Verfasst von Monika Fuchs am 24.04.2015

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Städtereise Bayern Oberpfalz

Frühling in Regensburg

Wir haben uns einen jener Frühlingstage ausgesucht für unseren Besuch in Regensburg, an denen die Sonne einladend vom Himmel strahlt. Wir nähern uns der Stadt von der Donau her und überqueren die beiden vorgelagerten Inseln, die Obere und die Untere Wöhrd. Die ersten Frühlingsblumen blühen, die Bäume schmücken sich mit frischem Grün, und Magnolien und Forsythien setzen rosa und gelbe Farbtupfer. Hinter den Zweigen der Weiden am Flussufer glitzert die Sonne auf dem Wasser der Donau. Ein wagemutiger Kanute kämpft unter der Brücke gegen die Strudel des Flusses an.

Regensburg – Das Tor zum Bayerischen Wald

Regensburg liegt am Nordwestrand des Bayerischen Walds, dort wo dieser auf den Fränkischen Jura und die Donau stößt. Wir überqueren die Steinerne Brücke, die bis 2017 restauriert wird. Sie stammt aus dem Mittelalter und war einer der Hauptzugangswege aus dem Bayerischen Wald. Der Teufel soll beim Bau der Brücke seine Hand im Spiel gehabt haben, so heißt es. Angeblich wettete der Brücken- mit dem Dombaumeister, dass seine Brücke als erste fertiggestellt werde. Als der Dom immer schneller in die Höhe wuchs, ging er einen Pakt mit dem Teufel ein und versprach ihm die Seelen der drei ersten Passanten auf der Brücke. Und tatsächlich: das Meisterwerk gelang. Die Steinerne Brücke war nach elf Jahren Bauzeit im Jahr 1146 schneller fertig. Um seinen Schwur zu erfüllen zu schützen, ließ er vor der Eröffnung eine Henne, einen Hahn und einen Hund über die Brücke laufen. Der erzürnte Teufel stemmte sich aus Wut gegen das Bauwerk, um es zum Einsturz zu bringen, hatte aber wenig Glück. Schließlich war die steinerne Brücke teuflisch gut gebaut!

Die Stadt der Türme, Tore und Kaufmannshäuser

Schon bevor wir die Altstadt betreten, fallen uns die vielen Türme auf, die über dem Häusermeer der mittelalterlichen Stadt aufragen. Dom, altes Rathaus und vor allem die mittelalterlichen Wohntürme der Patrizierhäuser zeugen vom Reichtum, den sich die Kaufleute mit ihren Handelsfahrten auf der Donau ansammelten. Gewürze, Salz, Spezereien und Wein kamen auf dem Wasserweg in die Stadt.
Eigentlich hatten wir es den Bauarbeitern an der Steinernen Brücke gleichtun und die typischen Regensburger Würstchen probieren wollen, die es in der historischen Wurstkuchl schon im Mittelalter gab. Aber der Baulärm des neuen Museums, das gerade daneben entsteht, vertreibt uns. Und so kosten wir statt der Würste die leckeren Burger von „Hans im Glück“ auf dem Kohlenmarkt. Riesig, mit Rindfleisch aus der Region und tollen Zutaten wie Heumilchkäse, Feigensoße oder Avocadocreme macht uns das „Hans im Glück“ Restaurant die Entscheidung nicht einfach. Wir wählen schließlich einen ganz untypischen Elsässer Burger mit Brie und Preiselbeeren. Eine ganz neue und leckere Burger-Erfahrung für sieben Euro achtzig.

Gut gestärkt brechen wir auf zu unserem Rundgang durch die Altstadt. Gotische Spitzbogenfenster und prachtvolle Erker verzieren manches moderne Haus im Stadtzentrum. Durch kopfsteingepflasterte Straßen bummeln wir vorbei an kleinen Läden, zwischen denen wir immer wieder Häuser von alten Kaufmanns- und Handwerker-Familien entdecken. Besonders beeindruckt uns die Porta Praetoria, Regensburgs ältestes Stadttor, durch das bereits die Römer in Castra Regina einmarschierten, das Legionärslager, das Marc Aurel an der Stelle des heutigen Regensburg errichten ließ. Der Amberger Salzstadel an der Donau überragt das Flussufer und zeugt vom mittelalterlichen Handel in der Stadt.

Mit dem Kristallschiff zur Walhalla

Ganz in der Nähe legen die Kristallschiffe ab, die ihren Namen der edlen Ausstattung mit Swarovski Kristallen verdanken. Sie bringen ihre Passagiere in zwei Stunden zur Walhalla und zurück. Wir nehmen das letzte Boot des Tages um 15.00 Uhr und fahren für 13,80 Euro durch die Flussauen der Donau. Bei dieser gemächlichen Flussfahrt lassen wir unseren Tagesausflug nach Regensburg ausklingen.

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