Verfasst von Sara Chahrrour am 12.02.2015

Ibiza: Die magische Insel

Wir landen in der rotglühenden Morgensonne auf der balearischen Hippie-Insel Ibiza. Mir wurde versprochen, die Insel sei magisch, aber ich bin skeptisch: Ist es nicht die Partyhochburg des Mittelmeeres? Wir holen unseren Mietwagen am Flughafen ab und sind plötzlich mitten auf dieser Insel, die nach Sommer schmeckt, sich über Serpentinen windet und mit Leichtigkeit wirbt. Mit aus dem Fenster ausgestreckten Armen und lauter Musik genießen wir die letzten Züge des Sonnenaufgangs.

Das Strandleben

Der erste Stopp: die Cala Vedella im Südwesten der Insel, die zur Gemeinde Sant Josep gehört. Diese Bucht gilt als ruhig und bereits die Anfahrt bietet ein tolles Panorama. Als wir ankommen, können wir unseren Augen kaum trauen: klares Wasser, nur ein paar planschende Kinder! Wir legen uns in den feinen Sand und lassen uns von der spanischen Sonne verwöhnen.

Schon kurze Zeit später werden wir aber unruhig. Wir packen unsere Sachen zusammen, fahren weiter über die westliche Küste und steigen erst nach zwanzig Minuten wieder an der entspannten Cala d’Hort aus, die auch zur Gemeinde St. Josep gehört und einen schönen Ausblick liefert. Wir springen vom Anleger ins Wasser, schnorcheln und betrachten den fantastischen Felsen Es Vedrá. Ein Local erklärt uns schmunzelnd, dass Vedrá alles ist, was von Atlantis einst übrig blieb. Es soll nicht unsere letzte Begegnung mit einem dieser entspannten Einheimischen sein. Sie tragen eine Ruhe in sich, die die Atmosphäre der Insel gestaltet. Ich stelle mir vor, selbst auf dieser Insel zu leben: glasklares Wasser, schlafmurmelnde Urlauber, pralle Sonne, leichter Wellengang und immer diese entspannte Radiomusik auf der Autofahrt. Nicht mal einen ganzen Tag auf Ibiza und ich fühle schon mich anders, beinahe hypnotisiert. Aber mittlerweile auch hungrig. Unser Atlantis-Mystiker verabschiedet sich mit einem Tipp: Fish Shack – ein Imbiss an der Ostküste bei Talamanca, der zu günstigen Preisen (ca. 15 Euro pro Mahlzeit, für Ibiza ein unschlagbares Angebot) den besten Fisch der Stadt serviert, aber auf der anderen Seite der Insel.

Frischfisch und Easy Living

Wir genießen die Fahrt zur Fish Shack und verfahren uns dabei mehrmals auf dem Weg, was aber völlig in Ordnung ist. Das kann man auf Ibiza nämlich gut: sich in den schönen Wäldern und Buchten verirren. Nur dieser Tatsache haben wir es zu verdanken, dass wir an einem Laden am Highway halten, um nach dem Weg zu fragen … und dabei den leckersten Orangensaft der Welt genießen. Bei S’hort D’en Josepet auf der Ctra Morna (in Sant Carles de Peralta, auf dem Weg zur Ostküste von der Mitte der Insel aus gesehen) werden köstliche spanische Orangen angebaut und zu Säften verarbeitet, die man hier kaufen kann. Beim ersten Schluck merke ich: Ich hatte noch nie vorher echten Orangensaft getrunken! Ich bin hin und weg. Ein Liter kostet 5 Euro und jeder Cent lohnt sich.

Die Farben & Früchte der Insel

Nach diesem zufälligen Höhepunkt geht es weiter zur Fish Shack. Sie ist das, was uns versprochen wurde, nur ein paar Plastikstühle auf den Klippen und etwas versteckt abseits der üblichen Touristenattraktionen. Die Fish Shack ist in fünf Gehminuten vom Hotel Victoria in Talamanca entfernt. Am Hotel kann man sein Auto parken und die Felsen runterlaufen, dann sieht man schon die Hütte. Wir sind skeptisch, aber der Besitzer empfängt uns freundlich mit dem knappen Hinweis: Es gibt jeden Tag nur den Frischfang vom Morgen. Heute gibt es Thunfisch. Ich weiß nicht, woran es liegt: am Charme, an den Wellen oder an dem perfekten Geschmack unserer Mahlzeit, aber wir sind entzückt von der Leichtigkeit und Einfachheit; und nicht die Einzigen, die sich dieser tollen Erfahrung hingeben!

Wir entscheiden uns, bis zum Sonnenuntergang zu bleiben. Gebannt schauen wir wie im Kino dabei zu, wie die feuerrote Sonne langsam ins Meer abtaucht. Bis zu diesem Augenblick hatte ich vieles erwartet, aber nicht diese elegante Romantik, nicht die Ruhe. Ich hätte nie gedacht, dass die Atmosphäre an einem bekannten Urlaubsort, der von der Berühmtheit des Jetsets und den großspurigen Clubs lebt, etwas für mich bietet. Wo ist dieses typische Ibiza überhaupt? Ich will es sehen!

Ibiza und die Magie

Unser Kurztrip geht an die berühmte Playa D’En Bossa, den längsten Strand der Insel zwischen Ibiza Stadt und dem Flughafen im Südosten der Insel. Von idyllischer Umgebung keine Spur: Hier verwandelt sich Ibiza in ein neonbeleuchtetes Las Vegas. Auf den Straßen tummeln sich gebräunte Teenager, die eine wilde Nacht erleben wollen, von überall schallt laute Musik. Wir entscheiden uns gegen den Exzess. Auch das ist Ibiza – aber nur ein kleiner Teil.

Der letzte Stopp unseres Abends soll das beste Restaurants der Insel sein: La Paloma in San Lorenzo im nördlichen Teil der Insel. Keine Frage, das italienisch-spanische Dinner ist fantastisch, die Atmosphäre des Restaurants ist intim und alle Gerichte zwischen 10 (Vorspeisen) und 25 Euro (Hauptspeisen) zu haben. Es wird spät, wir sind ziemlich voll von dem tollen Rindercarpaccio und der hausgemachten Pasta, müde von der Reise und dem aufregenden Tag, aber wollen nicht, dass es aufhört. Mit sonnengeröteten Wangen setzen wir uns ins Auto Richtung Ibiza Stadt.

Wir spazieren durch die Altstadt Dalt Vila, die wie eine Burg auf einem Berg über der Stadt thront. Wir sind verliebt in die kleinen Gassen, in die Cafés und Restaurants und den Ausblick. Es ist altertümlich, historisch und traditionell. Wir genießen die Brise und den Fernblick auf das pechschwarze Meer, bevor wir wieder runtergehen.

Auf dem Weg herunter stolpern wir über die kleine Bar S’Escalinata, die auf den Treppen der Burg an der Carrer Portal Nou Sitzkissen ausgebreitet hat. Wir lassen uns nieder, genießen leckere Cocktails und erfrischende Sangria. Über uns zieht ein Sternschnuppenschauer, leise Rockmusik wird geklimpert. Ich freue mich auf die nächsten Tage. Und weiß nun endlich: Ibiza ist magisch.

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