Verfasst von Lea Hajner am 28.11.2014

Ein Adventwochenende unter Palmen in Meran

„Da gibt’s ja Palmen!“ Das erste, was mir und meinem Freund auffällt, als wir das Auto am Rande der Altstadt parken, sind die meterhohen Palmen. Gerade noch waren wir im tiefsten Bergwinter am Brenner Pass, nun stehen wir in der kleinen Stadt Meran umgeben von hohen, schneebedeckten Bergen und – ja, es sind tatsächlich Palmen.

Dieses Jahr haben wir uns vorgenommen, im Advent eine kurze Reise zu machen um den vorweihnachtlichem Trubel mal auf andere Art zu erleben. Zum Beispiel mit einem „exotischen“ Christkindlmarkt. Die Stadt Meran liegt etwa anderthalb Autostunden vom Brennerpass entfernt und 30 Minuten von Bozen in Südtirol. Sie ist bekannt für ihr mildes Klima, in der Stadt selbst schneit es nur selten. Dafür gibt es ringsum hohe Berge mit Skigebieten (etwa Meran 2000 oder den etwas weiter entfernten Schnalstaler Gletscher). Doch wir wollen einfach nur entspannen, spazieren gehen und vielleicht das eine oder andere Geschenk am Weihnachtsmarkt finden.

Meraner Weihnacht – der Markt in der Altstadt

„Der Weihnachtsmarkt ist mitten in der Stadt, den könnt ihr nicht übersehen.“ Kathi ist eine alte Bekannte und ursprünglich aus der Nähe von Meran. Ihre Geheimtipps haben wir uns sorgfältig notiert. Wir beginnen unser Wochenende also mit einem Stadtspaziergang. Am Ufer entlang direkt beim Kongresshaus stehen moderne Holzstände aus Federnholz, wo Künstler und Köche ihre Produkte anbieten. Schöne Christbaumkugeln, traditionelle Schnitzereien und die wahrscheinlich beste Polenta der Welt! Denn die wird in einem riesigen Kochtopf über offenem Feuer gerührt. So lange, bis sie genau die richtige Konsistenz hat. Dazu ein Stück Bio-Käse von dem jungen Südtiroler Bauern – und wir sind gestärkt für einen kleinen Spaziergang durch die restlichen Gassen Merans.

Weihnachtsshopping in Meran

Unter den Lauben warten noch mehr kulinarische Highlights auf uns und wir schlagen kräftig zu bei Speck, Käse, Schüttelbrot und Kräutertee. Im „Pur Südtirol“ Shop (Freiheitsstraße 35) gibt es ausschließlich regionale Produkte und ein fachkundiges Personal, das gerne Auskunft gibt. Für meine Mutter erstehen wir hier auch gleich noch ein tolles Schneidebrett aus Nussholz.

Zurück unter den Lauben kann ich es mir nicht verkneifen, bei dem Modedesigner Dimitri Panagiotopoulos einen Blick in sein Atelier (Lauben 123) zu werfen. Er ist der einzige Jungdesigner Südtirols, der seine Mode auf internationalen Modewochen und Haute Couture Shows präsentiert. Die Stücke sind wunderschön, das schlägt sich leider auch in den Preisen ab 300 Euro nieder. Aber man wird doch mal träumen dürfen. Wann, wenn nicht in der Vorweihnachtszeit?
„Aber eigentlich sind wir ja wegen dem Weihnachtsmarkt hier“, werde ich unsanft erinnert und aus dem Shop bugsiert. Wir schlendern noch eine Zeitlang am Flussufer entlang, bis es langsam dunkel ist und die weihnachtliche Beleuchtung den Platz erhellt. „Jetzt habe ich noch eine ganz besondere Überraschung für dich“, flüstert mir mein Freund ins Ohr und zieht mich über die Brücke. „Aber in die Therme wollten wir doch morgen Abend?“, wundere ich mich. Kurze Zeit später stehe ich vor einer menschengroßen Christbaumkugel. Mit Tisch und Bänken. Abendessen in einer Christbaumkugel! Etwas kitschig vielleicht. Aber gleichzeitig sehen die kleinen kugelrunden Hütten auch romantisch aus, und die frische Pasta schmeckt köstlich zu einem Glas rotem Südtiroler Edelvernatsch, meinem Lieblingswein.

Weihnachtsmärkte ringsum

Am nächsten Tag erkunden wir den Weihnachtsmarkt im urigen Schloss Tirol. Von der Endstationen der Bus-Linie 220, die direkt in Meran losfährt, spazieren wir rund 15 Minuten zum Schloss. Dieser Markt findet immer am Wochenende rund um den Feiertag am 8. Dezember statt. Auch der Schenner Bauernadvent, die Mortiner Sternstunden im Passeiertal und der Adventmarkt im Stall in Algund sind kleinere Märkte, die jedes Jahr nur an 1-2 Wochenenden die Türen öffnen. Wann genau, erfährt man am besten direkt bei der Tourismusinformation.

Die Stimmung im Schloss Tirol ist wunderbar friedlich. Im Hof singt eine Kindergruppe und im Streichelzoo stampfen hungrige Ziegen und Schafe auf und ab. Es ist ein uriges, herzliches Ambiente, das uns in seinen winterlichen Zauber zieht.

Aufwärmen in der Therme

Nach dem Ausflug geht’s direkt in die moderne Therme Merans, auch ein Tipp von meiner Südtiroler Freundin, die hier selbst gerne mit ihrer Familie hingeht. Eine 3-Stunden-Karte mit Besuch in der Saunalandschaft kostet für Erwachsene 20 Euro (Kinder 9,50 Euro). Besonders toll ist der Schneeraum in der Sauna, in dem es frostige -12 Grad hat. Ideal zum Abkühlen nach der finnischen Sauna, die im Freien steht. Hier kann man auch auf einer Liege ausdampfen und abends den Blick auf den Sternenhimmel genießen. Oder die Palmen im Wind beobachten. Das geht eben nur hier, in Meran.

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