Verfasst von Lea Hajner am 19.05.2015

Die südöstliche Algarve – Ausflug auf Ilha da Culatra

Die Sonne brennt vom Himmel, meine Flipflops schlappen am Boden und ein schwaches Lüftchen weht durch die bunten Sträucher der Vorgärten. Ich schlendere eine der kleinen Gassen im Dorf entlang, folge dem Geruch von frisch gegrilltem Fisch und hoffe auf Abkühlung am anderen Ende der Insel, wo das Meer blau leuchtet und mir bereits entgegenblitzt.

Inselparadies der Einheimischen

Ilha da Culatra ist eine kleine Insel an der Algarve. Mit dem Wassertaxi (rund 30 Euro) aus Olhão haben wir sie in rund einer halben Stunde vom Festland aus erreicht, mit der mehrmals täglich verkehrenden Fähre (5 Euro) dauert es eine Spur länger.

Viel ist hier nicht los, es ist das Inselparadies der Einheimischen. So wie bei uns im Frühling die Schrebergärten in Schuss gebracht werden, schmücken und pflegen die Portugiesen hier ihre Ferienhäuser. Jede Hausfassade ist anders, jeder Garten wartet mit einem anderen Detail auf.

Sehenswertes in Farol

Vom kleinen Hafen in dem überschaubaren Ort Farol sind es rund zehn Minuten zu Fuß zum Restaurant A-Do-João. Autos gibt es hier keine und den einzigen Lärm, den ich höre, machen der Wind und die Wellen. Und das Wuseln der Menschen vor dem Restaurant, in dem heute im ersten Stock eine Hochzeitsgesellschaft feiert. Die Hochzeitstorte zeigen sie mir voller Stolz: Sie ist mit Muscheln dekoriert. In der Luft hängt der Geruch von Fisch und Pommes, trotz der Hitze ist es unmöglich, nicht hungrig zu werden. Das kleine Lokal serviert köstliche portugiesische Spezialitäten, hausgemachte Limonade und der herzliche Empfang der Besitzer sorgen für eine angenehme Atmosphäre.

Einmal am Tag holt der Restaurant-Manager frischen Fisch vom Markt in Olhão, ich entscheide mich für einen Vorspeisenteller (Garnelen, Muscheln und Tomaten mit Zwiebeln) und gegrillten Steinbarsch als Hauptspeise mit Reis und Salat. Mit einem abschließenden Kaffee, dem portugiesischen Galão (Espresso mit heißer Milch), kostet mich das insgesamt 25 Euro, wovon jeder Cent den Genuss wert ist.

Der Leuchtturm

Gestärkt geht es nach dem Mittagessen weiter. Der 1851 gebaute Leuchtturm ist neben dem Strand die Hauptattraktion des Dorfes. Er gehört, wie alle Leuchttürme in Portugal, der Marine und ein Betreten ist nur am Mittwochnachmittag möglich: Dann ist „Tag der offenen Tür“ und der Zutritt gratis. Ich habe Glück und es ist offen. Entlang der schmalen Wendeltreppe geht es schweißtreibende 47 Meter auf die runde Terrasse. Von hier kann ich die ganze Insel überblicken, die sich über 7 Kilometer erstreckt.

Danach habe ich mir den Sprung ins kühle Meer redlich verdient. Am Sandstrand unterhalb des Leuchtturms ist die Farbe des Wassers am schönsten und zieht auch die Einheimischen an. Zahlreiche Kinder spielen am Wasser, die Mütter plaudern unter den großen Sonnenschirmen.

Am Rückweg durch die Lagune erspähe ich am Uferrand Muschel- und Austernbänke, die gut bewacht werden. Ähnlich wie Stege stehen die Boxen mit den Austern aneinandergereiht in seichten Gebieten und wachsen hier heran bis sie am Markt teuer verkauft werden können.

Frischer Fisch abseits der Touristenpfade

Von der Anlegestelle in Olhão geht es zurück zum Auto und weiter nach Faro. Hier nisten unzählige Störche auf den Schornsteinen der Dächer. Ein besonders dreister Vogel hat sich sogar auf einem Mast mitten auf einer Verkehrsinsel häuslich niedergelassen. Von dem kleinen Fischlokal am Jachthafen, dem Faro e Benfica Restaurante Marisqueira, kann man die Boote und die Störche gut durch die Glaswand beobachten.

Das Restaurant ist ein echter Geheimtipp und kommt ohne billige Touristenmenüs aus. Am besten reserviert ihr jedoch vorab einen Tisch. Die Empfehlung des Hauses lautet: Cataplana de peixe com ameijoas e camarão – ein Eintopf, der in einem portugiesischen Eisen- oder Kupfertopf zubereitet wird und in dem Herzmuscheln und Gambas schonend gegart werden. Die Cataplana ist ein regionales Algarve-Gericht und stammt noch aus der Zeit, als die Region in maurischer Hand war. Im Faro e Benfica kostet der Topf 42 Euro und reicht für zwei bis drei Personen. Lecker!

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