Verfasst von Nicole Biarnés am 29.08.2016

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Städtereise Barcelona

Ein Nachmittag in Barcelona

Wir müssen den Kopf ganz schön weit in den Nacken legen, um alle Details der bunten Fassade sehen zu können. Ganz dicht beieinander erheben sich vor uns drei der schönsten Bauten des katalanischen Jugendstils in den Himmel. Genau hier, wo Lina und ich jetzt stehen, wetteiferten vor über hundert Jahren die drei Topstars unter den modernistischen Architekten miteinander.

Der Streitapfel der Modernisten

Die Einwohner von Barcelona nennen diese Häuserzeile zu der die Casa Lleó i Morera, die Casa Amatller und die Casa Batlló gehören, den “Streitapfel” der Modernisten. Dabei haben sich die Architekten selbst natürlich gut vertragen. Es waren wohl eher ihre reichen Auftraggeber, die um Geltung und Ansehen buhlten, wie die drei Göttinnen um den Apfel des Paris.

Gaudís Casa Batlló ist natürlich eindeutig der verrückteste Entwurf. Wogende und wellende Formen wechseln sich mit knöchernen Strukturen und bunten Mosaiksteinchen ab. Auf dem Dach thront ein mystischer Drache. Aber auch das Haus des Schokoladenbarons Amatller nebenan ist nicht ohne. Puig i Cadafalch hat bei dem Entwurf des Giebels sicher an eine Tafel Schokolade gedacht. Am meisten unter den Veränderungen der Jahrhunderte hat wohl die Casa Lleó i Morera gelitten. Die von Domènech i Montaner entworfene Fassade ist leider nicht mehr ganz im Original erhalten. Innen ist das Gebäude dafür wirklich beeindruckend. Das weiß ich, weil ich vor einiger Zeit einmal allein drin war. Leider ist die Casa Lleó i Morera aber zurzeit wegen Umbauarbeiten geschlossen und Besichtigungstouren sind gerade nicht möglich. Das ist echt schade, weil ich Lina gern die schönen Fenster aus buntem Glas zeigen, wollte.

Granja Viader

Statt uns die modernistische Wohnung anzusehen, bummeln wir also stattdessen den Passeig de Gràcia in Richtung Hafen entlang. Als wir die Plaça de Catalunya in Barcelona überqueren, erhebt sich gerade eine Schar Tauben in den Himmel. Schnellen Schrittes erreichen wir den Anfang der Rambla. Von dort biegen wir in die zweite Querstraße nach rechts ab. Unser Ziel ist die Granja Viader, eine alte Milchbar im Jugendstil-Ambiente. Nur zehn Minuten Fußweg vom eleganten Passeig de Gràcia entfernt, tauchen wir in der Altstadt von Barcelona in eine ganz andere Welt ein. Statt heller, breiter Boulevards, bewegen wir uns nun in den dunklen, engen Gassen des mittelalterlichen Barcelonas. Jetzt im Sommer ist es hier angenehm schattig.

Die Milchbar Granja Viader öffnet in Barcelona pünktlich um 17 Uhr und keine Minute früher. Wir haben Glück und finden einen freien Tisch. Ich liebe dieses schwarz-weiße Ambiente, das wie eine Zeitkapsel, aus einem anderen Jahrhundert zu sein scheint. Fleißige Kellner huschen emsig an uns vorbei. Dann kommt endlich einer zu uns. Ich bestelle einen Cacaolat für Lina und eine Orxata für mich. Orxata ist eine köstliche Mandelmilch, die eiskalt serviert wird. Für mich, das perfekte Sommergetränk! Lina trinkt im Granja Viader lieber den katalanischen Kakao, den übrigens die Familie Viader vor über hundert Jahren erfunden hat. Wir lassen uns die Rechnung bringen, zahlen 5,25 Euro und machen uns erfrischt und gestärkt wieder auf den Weg. Das Granja Viader ist immer ein Besuch wert!

Parc Ciutadella

Unsere Route führt quer durch die Altstadt, vom Raval ins Bornviertel, genauer gesagt in den Parc de la Ciutadella. Zwanzig Minuten lang schlendern wir durch die Gassen des Barri Gòtic, bis wir den Eingang des Parks erreichen. Endlich Grün! Natürlich sind wir nicht die Einzigen, die den Nachmittag auf den Wiesen verbringen wollen. Aber wir finden trotzdem schnell ein ungestörtes Plätzchen und machen es uns unter einem der alten Bäume gemütlich. Während ich einem Gaukler, der gerade riesige Luftblasen zaubert, zusehe, erzählt Lina mir die Geschichte des Parks und der Festung, die hier früher stand.

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