Verfasst von Katharina Jacobs am 24.04.2015

Einmal um die Welt – in Paris

Paris begrüßt mich am Morgen mit dem Duft frischer Croissants. In einem der kleinen Bistros entlang der Rue de Bagnolet trinke ich ein Café Creme für erschwingliche 2,50 Euro statt der sonst in Paris üblichen 5 Euro. Ich bin mit der Metro Linie 3 aus dem Zentrum in den Osten der Stadt gekommen und auf dem Weg zum Cimetiere du Pere Lachaise, dem ältesten Friedhof von Paris. Früh am Morgen ist kaum jemand dort, es ist angenehm still. Ich schlendere durch das Labyrinth aus verwinkelten Gassen. Dank des Übersichtsplans, der am Eingang ausliegt, ist es kein Problem, die letzten Ruhestätten der berühmtesten „Bewohner“ von Pere Lachaise zu finden: Jim Morrison, Oscar Wilde, Edith Piaf oder Frederic Chopin.

Paris Multikulti

Nach rund zwei Stunden verlasse ich den Friedhof über den nord-östlichen Ausgang und spaziere weiter die Rue de la Bidassoa entlang bis zum Parc de Belville. Das Viertel rund um den Park gehört zum weniger touristischen Teil von Paris, ein Hauch kolonialer Vergangenheit weht durch die Straßen. Händler aus aller Welt preisen lautstark ihre Ware an. Vom Park aus sind es nur wenige Gehminuten bis zur Rue de Belville, die mich in westlicher Richtung direkt in das Herz des studentischen Lebens rund um den Canal Saint Martin führt. Zeit für eine Rast. Bei schönem Wetter setze ich mich gerne mit mitgebrachtem Baguette, Käse und Weintrauben direkt an das Ufer des Kanals und picknicke. Heute entscheide ich mich aber für das Le Petit Cambodge in der Rue Alibert, bekannt für seine leckeren Bobuns: Eine Schale Reisnudeln mit frischem Gemüse, Koriander und wahlweise Rindfleisch oder Gambas kostet hier rund 12 Euro. Dazu gibt es hausgemachten Zitronentee.

Ein Hauch von Tokyo

Am Place de la Republique steige ich nach der Mittagspause in die Metrolinie 9 und fahre zur Station Alma-Marceau. Mein Ziel ist das Palais de Tokyo, eine moderne Kunsthalle mit wechselnden Ausstellungen und Installationen zeitgenössischer Künstler – und eine gute Alternative zu den langen Warteschlangen vor dem Louvre. Im hübschen Museumsshop am Eingang finde ich ungewöhnliche Mitbringsel, wie beispielsweise Wohnaccessoires junger Designer oder auch kreatives Spielzeug für Kinder. Apropos Kinder: Während die Eltern durch die Ausstellung wandeln, können die Kleinen sich im Little Palais unter Aufsicht selbst als Künstler zu versuchen – und die Ergebnisse später stolz Mama und Papa zeigen.

Die vielfältigen Eindrücke, die ich im Palais de Tokyo an diesem Nachmittag sammeln durfte, lasse ich bei einem gesunden Smoothie für knapp 4 Euro auf der ruhigen Außenterrasse des Museums-Bistros noch einmal Revue passieren – den tollen Blick auf den Eiffelturm gibt es gratis dazu.

Das Seine-Ufer für Jedermann

Die Sonne am Nachmittag lockt mich ans Seine-Ufer nahe der Kunsthalle. Dort steige ich auf ein City-Rad von Velib. In ganz Paris gibt es Velib-Radstationen mit jeweils zehn bis 20 (oder mehr) Rädern, die man sich kurzfristig ausleihen und an jeder der über 1.800 Stationen in ganz Paris wieder abgeben kann. Das Tagesticket kostet einmalig 1,70 Euro, die ersten 30 Minuten jeder neuen Fahrt sind kostenlos. Bin ich einmal länger als eine halbe Stunde am Stück unterwegs, kostet mich das einen weiteren Euro. Mit dem bequemen Bike radele ich die neu gestaltete Promenade des südlichen Seine-Ufers entlang.

Zwischen Eiffelturm und Notre Dame fahre ich vorbei an einem künstlich angelegten Biotop auf einem vor Anker liegenden Kahn, passiere zahlreiche Tischtennis-Platten und eine überdimensionale Tafel, an der sich kleine und große Künstler mit individuellen Kreidezeichnungen verewigen. Familien sitzen an Picknicktischen und spielen Brettspiele. Ich genieße das bunte Treiben und verliere mich im Lachen der Kinder.
Bei der Kathedrale von Notre Dame stelle ich das Rad ab. Ein leises, ehrfürchtiges Murmeln erfüllt die hohen Hallen. Ich bin tief beeindruckt von dem prachtvollen Bauwerk.

Paris International

Es ist Abend geworden und ich mache mich auf den Weg in das Restaurant Bones, im 11. Arrondissement, nahe der Metrostation Voltaire. Das kleine Lokal ist stilvoll und modern eingerichtet, mit viel Holz. Das Besondere im Bones: Es gibt jeden Abend nur ein einziges Menü. Ich bin bereit, mich überraschen zu lassen. Kostenpunkt für drei Gänge: 55 Euro, wählt man Käse als vierten Gang dazu sind es 63 Euro. Die Getränke kommen extra. Zugegeben, nicht ganz günstig, aber für Pariser Verhältnisse auch nicht ungewöhnlich. Ich werde nicht enttäuscht und genieße vorzügliche Speisen mit frischem Fisch und zartem Rindfleisch.

Nach dem Essen mache ich mich auf den Weg zu meiner letzten Station für heute. Mit der Metrolinie 2 fahre ich bis zur Station Anvers und steige dann die vielen Treppen hinauf bis zur Basilika Sacré-Cœur auf dem Montmartre, wo sich bereits andere Schaulustige tummeln. Auf den Stufen vor der hell erleuchteten Kirche sitzend genieße ich das Panorama der hell erleuchteten Stadt und die spektakuläre Lichtershow des Eiffelturms, die es zu jeder vollen Stunde gibt.

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