Verfasst von Katja Wegener am 8.06.2017

Genussvolle Entdeckungsreise durch Südtirol

Sonne, milde Luft – und vor allem: Zeit. Kein Wunder, dass die Äpfel und der Wein in Südtirol so prächtig gedeihen. Aus demselben Grund kann auch ich die italienische Provinz so sehr genießen. Denn was den Pflanzen gut tun, ist für uns Menschen ebenfalls eine Wohltat. Wenn man sich die Zeit nimmt, ist Südtirol die ideale Umgebung zum Auftanken.

Design-Genuss im Herzen Merans

Meran spüren: Das gelingt wunderbar im Designhotel, zentral und direkt gegenüber der Therme gelegen, wo ich auf der Terrasse einen Cappuccino trinke und dabei den Blick schweifen lasse. Schneebedeckte Gipfel ragen hinter grünen Palmen auf. Ich schnuppere den Duft des Kaffees und spüre die wärmenden Sonnenstrahlen im Gesicht. Jene Sonnenstrahlen, die mich schließlich auch motivieren, aufzustehen: Ich möchte ein wenig durch die Gassen der Stadt schlendern, hier und dort in den alten Arkaden verweilen. Es stimmt schon: Das Flair ist südländisch – aber gleichzeitig ist noch die Nähe zu Deutschland greifbar. Wer sich einlässt auf die Stadt und zuhört, der wird verschiedenste Sprachfärbungen bemerken. Temperamentvolles Italienisch, geradliniges Hochdeutsch und eine Vielzahl an Dialekten dazwischen.

Wobei: Ich bin nicht bloß zum Stehenbleiben, zum Schauen und zum Hören da, ich will mich auch bewegen. Meran ist da als Ausgangspunkt perfekt. In der Gegend finde ich zig Kilometer genussvoller und spannender Wanderwege. Teilweise handelt es sich dabei sogar um Themenwege wie einen Apfel-, einen Wein- oder einen Herrschaftsweg. Auf Schautafeln am Wegesrand finde ich viel Wissenswertes: Vorausgesetzt, ich kann den Blick abwenden von jener grandiosen Aussicht, die sich mir von fast jeder Stelle aus übers Tal bietet. Die Felswände in der Ferne, Äpfel und Wein im sattem Grün darunter, immer wieder mal Palmen: einfach wunderbar. Und das lediglich gut drei Autostunden von München entfernt.

Historisch, kulinarisch und alles ganz traditionell

Die Reise kann allerdings auch richtig weit gehen, wenn man in historischen Dimensionen unterwegs ist. Das denke ich mir, als ich Dorf und Schloss Tirol erkunde. Hier finde ich wirklich zu Stein gewordene Geschichte, fast 900 Jahre aufbauend auf dem Erbe der Grafen von Tirol. Sie waren es, die der Provinz den Namen gaben. Ich denke mir, dass die Menschen schon damals diese wunderbare Aussicht gehabt haben, wenn sie den Weg vom Ortskern bis zur Burg gingen. 30 gemütliche Minuten sind das, mit Blick auf Meran, auf schroffe Abgründe und Weinreben, die grüne Flächen in die Landschaft malen. Damals hatten die Leute noch nicht die Alternative zum Fußweg: Den Einpersonen-Sessellift, der einen knapp über den Weinbergen schweben lässt. Oben empfängt mich das Schloss, die Wiege Tirols, mit seinem Marmorportalen. Für noch mehr mittelalterliches Flair sorgen etwa der große Rittersaal oder die Krypta.
Kultur und Natur – beides schenkt mir in Südtirol viele genussvolle Momente. Dazu kommt dann noch die regionale Küche mit ebenso viel Bodenständigkeit wie Hingabe. Ob es der rustikale Speck und die Schlutzkrapfen sind, aromatischer Spargel oder eine inspirierte Maroni-Suppe: Da ist für jeden das Passende dabei. Wer sich weiter vertiefen mag, kann das etwa unter dem Motto “So kocht Dorf Tirol” tun. Vom Selbermachen von kugelrunden Knödelvarianten bis zum bäuerlichen Schaukochen, hier ist viel Traditionelles zu erleben. Ich entscheide mich und backe Vinschgerl, die berühmten Südtiroler Semmeln. Und denke mir: Wem hier langweilig wird, dem ist wirklich nicht zu helfen.

Wandern, essen und dann bitte auch schlafen

Gewandert, gegessen, genossen und so unglaublich viel Schönes gesehen – jetzt wär’s Zeit für ein Bett. Und hier ist die Auswahl in der Region gigantisch. Vom Bauernhof über die Pension bis hin zum entspannenden Wellnesshotel. Für jeden Geldbeutel und jeden Geschmack ist gesorgt. Für mich steht wirklich die Qual der Wahl auf dem Programm, denn die Entscheidung fällt schwer.

Zwei sehr genussvolle Häuser fallen mir ein. Da ist zum einen das Wellnesshotel Erika in Dorf Tirol mit seinem besonderen Farbkonzept. Geheimnisvolles Lila, inspirierendes Grün, sinnliches Rosa: Hier ergänzen sich Geist und Seele. Und wer den Blick von der Terrasse übers Etschtal genießt oder sich im Spa mit seinen Kuschelecken entspannt, der kann gar nicht anders als sich wohlfühlen.

Ein paar Kilometer entfernt befindet sich noch eine besondere Hotel-Idee: das Adler Dolomiti Spa Resort unterhalb der Seiser Alm. Nicht nur das Haus an sich verzaubert mich, sondern auch seine Lage. Hier, auf dem größten Hochplateau Europas, genieße ich die traumhafte Bergkulisse mit Langkofel, Rosengarten und Schlern. Auf einer 15 km langen Panoramarunde erwandere ich mir Blick und Glück, Schritt für Schritt. Ich bin weit weg von den Geräuschen des Alltags, ich sehe vereinzelte Schneefelder, ich freue mich über Enzian, Küchenschelle und Krokus, gehe vorbei an Almhütten, Bächen und durch Waldstücke. Und immer bin ich gleichzeitig ganz vor Ort und ganz bei mir. Echte Wellness-Momente, tief drin.

Die Gegend eignet sich natürlich auch toll für andere Aktivitäten, etwa Klettern und Mountainbiken im Sommer und Skifahren im Winter. Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vor der WM 2014 hier in Südtirol ihr Trainingslager aufgeschlagen hat. Und wenig später folgte der WM-Titel. Tatsächlich ist auch die Gegend selbst titelverdächtig, und zwar in allen möglichen Kategorien. Nehmen wir die im Schnitt 300 Sonnentage pro Jahr. Oder das größte zusammenhängende Apfel-Anbaugebiet Europas. Nehmen wir die mehr als 800 Burgen, Schlösser und Ruinen. Oder die rund 13.000 Kilometer markierter Wanderwege. All das zusammen ist so viel mehr als Zahlen. Es ist Balsam für die gestresste Seele, es ist Freude am Jetzt.

Im Garten der Liebe

Wahrscheinlich hat das auch Kaiserin Sissi gewusst, als sie früher in Meran ausgedehnte Spaziergänge machte. Als sie das Klima ohne Frost und Nebel genoss. Jenes Klima, das heute auch mir so intensives Erleben beschert. Das gilt ganz besonders in den Gärten von Schloss Trauttmannsdorff. Üppige Vegetation, betörende Blütendüfte, seltene Pflanzen… und wieder ist es auch der Blick, der mich so sehr fesselt und gleichzeitig befreit. Vom Garten der Liebe aus sehe ich über das weite Tal. Über Palmen, Wiesen und Berge mit ihren überzuckerten Gipfeln und über allem die strahlende Sonne. Es ist ein Moment ohne Zeit. Ein großer Erdbeerbecher direkt am künstlichen Seerosensee unter dem Schloss, ist vielleicht nicht der günstigste, doch in dieser Umgebung einfach unglaublich köstlich. Südtirol ist voll von genau diesen genussvollen Momenten, die meine Akkus in kürzester Zeit wieder aufladen. Ich sollte bald mal wieder hinfahren!

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