Das beste Beach-BBQ gibt es übrigens in der „Chill Out Bar & Bungalows“, unser Tipp: frisches Thunfischsteak mit drei Beilagen für knapp 50.000 IDR (3,50 Euro).

Ganz anders ticken die Uhren auf der größten Insel Gili Trawangan, wobei eine Inselumrundung zu Fuß selbst hier innerhalb von zwei Stunden problemlos möglich ist. Trawangan gilt seit jeher als Partyhochburg und tatsächlich beginnen sich die schmalen Gassen mit der untergehenden Sonne stetig zu füllen. Gili Trawangan bietet alle Möglichkeiten für feuchtfröhliches Vergnügen, ohne dabei aufdringlich oder primitiv zu wirken. Durch die Entstehung einiger Luxus-Oasen auf der Insel treffen wir auf eine faszinierende Mischung aus jungen Backpackern und abenteuerlustigen Reisenden im fortgeschrittenen Alter.

Am Abend versammelt sich ein Großteil der Besucher zum Sonnenuntergang am Strand, der beliebteste Treffpunkt ist die „Paradise Sunset Bar“ mit kostenlosen Feuershows (lokales Bier: Bintang für 25.000 IDR). Das Nachtleben verteilt sich dann nach einem festen Rhythmus montags zum Rave ins „Blue Marlin“, mittwochs ins „Tir na Nog“ und freitags ins rustikale „Rudy’s Pub“, während zwischendurch die Reggae-Bar „Sama Sama“ fast allabendlich mit Livemusik unterhält. Ein spaßiges Spektakel und der perfekte Abschluss einer spannenden Reise auf Lombok und die Gili Islands!

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