Verfasst von Claudia Ottilie am 4.12.2014

Ein paradiesischer Tag auf Mahé

Die Madagaskarweber zwitschern schon seit Stunden von den Tempelbäumen, Zeit´, das Paradies zu erkunden. Heute will ich ganz Mahé sehen und in der kleinsten Hauptstadt der Welt, Victoria, fange ich an. Mit dem Bus geht es für umgerechnet 30 Cent in wenigen Minuten in die Stadt. Im La Pause auf der Revolution Avenue starte ich den Tag mit Kaffee und köstlichen Passionsfrucht-Törtchen.

Pulsierendes Leben auf Victorias Markt

Über die Quincy Street gelange ich zum Selwyn Selwyn-Clarke Market, wo ich die Auslagen der Fischer bestaune. Damen mit hübschen Hüten kaufen Redsnapper, Barrakudas, Makrelen, scheibchenweise Thunfisch, und Silberreiher machen sich über den morgendlichen Beifang her. Meine Nase wittert jedoch den süßlichen Geruch, wie ihn nur reife Früchte verströmen. An einem der Obststände kaufe ich für spätere Snack-Pausen rote Javaäpfel und Mini-Bananen.
Eine Etage höher blättere ich durch Batik-Kleider und Tücher. Es wird ein Pareo mit maritimen Motiven – für 15 Euro ein erschwingliches Seychellen-Souvenir, den ich auch als Strandtuch benutzen kann. Die polierten Coco de Mer-Nüsse der Seychellenpalme sind mir zu schwer und zu sperrig zum Mitnehmen.

Inselerkundung auf sorgenfreien Straßen

Durch die quirligen Straßen des Zentrums laufe ich zum Mietwagenverleih. Mein Glückstag! Ich ergattere noch einen Kleinwagen für 40 Euro, mit dem ich die Insel auf eigene Faust erkunden kann. Linksfahren ist kein Problem für mich. Außerdem sind 65 Stundenkilometer die Höchstgeschwindigkeit und die Straßen nicht gerade wie London zur Rush Hour. Mit gerade einmal 40 Stundenkilometern tuckere ich gemütlich auf der Sans Souci Road durch den üppigen Tropenwald der Insel, der mich mit seinen vielen Grüntönen und bunten Blütentupfen etwas vom Fahren ablenkt. Am Mission Point stoppe ich für einen Panoramablick über Mahés grünen Norden und den allumschließenden Indischen Ozean. Tief atmen, die Meeresluft ist selbst hier oben spürbar.

Besuch zuhause beim Maler

Gegen Mittag erreiche ich das Studio von Maler Michael Adams an der Anse aux Poules Bleues. Die unglaublich lebendigen, bunten Aquarelle des Malers fielen mir in einem Schaufenster in Victoria schon auf. Umso mehr freue ich mich, dass man den Künstler hier in seinem privaten Domizil besuchen kann. Der ältere Herr lebt mit seiner Familie in einem hübschen Kolonialhaus, umgeben von unzähligen Katzen, Hunden, Schildkröten, Meerschweinchen und Vögeln und einem paradiesischen Garten. Er zeigt mir seine Landschaftsbilder und Portraits, die überall in seinem Atelier verstreut sind. Leisten kann ich sie mir leider nicht.

Ein Strand nur für mich

Über die südliche Straße gelange ich schließlich an die Ostküste, wo ich am Anse Forbans leckere Hühnchen-Spieße und eine Kokosnuss an einem Strandimbiss erstehe. In einer kleinen Bucht, von Granitfelsen umgeben,mache ich es mir gemütlich und genieße mein Picknick in aller Ruhe. Auch sonst ist kaum ein Mensch am Strand. Lange halte ich es in der Sonne trotzdem nicht aus. Also ab in den Ozean. Ich muss nicht weit schwimmen, um Riffbarsche, Anemonenfische, Fächerkorallen und Seeigel zu sehen. Ich schnorchle fast eine ganze Stunde durchs Live-Aquarium und wäre gern noch länger geblieben.

Zitronengras-Eis, wo der Pfeffer wächst

Nur ein paar Autominuten den Berg hinauf begebe ich mich in die Welt der Geschmäcker und Gerüche. Über verschlungene Pfade erkunde ich den hügeligen Gewürzgarten Jardin du Roi auf der Suche nach der berühmtesten aller Seychellenpflanzen: der Coco de Mer. Einige hundert Meter laufe ich durchs Dickicht von Lippenstiftbäumen, Karambole, wo der Pfeffer wächst und die Vanille rankt.
Die größten Kokosnüsse der Welt hängen an der Palme wie riesige Herzen. In ihrem Schatten wachsen Porzellanrosen, deren Schönheit selbst die hiesigen Orchideen übertrifft. Ich hole mir ein Zitronengras-Eis am Garten-Restaurant und schlecke genüsslich die süßsäuerliche Erfrischung mit Blick auf das Meer und den Anse Royal. Ich lasse mich ungern aus dem Paradiesgarten werfen, als er um 17.30 Uhr schließt, aber bis Sonnenuntergang ist es nicht mehr lang – und der war bisher immer unschlagbar paradiesisch.

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