Verfasst von Katharina Jacobs am 18.05.2015

Gardasee mit Kind und Kegel

Eine unscheinbare Bushaltestelle bei Tempesta an der Küstenstraße SS249 ist der Ausgangspunkt unseres morgendlichen Spaziergangs auf dem Sentiero Panoramico, einem familienfreundlichen Wanderweg entlang der Ostküste des nördlichen Gardasees. Die meisten Besucher starten die rund zweistündige Tour am Parkplatz von Busatte oberhalb von Torbole. Da wir den spektakulären Blick über den See lieber in Ruhe genießen möchten, haben wir die Route in entgegengesetzter Richtung gewählt. Auch für die fünfjährige Charlotte ist der Spaziergang problemlos zu bewältigen. Neugierig bleibt sie an den selbst gemalten Schautafeln entlang des Weges stehen und fragt uns über die lokale Tierwelt aus.

Nach gut einer Stunde machen wir Rast, setzen uns auf einen der steinernen Findlinge am Wegesrand und stärken uns mit mitgebrachten Cornetti. Der weitere Weg führt dann auf mehrere steile Felshänge zu, die aber über metallene Treppen sicher bewältigt werden können. Gemächlich erklimmen wir die Stufen und bleiben immer wieder auf den Absätzen stehen, um den Seglern und Surfern auf dem See zuzuschauen.

Spaß für Groß und Klein

Der Sentiero Panoramico endet für uns am Parco Avventura in Busatte. Mit großen Augen bestaunt Charlotte die waghalsigen Sprünge auf dem BMX-Parcours und die mutigen Kletterer im Hochseilgarten. Mit ihren fünf Jahren muss Charlotte keinen Eintritt zahlen, ihr Zutritt ist in meinem Eintrittspreis von 16 Euro inbegriffen.

Da wir aber heute noch viel vorhaben, bleiben wir nicht lang, sondern gehen zügig weiter. Vom Park aus sind es nur noch wenige Gehminuten bis ins idyllische Zentrum des kleinen Ortes Torbole. Am Hafen wartet bereits die Fähre nach Riva del Garda. Die Überfahrt dauert nur 15 Minuten und kostet 3 Euro.

In Riva ist es deutlich lebhafter. Der Ort ist für viele Besucher Ausgangpunkt zum Shoppen und Flanieren und auch als Zwischenstopp für Rennradfahrer, Mountainbiker und Wanderer sehr beliebt. Wir finden, es ist höchste Zeit für ein leckeres, italienisches Eis. Auf der Terrasse des Hotels Sole lassen wir das bunte Treiben auf dem Platz an uns vorbeiziehen und genießen die wunderbare Aussicht bei einem Cappuccino für 2 Euro und einem großen gemischten Eisbecher für 4 Euro.

Hinauf in die Berge

Am späten Mittag brechen wir von Riva aus auf und verlassen den See in Richtung des Bergdorfes Canale di Tenno. Auf halbem Weg stoppen wir an einem eher unscheinbaren Parkplatz. Ein Schild weist uns zum Eingang der Grotta Cascata del Varone. Für 5,50 Euro pro Person können wir die untere und die obere Grotte besichtigen, die durch einen blumengesäumten Weg miteinander verbunden sind. Versteckt zwischen engen Felswänden offenbart sich uns ein atemberaubender Blick auf den über 40 Meter hohen Varone Wasserfall. Charlotte ist begeistert von den illuminierten Wasserspielen und quietscht vor Freude, als uns der feine, feuchte Schleier des Falls einhüllt. Zum Glück haben wir alle die Regenjacken zum Überziehen dabei.

Von der Grotta Cascata del Varone führt eine enge Serpentinenstraße weiter den Berg hinauf bis nach Tenno. Unmittelbar oberhalb der Ortschaft schließt sich das mittelalterliche Dorf Canale di Tenno an: enge, gepflasterte Gassen, Bogengänge, kleine Innenhöfe und windschiefe Häuser aus dem 13. Jahrhundert, die sich verwinkelt aneinanderreihen. Wir tauchen ein in diese zauberhafte Welt, in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Ein schmaler Weg führt uns hinaus aus dem Dorf, bis wir nach wenigen Minuten den versteckten Lago di Tenno entdecken, eines der saubersten Gewässer des Trentino. Seine intensive türkisblaue Farbe und die malerische kleine Insel laden zum Baden und Verweilen ein. Es gibt auch ein Café mit Eis und Bootsverleih.

Sonnenuntergang über dem See

Der Nachmittag ist bereits vorangeschritten. Wir brechen auf zur letzten Station des heutigen Tages und fahren wieder hinab ins Tal und weiter die beeindruckende westliche Panoramastraße des Sees entlang bis nach Salò di Garda. Der Ort hat eine hübsche Altstadt und eine langgezogene Uferpromenade, an der zahlreiche große und kleine Boote liegen.

Für rund 140 Euro haben wir eines dieser kleinen Boote in der nächsten Stunde ganz für uns allein. Ein Skipper fährt uns aus der Bucht auf den See hinaus und einmal um die Isola del Garda herum, die noch heute im Privatbesitz der Familie Borghese Cavazza ist. Ein wenig müde und erschöpft, aber glücklich und voll mit Eindrücken dieses Tages lehnen wir uns zurück, lassen uns den Wind um die Nase wehen und treiben über die Wellen des Gardasees in den Sonnenuntergang.

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