Verfasst von Katja Wegener am 12.03.2015

Genussvoll, kreative Eindrücke aus dem Bayrischen Wald

Es gibt viele schöne Regionen in Deutschland, doch der Bayrische Wald mit seiner spannenden Vielfalt ist für mich etwas ganz Besonderes.

Allein schon der faszinierende Ausblick vom Dachpool in die Weite hinein, sorgt für maximale Entspannung. Ich befinde mich direkt im Wellnesshotel Sonnenhof in Lam. Mein Stützpunkt für ein Wochenende, um genussvolle Ausflüge im Bayrischen Wald zu unternehmen. Wassertropfen glitzern durch die ersten Sonnenstrahlen die sich durch den Nebel kämpfen in wohlgeformten Spinnweben. Mystisch schön, denn der Name Sonnenhof ist hier Programm.

Gut gestärkt, durch ein schmackhaftes Essen am reichhaltigen Frühstücksbuffet. Jegliche Art der frisch zubereiteten Eier ist hier der Höhepunkt des Frühstücks. Mein persönlicher Favorit: Omelette mit Tomate und Käse. Dann geht es los. Mein erstes Ziel: der kleine Arbersee.

Buntes Glas wohin man schaut

Kurzer Zwischenstopp in Lohberg. Mit dem Auto sind es knapp 10 Minuten dorthin. Dieser kleine malerische Ort mit seinen ca. 2000 Einwohnern, direkt am Osser und Arber gelegen, ist ein typisches Dorf für den Bayrischen Wald: urig, gemütlich und voller Tradition.

Mich zieht es in die Glashütte „Alte Kirche“, ein von dem begnadeten Glaskünstler Theo Sellner eröffnetes Kleinod. Hier, in diesen Räumen, verfalle ich fast in einen Farbenrausch. Diese vielfältige Leuchtkraft wirkt mit ihren Schwingungen wie Musik, bezaubernd, inspirierend, einfach wunderschön. Ich kann nicht nur Geist und Seele von hellem Licht und fröhlichen Farben verwöhnen lassen, auch eines dieser „gute Laune“ Glas-Stücke findet später den Weg zu mir nach Hause. Für alle Deko- Glasliebhaber ist die „Alte Kirche“ in Lohberg ein echter Geheimtipp. Neben bunten Schalen, Vasen und Figuren nehmen auch lustige Tierchen Gestalt an. Völlig entspannt lassen sich die Künstler während der Arbeit über die Schulter schauen.

Die Glashütte Alte Kirche ist an allen Werktagen von 10 – 17 Uhr geöffnet, lediglich an Samstagen wird bereits um 16 Uhr geschlossen. Ich habe mich vorher angemeldet, was mir eine kostenlose Führung beschert. Es macht viel Spaß, sich über Glaskunst und ihre Entstehung aus erster Hand informieren zu lassen.

Glaskunst finden Sie übrigens im gesamten Bayrischen Wald. Ob in Form von Manufakturen oder auch künstlerisch gestalteten, frei zugänglichen Wanderrouten, die rechts und links mit Skulpturen und Glasornamenten geschmückt sind. Besonders empfehlenswert finde ich den „Glasweg“ im Luftkurort Arrach. Holzbohlen ebnen den gemütlichen Weg durch einen luftigen Wald von Birken, die sich auf dem feuchten Untergrund wohl fühlen.

Von bunt zu grau-grün

Wirklich verzogen hat sich der Nebel nicht, doch das ist alles andere als schlimm. Weitere 5 Kilometer geht es mit dem Auto durch den Wald. Der Wald rund um den Arbersee hat eine magische Stimmung. Wie im Märchen sieht es aus. Da ein Zwerg unter einer knorrigen Wurzel und dort wabert eine Fee durch den Nebel. Genau so fühlt sich mein Weg in Richtung kleiner Arbersee an.

Bimmelbähnchen zu den schwimmenden Grasinseln

Direkt hinter Lohberg befindet sich der Wanderparkplatz Reißbrücke. Von hier starte ich zu Fuß, auch wenn es hier seit 2005 die kleine Arberbahn gibt. Diese Fahrt ist nicht nur ein Erlebnis für Kids. Man sieht es vielen Erwachsenen an, dass sie ebenfalls Spaß haben. Der in seiner bayrischen Tracht mit Lederhose und Hut zünftig bekleidete Lokomotivführer begrüßt alle Fahrgäste herzlich und verbreitet schon vor dem Start eine fröhliche Stimmung. Viel hat sich in den 10 Jahren seit der Inbetriebnahme des Bimmelbähnchens hier getan. Die Kleine Arberbahn hat einen eigenen Bahnhof, einen Schlafplatz (Lokschuppen) und, ganz wichtig, für alle Gäste und Mitreisenden (in die kleine Arberbahn passen 50 Fahrgäste) eine tolle Krafttankstelle (Eiscafe) am Startpunkt. In dieser kleinen, kulinarischen Oase kann ich bequem die Wartezeiten bis zur Abfahrt überbrücken. Von Ostern bis Mitte November, morgens ab 09:30 Uhr fährt die Kleine Arberbahn von Lohberg aus nach einem festgelegten Fahrplan, im 90 Minuten Takt. Die Preise sind familienfreundlich, Erwachsene zahlen ohne Kurkarte 7,50 € und Kinder bis 14 Jahre 4,50 €.

Die Füße als Alternative

Neun Kilometer lang, gemütlich zu begehen, felsige Stücke wechseln sich mit breiten Forststraßen ab, das ist genau mein Weg. Nach knapp 2,5 Stunden Spazierengehen auf einem gut ausgeschilderten Rundweg bin ich wieder am Ausgangspunkt, dem Wanderparkplatz. Doch dazwischen liegen faszinierende Momente in einem echten Märchenwald. Überall plätschern die Quellbäche des Flüsschens „Weißen Regen“, dicke, grüne Moosschichten überziehen den Boden mit seinen interessanten Felsformationen. Als der Wald den Blick frei gibt, liegt vor mir der kleine Arbersee. Wie in ein Hufeisen aus Felsen geschmiegt, dümpelt er inmitten des Naturschutzgebietes Bayrischer Wald auf einer Höhe von 912 m. Hin und wieder blitzt der Große Arber auf der westlichen Seeseite aus den Wolken auf.

Bis vor wenigen Jahrzehnten war die heute so sauber ausgebreitete Wasserfläche noch ein dunkler, unheimlich wirkender Moorsee. Fröhliche Lebendigkeit sucht man allerdings im Wasser heute vergebens. In diesem sauren Milieu, welches dem Moor geschuldet ist, können Fische und auch viele Pflanzen nicht existieren. Im Ufergürtel hingegen haben sich der seltene „Blaue Eisenhut“ und das „Gefleckte Knabenkraut“ – eine seltene Orchideenart eine Heimat geschaffen. Im See, mit seiner ca. 6,5 Hektar großen Wasserfläche verteilt, findet man etwas ganz außergewöhnliches. Wie von einem Maler in die Wasserfläche hinein getupft, schwimmen kleine Inseln auf der Wasseroberfläche. Bei diesen, über 4 Quadratmeter großen, „schwimmenden Inseln“, sogenanntem Schwingrasen, handelt es sich um Moorfilze, die ihre Verbindung zum Untergrund komplett verloren haben. Je nach Windrichtung verändern sie ihre Position auf dem See. Der hohe Torfanteil sorgt durch das geringe Eigengewicht für beste Schwimmeigenschaften. Eine bemerkenswerte Besonderheit in der Natur.

Kurze Stärkung im gemütlichen Seehäusel

Idyllisch zwischen Bäumen liegt die kleine Gaststätte, die von Ostern bis Ende Oktober jeden Tag von 11:30 Uhr bis 16:30 Uhr geöffnet hat. Von der gemütlichen, mit Sonnenschirmen bestückten Terrasse, habe ich einen herrlichen Blick über den Kleinen Arbersee. Blau mit weißen Wölkchen könnte sich der Himmel auf der Wasseroberfläche spiegeln. Wenn die dicken Wolken nicht wären.

Das Seehäusel stammt noch aus dem 18. Jahrhundert und wurde zunächst als Standort für die Glasherstellung genutzt. Später diente es als Unterkunft für Waldarbeiter bis es in den 50iger Jahren zum Ausflugslokal umfunktioniert wurde. Moderate Preise für klassisch bayrische Speisen werden hier geboten. Für mich heißt das eine große Pfanne geröstete Knödel mit Ei und Salat. Knapp 7 Euro kostet das herzhafte Gericht.

Malerische Runde

Mein Weg aber ist noch lange nicht beendet. Unbedingt empfehlenswert ist die malerische Runde um den See. Im Reiseführer wird er als Kinderwagen- und Rollstuhltauglich beschrieben. Ganz ehrlich, wenn ein Turner darin sitzt vielleicht, ich persönlich finde es wunderschön – aber auch nur für Menschen, die gut zu Fuß sind. Apropos gut zu Fuß, von hier aus starten geübte Wanderer gerne ihre Touren direkt auf den Großen Arber. Für mich aber führt der Weg über eine wundervolle Aussicht auf den Hohen Bogen wieder zurück zum Wanderparkplatz. Unterwegs hatte ich bereits von Wanderern gehört, dass dieser Tierpark ein Kleinod darstellt. Die gesamte Anlage soll die heimische Tierwelt, ihre Lebensweise, und Aufzucht darstellen. Doch für einen Besuch am heutigen Tage reicht die Zeit nicht. Das hebe ich mir für einen späteren Besuch auf. Für mich heißt es jetzt erst einmal, all die wunderbaren Eindrücke rund um Bayrischen Wald und den Kleinen Arberseee zu verarbeiten. Auf jeden Fall weiß ich, dass ich hier nicht zum letzten Mal hier gewesen bin.

Weitere Beiträge von Katja Wegener

Weitere Beiträge zu den Urlaubsarten: Natururlaub, Aktivurlaub

Aloha auf Hawaii!

Hawaii steckt voller Traumstrände, kulinarischen Highlight und Dingen die ihr...

Zum Artikel

Im Süden Gran Canarias

Ich war über Gran Canarias Vielfalt bei meinem ersten Besuch überrascht. Jede ...

Zum Artikel

Meran von oben

Wie ein Adler auf das beschauliche Meran in Südtirol herabblicken? Diesen...

Zum Artikel

Pure Lebensfreude

Man muss Costa Rica einfach gerne haben: Atemberaubende Natur im Überfluss,...

Zum Artikel