Verfasst von Cornelia Lohs am 21.06.2017

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Städtereise Dublin Irland

Dublin: Guinness, Geister und Irish Coffee

„Es gibt hier keine Fremde, nur Freunde, die man noch nicht getroffen hat“, zitiert der Dubliner neben uns die Pub-Weisheit des irischen Dichters William Butler Yeats und prostet uns mit seinem Guinness zu. Nirgendwo in Dublin kommen wir so schnell mit Einheimischen ins Gespräch wie in einem der über 750 Pubs der Stadt. Wir sind im Temple Bar District, wo sich eine Kneipe an die andere reiht. Vor der Bruxelles Bar steht die Statue des Rockmusikers Phil Lynott, Frontmann von Thin Lizzy, die mit „Whiskey in the Jar“ ihren größten Hit hatten.

Spannende Zeitreise ins 19. Jahrhundert

Über die O’Connell Bridge gehen wir zum Custom House Quay ins neue Museum „Epic Ireland.“ Damit wir keine der 20 interaktiven und multimedialen Stationen verpassen, bekommen wir an der Kasse einen Pass, den wir nach jeder Station an einer Maschine abstempeln. Schon nach wenigen Minuten befinden wir uns unter irischen Immigranten in New York, die über ihre Ängste und Hoffnungen sprechen. Die Installation wirkt so echt, dass wir das Gefühl haben, tatsächlich mitten unter ihnen zu sein. In den weiteren Stationen begegnen wir berühmten Menschen mit irischen Vorfahren (z. B. Che Guevara), irischer Musik, Film, Forschung, Kulinarik, Künstlern und Designern (Eintritt 14 Euro).

Marsh’s Library: Hier spukt der Geist des Erzbischofs

„Spürt ihr, wie euch die Kälte den Nacken hinauf kriecht?“, fragt uns die Bibliotheksangestellte, als sie uns in die dunkle Eichenholzgalerie führt. Hier soll der 1713 verstorbene Erzbischof Narcissus Marsh spuken. Er sucht den Brief seiner Nichte, der in einem der 25.000 Bücher versteckt ist. Das Mädchen war mit ihrem Freund durchgebrannt und hatte einen Abschiedsbrief in ein Buch gelegt. Narcissus, der den Brief zu Lebzeiten nicht fand, kehrt Nacht für Nacht zurück auf der endlosen Suche nach dem Brief. Im alten Lesezimmer saß 1866 Dracula-Schöpfer Bram Stoker bei Kerzenlicht und las Bücher über Geister, Hexen und Astrologie (Eintritt 3 Euro).

Guinness Storehouse: ein Pint mit Blick über Dublin

Etwa 15 Minuten Fußmarsch sind es von Marsh’s Library bis zum Guinness Storehouse. Auf sechs Etagen erfahren wir alles, was wir schon immer über das dunkle Stout wissen wollten. Nach der Tour gönnen wir uns in der Gravity Bar im 7. Stock ein Pint mit Blick auf Dublin – allerdings müssen wir um freie Sicht kämpfen, denn die Bar ist völlig überfüllt. Der Eintritt kostet abhängig von Tag und Uhrzeit zwischen 14 und 20 Euro, ein Pint Guinness ist inklusive.

Grafton Street: berühmteste Straße Dublins

Hauptattraktion in Irlands weltberühmter Einkaufsmeile sind die zahlreichen Straßenmusiker. Tatsächlich ist die Straße „Startrampe“ für viele Musiker – wer hier spielt, schafft es nicht selten in die Charts. Bono von U2 stand auch mal hier. Shoppen heben wir uns für später auf, jetzt zieht es uns zum Café en Seine in der Dawson Street, wo es den besten Irish Coffee der Stadt geben soll. Der Barmann zeigt uns, wie er das Getränk zubereitet. Es schmeckt köstlich! Das Interieur des Restaurants erinnert an die Pariser Etablissements um 1900 – wir möchten ewig darin verweilen.

Irish Folk

„Nirgendwo wird bessere Musik gespielt als bei Mulligan’s im Smithfield Village“, erklärt uns ein Taxifahrer. „The Cobblestone“, Tom Mulligan’s traditioneller Irish Music Pub, unterscheidet sich deutlich von den Pubs im Temple Bar District, denn hier tummeln sich kaum Touristen. Die Mulligans spielen seit fünf Generationen – wir sitzen mitten unter den Musikern und erfahren in den Pausen spannende Familiengeschichten. Besser könnte der Tag in Dublin nicht ausklingen!

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