Verfasst von Jana Zieseniß am 17.11.2014

Die Gili-Inseln: Inselhopping in Indonesien

Als das Boot sich den kleinen Inseln am Horizont nähert, kann ich meinen Blick kaum lösen. Das türkisblaue Meer bricht sich sanft am kilometerlangen Sandstrand. Ungläubig reibe ich mir die Augen. Am Ende des weißen Strandes befinden sich ein paar Holzhütten, die sich später als kleine Standbars entpuppen. Davor – auf den bunten Sitzsäcken im Sand – schlürfen bereits die ersten Inselgäste die frisch gepressten Fruchtsaftcocktails, die umgerechnet keine zwei Euro kosten. Was dem Klischee der Malediven oder einer einsamen Südseeinsel entspricht, sind in Wirklichkeit die Gili-Inseln in Indonesien, vor der Küste von Lombock gelegen. Reisende erreichen sie entweder mit der Fähre oder dem Speedboat von Bali aus. Ich habe mich für Letzteres entschieden und somit einen zweistündigen „Wellenritt“ hinter mir.

Angekommen im Paradies: Gili Trawangan

Froh, endlich wieder Land unter den Füßen zu haben, springe ich vom Boot ins seichte Wasser. Was mir als Erstes auffällt: Auf den Gili-Inseln gibt es im Gegensatz zum turbulenten Bali weder Autos noch Motorräder. Die einzigen Verkehrsmittel sind Pferdekutschen und Fahrräder. Ich gehe stattdessen zu Fuß und lasse das bunte Inseltreiben auf mich wirken. Neben den Strandbars gibt es kleine Shops und Tauchschulen an der Promenade. Gili Trawangan ist die größte der drei Inseln. Praktischerweise hat sie sogar Geldautomaten. Je weiter ich jedoch in das Inselinnere vordringe, desto ruhiger wird es. Das einzige Dorf besteht aus wenigen Häusern, die sich rechts und links der Schotterstraße befinden. Zwischendrin wirbt immer mal wieder ein Hotel mit freien Bungalows. Die meisten Hotels befinden sich aber dort, wo sich auf Trawangan das Leben abspielt: am Strand.

Die ersten Tage auf den Gili-Inseln plätschern entspannt dahin. Ich verbringe sie tagsüber mit dem Baden im warmen Ozean. Abends genieße ich die herrliche Auswahl an Cocktails mit Blick auf den atemberaubenden Sonnenuntergang. Verführen lasse ich mich dann aber doch von einem „Schnuppertauchkurs“, der für umgerechnet 45 Euro an förmlich jeder Ecke angeboten wird. Nach einer kurzen Übungslektion im Pool der empfehlenswerten Tauchschule „Gili Divers“ geht es noch am selben Tag hinaus aufs Meer zu den bunten Korallenriffen, die ich bisher nur von der Wasseroberfläche erahnen konnte. Nach dem Eintauchen bin ich zu Besuch bei „Nemo“ und „Arielle“. Zwischen Clownsfischen und schillernden Barschen begegne ich sogar einer riesigen Schildkröte, die friedlich den Meeresgrund nach Essbarem absucht.

Gili Meno, die Robinson-Crusoe-Insel

Nach dem Tauchgang würde ich am liebsten hierbleiben und mich für einen Tauchschein einschreiben, aber meine Reise führt mich weiter nach Gili Meno, der kleinsten der drei Inseln. Rund fünf Euro kostet mich die Überfahrt auf der kleinen Nussschale. Ich bin froh, meine Unterkunft schon vorher reserviert zu haben, denn die wenigen Bungalows auf der Insel sind schnell belegt.

Mit dem Salzsee und der Schildkrötenaufzuchtstation habe ich auch schon alle „Sehenswürdigkeiten“ der Insel gesehen und kann mich dem widmen, was man auf Gili Meno am besten kann: relaxen. Kein Internet, kein Nachtleben, keine Elektrizität in der Nacht – ich fühle mich fast schon ein wenig wie Robinson Crusoe, als ich entlang einsamer Strände und durch Palmenhaine streife und unterwegs, abgesehen von ein paar wenigen indonesischen Bauern, keiner Menschenseele begegne. Tatsächlich bin ein klein bisschen froh, als mich die Fähre am dritten Tag wieder zurück nach Gili Trawangan bringt – zurück zu Cocktails, Geldautomaten und Internet. Vielleicht bin ich doch nicht für ein einsames Inselleben geschaffen.

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