Verfasst von Gabriele Duenwald am 21.11.2014

Ein Tag auf dem höchsten Gipfel Thailands

Eine meiner großen Leidenschaften in Thailand ist es, Gegenden aufzusuchen, in denen die Thais selber Urlaub machen.

Tra, meine thailändische Freundin, mit der ich ein langes Wochenende in Chiang Mai verbringe, möchte mir heute einen solchen Platz zeigen. Wir wollen mit dem Moped einen Tagesausflug zum Doi Inthanon machen, der mit seinem 2.565 Meter hohen Gipfel nicht nur Namensgeber für einen ganzen Nationalpark, sondern auch der höchste Berg Thailands ist. Und genau das macht ihn für inländische Touristen besonders attraktiv, denn die Höhe bedeutet: Oben auf dem Berg ist es angenehm kühl!

Was für uns Europäer ganz selbstverständlich ist, nämlich wechselnde Jahreszeiten und damit einhergehende Temperaturen, ist für die Bewohner eines tropischen Landes eine außergewöhnlich angenehme Besonderheit.

Wir leihen uns einen Scooter

Bevor es losgeht in die Berge, wollen wir uns bei Mr. Mechanics einen Scooter ausleihen. Der renommierte Auto- und Motorradverleih in der Innenstadt Chiang Mais vermietet zuverlässige Gefährte mit Papieren und Versicherung, was in Thailand nicht unbedingt selbstverständlich ist. Ausgerüstet mit einer schicken blauen Honda Wave und zwei Sturzhelmen, verlassen wir die Stadt am Vormittag auf der gut ausgebauten Landstraße 108 in Richtung Südwesten. Noch ist es tropisch heiß, aber die vor uns liegenden 80 Kilometer werden das hoffentlich ändern.

In steilen Kurven den Berg hinauf

Unser kleines Gefährt schnurrt wie eine Nähmaschine, der Verkehr ist am Sonntag recht entspannt. Nach etwa 30 Kilometern biegen wir von der schnurgeraden Landstraße rechts auf die schmalere Route 1009 ab. Jetzt muss sich unser Maschinchen schon deutlich mehr anstrengen. Die immer noch perfekt asphaltierte Straße steigt in zahlreichen Kurven an, rechts und links erstreckt sich Grün, so weit das Auge reicht, Bergwipfel um Bergwipfel reihen sich hintereinander bis zum blassblauen Horizont.

Tra und ich schrauben uns langsam, aber beharrlich den Berg hinauf und nach etwa zweieinhalb Stunden haben wir es endlich geschafft. Am Kilometer 41.5 unterhalb des Gipfels liegt der mit zwei riesigen Pagoden geschmückte Doi Inthanon Park. Mittlerweile ist es nur noch circa 16 Grad warm – oder eben kalt – und Tra und viele der thailändischen Wochenendausflügler tragen Schals und Mützen, um sich gegen die ungewohnten Temperaturen zu wappnen. Für die meisten Besucher ist es das erste Mal in ihrem Leben, dass es so kalt ist, und die Freude ist dementsprechend riesig.

Funkelnde Pagoden und blühende Rabatten

Sehenswürdigkeiten gibt es genug zu besichtigen, Tra entscheidet, zuerst die im Jahr 1987, anlässlich des 60. Geburtstages von König Bhumibol, errichtete Pagode zu besuchen. Sie möchte Buddha und dem König zu Ehren einen Blumenstrauß am Altar niederlegen, artig verbeugen wir uns beide vor dem stehenden, weißen Buddha, bevor wir aus dem Halbdunkel hinaustreten in den wunderschön mit Blumenrabatten, in allen erdenklichen Farben und Formen geschmückten Park. Der Ausblick in die Weite der Landschaft ist wirklich atemberaubend. Das Panorama macht mich ganz demütig und still.

Abenteuer unter Baumriesen

Und das ist noch nicht alles an Attraktionen. Wer sich für die unglaublich vielfältige Natur in Thailands gebirgigem Norden interessiert, der kann vom Eingang des Parks aus eine Art Waldlehrpfad besuchen. Tra und ich schlendern die holzgedeckten Stege entlang, lauschen dem Vogelzwitschern, staunen über mit Moos und Efeu bewachsene Baumriesen und gelangen schließlich an ein seltsames winziges Holzhaus. Eine Kombination aus Flugzeugwrackteilen und Geisterhaus markiert mitten im Dschungel die Absturzstelle eines Hubschraubers. Blumenketten schmücken diesen düsteren Ort, und weil uns ein wenig seltsam zu Mute ist, beschließen wir, den Rückweg ins Licht anzutreten.

Langsam wird es für uns Zeit, wieder heim nach Chiang Mai zu düsen, jetzt geht es ja nur noch bergab, denn wir wollen uns auf dem Rückweg noch in einem der zahlreichen Restaurants stärken, die Landstraße 108 säumen, bevor wir mit unserem Scooter vor Einbruch der Dunkelheit die Stadt ansteuern.

Informationen zum Zweiradverleih finden sich hier: http://www.chiangmai-motorcycle-rental.info. Eine Honda Wave 125 cc, so wie wir sie gefahren sind, kostet am Tag zwischen 6 und 8 Euro.

Erscheint euch die Tour mit dem Moped zu abenteuerlich, könnt ihr diesen Ausflug auch organisiert mit dem Bus ab Chiang Mai buchen. Dann sind noch ein paar Programmpunkte mehr dabei, wie z.B. der Besuch beim Wachiratharn Wasserfall oder die Besichtigung eines Karen Dorfes. Buchbar unter anderem bei diesem Veranstalter: http://www.travelhubchiangmai.com/budget-tours/Btour_iinthanon.html

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