Verfasst von Susi Maier am 13.04.2015

Ein Tag in Barcelona

Barcelona ist die perfekte Stadt für einen Städtetrip: schöne alte Stadtviertel, atemberaubende Architektur, leckeres Essen, katalanische Lebensart und dazu noch Sonne, Strand und Meer. Auch wenn ihr nur kurz in der Stadt seid, könnt ihr an einem Tag schon richtig viel sehen und die besondere Atmosphäre der Stadt in euch aufsaugen.

Streifzug durch die Gassen des alten Barcelona

Los geht es am Morgen im Barri Gòtic, dem ältesten Stadtviertel Barcelonas, und zwar mit einem gesunden, üppigen Frühstück im hippen, neu eröffneten „Federal Café“. Wenn ich mich nur kurz stärken will, decke ich mich in der Bäckerei und Patisserie „Forn del Pi“ noch schnell mit einem frischen Croissant, süßen Teilchen und Kaffee ein. Anschließend streife ich durch die engen Gassen mit ihren kleinen Shops, Lokalen und Plätzen in Richtung der imposanten Kathedrale. Nicht vergessen, in dem schönen Innenhof mit seinen Torbögen und Palmen die Gänse zu beobachten!

Unterwegs suche ich im Gewirr der Altstadtgässchen die Plaça San Felipe Neri, ein kleiner versteckter Platz im Herzen des Barri Gòtic mit einer bewegenden Geschichte: Im Spanischen Bürgerkrieg wurden hier zahlreiche Zivilisten und Kinder, die in der kleinen Kirche auf dem Platz Schutz gesucht hatten, durch eine Bombe getötet. Noch heute sind die Einschlagspuren an den Wänden zu sehen. Die Plaça ist auch Schauplatz im Bestseller-Roman „Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón und kommt in der Verfilmung von „Das Parfum“ vor. Trotzdem hat sie sich ein ursprüngliches, lokales Flair bewahrt.

Nach dem Besuch der Kathedrale und dem Bummel durch die Gassen steht die nächste Stärkung an, am besten mit einem leckeren Gebäck im Café Caelum mit seinen historischen Steingewölben oder einem leckeren Tee im gemütlichen Caj Chai Teehaus. Anschließend geht es weiter zur Kirche Santa Maria del Pi und der wunderschönen Plaça de Sant Josep Oriol, ein weiterer kleiner Platz im Herzen der Altstadt, der das mediterrane Lebensgefühl gut einfängt. Von dort ist es nicht mehr weit zu den Ramblas, der berühmtesten (und sehr touristischen) Promenade Barcelonas, die bis hinunter zum Hafen führt und voller Cafés, Straßenkünstler und Verkaufsstände ist. Hier mache ich nur einen kurzen Abstecher in die historischen Markthallen des Mercat de la Boqueria und probiere ein paar lokale Spezialitäten wie den leckeren katalanischen Schinken.

Fantasievolle Architektur des Modernisme

Von hier führt meine nächste Etappe nach Norden: Ich folge der Rambla zu Fuß bis zur Plaça Catalunya (ihr könnt auch die U-Bahn nehmen) und spaziere den Prachtboulevard Passeig de Gràcia mit seinen vielen außergewöhnlich gestalteten Jugendstilhäusern entlang. Interessant ist der Häuserblock „Illa de la Discòrdia“ mit vier unterschiedlichen Häusern der berühmtesten Architekten des Modernisme (der katalanischen Variante des Jugendstils) auf einmal, u.a. das berühmte Casa Batlló von Antoni Gaudí. Ein Stückchen weiter liegt Gaudís berühmte Casa Milà („La Pedrera“, Hausnr. 92). Wer möchte, kann eines der beiden Häuser besichtigen, doch die Eintrittspreise sind mit 20 bis 30 Euro ziemlich happig. Allerdings ist der Blick von der Dachterrasse der Casa Milà mit ihren skulpturenartigen Schornsteinen über die Dächer Barcelonas bis hinüber zur Sagrada Família und zum Meer wirklich großartig.

Wunderbare Ausblicke vom Tibidabo

Einen noch besseren Blick auf die Stadt habt ihr vom Tibidabo, dem über 500 m hohen „Hausberg“ im Norden Barcelonas. Von der Metrostation Avinguda del Tibidabo geht es mit der historischen Straßenbahn Tramvía Blau den Berg hinauf durch ein schönes altes Villenviertel, von dort nimmt mich die Standseilbahn Funicular de Tibidabo noch weiter hinauf auf den Berg. Doch dann liegt mir Barcelona zu Füßen! Und zwar nicht nur das Häusermeer der Stadt, auch die Küste der Costa Brava und sogar die Pyrenäen im Hinterland kann ich erspähen. Auf mehreren Ebenen verteilt befindet sich hier einer der ältesten Vergnügungsparks Spaniens mit einigen Fahrgeschäften, eine Aussichtsplattform und die nach dem Vorbild von Sacré Coeur in Paris erbaute, schneeweiße Kirche Sagrat Cor mit der riesigen Christusstatue mit ihren ausgestreckten Armen. Von hier habt ihr den allerbesten Blick.

Abends lasse ich den Tag wieder in der Altstadt ausklingen – im trendigen, lebhaften Viertel El Born zwischen dem Barri Gòtic und der Barceloneta. Erst flaniere ich auf dem Passeig del Born, der Lebensader des Viertels mit seinen Shops, Bars und Cafés und seinen Seitengassen, bevor ich in eines der Restaurants mit mediterraner Küche einkehre, z.B. ins „Big Fish“ oder ins gemütliche „Petra“, wo ich mir für 25 Euro ein leckeres dreigängiges Menü schmecken lasse.

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