Verfasst von Katja Wegener am 21.11.2014

Die Eifel – Vulkane, Maare und noch viel mehr

Per Auto, Rad oder zu Fuß – alles ist möglich, wenn ihr die Eifel erkunden wollt. Doch ich habe mich für eine weitere Möglichkeit entschieden, ich fahre durch die Lüfte. Ja, wirklich, ich wage es und starte mit einem Ballon von Daun aus zu einer traumhaft schönen Luftfahrt über einen großen Teil der Eifel. Ein einzigartiges Erlebnis, das ihr über die Ballonfreunde Eifel e.V. buchen könnt. Günstig ist das leider nicht. Eine rund einstündige Reise kostet pro Person etwa 200 Euro.

Über mir der weite, blaue Himmel mit einigen weißen Wolkentupfen und unter mir eine Landschaft, aus der mich große dunkle Augen anschauen. Ich komme mir vor wie im Land der Riesen. Hier ein Maare-Augenpaar, dort die bucklige Nase und wieder ein Stückchen weiter bildet ein großes Getreidefeld einen weit aufgesperrten Mund. Wurden hier die Vulkane von Riesen gelöscht? In der Informationsschrift der Tourismuszentrale habe ich gelesen, dass es hier auf diesem kleinen Abschnitt Deutschlands 350 Vulkane gibt. Was, wenn einer davon jetzt denkt, er müsse wieder einmal Feuer und Asche spucken? Mein Pilot beruhigt mich, das wird wohl jetzt noch nicht passieren. Aber irgendwann mit Sicherheit wieder. Jetzt schlummern die stummen Riesen. Nach rund 30 Minuten mit ungeheuer vielen, positive Eindrücken landen wir wieder sanft und ich bedanke mich für ein unvergessliches Erlebnis.

Wasser der Eifel

Mein nächstes Ziel sind die Dolomiten. Nein, ich fahre jetzt nicht nach Südtirol, sondern besuche die Gerolsteiner Dolomiten. Früher war die Eifel ein Meer. Kann ich mir jetzt überhaupt nicht vorstellen. Als dieses sich im Laufe von Millionen von Jahren zurückbildete, entstanden im Tal der Kyll, einem kleinen Flüsschen, hoch aufragend die Gerolsteiner Dolomiten. Im Naturkundemuseum Gerolstein (mehr dazu unter Naturkundemuseum Gerolstein, Hauptstr. 72, 54568 Gerolstein, Telefon: +49 6591 949692, E-Mail: info@naturkundemuseum-gerolstein.de) kann ich spannende Geschichten über die Ur- und Frühgeschichte dieser einzigartigen Landschaft nacherleben. Gerolstein hat sich einen Namen gemacht mit seinen unzähligen Brunnen. Ich will gerne wissen, wo das Gerolsteiner Wasser, erhältlich im Supermarkt, eigentlich herkommt, und mache mich auf zu einer Werksbesichtigung (Montag bis Freitag um 15 Uhr). Interessant, was ich dabei so alles lernen kann. Auch die unterschiedlichen Wässerchen koste ich und bin der Meinung, eine solche Besichtigung solltet ihr auf jeden Fall auch mit euren Kindern machen. Es ist spannend und lehrreich.

Maare-Mosel-Radweg

Eine weitere Möglichkeit, die Eifel zu erkunden, bietet das Fahrrad. Ich habe mich schlau gemacht und möchte den Maare-Mosel-Radweg testen. Bereits ab 22 Euro pro Tag kann ich ein E-Bike problemlos vor Ort ausleihen.

Start ist für mich in Schalkenmehren. Auf der alten Bahntrasse soll es nun rund 55 km ohne große Steigungen nach Bernkastel-Kues gehen. Ich empfehle Euch, für eine Radtour auf dieser alten Bahntrasse eine Jacke und eine kleine Taschenlampe mitzunehmen. Das Fahrradlicht allein reicht nicht aus. Denn hier ist Schieben angesagt. Der Schalkenmehrer Tunnel ist 560 Meter lang und unbeleuchtet. Gemütlich geht es an kleinen Dörfern über Manderscheid und Wittlich kontinuierlich der Mosel entgegen. Tatsächlich macht diese Strecke Spaß, da kaum Steigungen zu bewältigen sind. Vom Bahnhof in Bernkastel-Kues bringt mich ein Bus mit Fahrradanhänger zurück nach Schalkenmehren. Super war diese Tour, gut ausgeschildert, fast frei von Verkehr und auch für Ungeübte keine große Herausforderung. Empfehlung: Wenn ihr danach noch Zeit habt, lasst euch doch mit einer Wohlfühlmassage im Landidyll Hotel Michels verwöhnen. Das Arrangement ist bereits für zwei Nächte inkl. Massage und 4-Gänge Menü ab 277 Euro buchbar.

Mein persönlicher Tipp: Ein E-Bike ist definitiv nicht nur für alte Leute ☺

Für den nächsten Tag habe ich mir Monschau an der Rur als Ziel ausgesucht. Eine Fahrt mit der kleinen Monschauer Stadtbahn zum Preis von 6 Euro verschafft mir einen Überblick, was dieses beschauliche Städtchen zu bieten hat. Einsteigen könnt ihr am Marktplatz und am Busbahnhof Burgau. Ich bin überrascht ob der vielfältigen Angebote. Kaffeerösterei, Glasbläserei, ein Felsenkeller Brauerei-Museum und vieles mehr. Etwas ganz besonders Leckeres findet ihr in der historischen Senfmühle. Über 20 verschiedene Sorten Senf werden hier angeboten. Für Hobbyköche eine wahre Fundgrube. Auch lecker essen könnt ihr hier. Das Restaurant „Schnabuleum“ begeistert sogar beim Dessert mit Senf. Ich habe sie getestet, die Monschauer Senfpralinchen, und muss sagen: Ich war angenehm überrascht. Ausprobieren ist ein Muss. Wenn ihr nach den kulinarischen Genüssen noch entspannen möchtet, empfehle ich euch eine Schifffahrt auf dem herrlichen Rurstausee. Für 25,80 Euro kann sich die gesamte Familie knapp zwei Stunden wie auf großer Kreuzfahrt fühlen und Natur pur genießen.

Geysir in der Eifel

Eine ganz andere Richtung möchte ich zum Abschluss meiner Reise aber doch noch einschlagen. Ich fahre zum östlichen Rand der Vulkaneifel, nach Andernach. Wusstet ihr schon, dass in Andernach der größte Kaltwasser-Geysir der Welt seine Fontäne bis zu 60 Meter hoch in den Himmel schleudert? Einfach gigantisch. Doch bevor es per Schiff zum Namedyer Werth, also zur Heimat des Geysirs geht, können große und kleine Entdecker in einem Erlebniszentrum selbst aktiv werden und sich mit dem Geysir quasi in einer Art Trockenkurs vertraut machen. Drei Stunden solltet ihr für die gesamte Expedition einplanen. Aber das ist Zeit, die sich lohnt. Eine tolle Sache finde ich, dass Kinder unter 100 cm ebenso freien Eintritt genießen wie alle Personen, die am Besuchstag Geburtstag haben. Pro Erwachsener liegt der Preis für das Spektakel bei 14,50 Euro. Familienkarten gibt es bereits ab einem Erwachsenen und einem Kind. Doch Andernach hat sich durch ein ganz anderes Experiment noch einen Namen gemacht. Es ist die „essbare Stadt“. Statt Blumenschmuck wird überall Essbares angepflanzt. Kräuter, Gemüse, Obst, alles was in die Küche gehört. Und das Tolle daran ist: Jeder Bürger darf sich kostenlos bedienen. Nachahmenswert – nicht nur für die Eifel.

Weitere Beiträge von Katja Wegener

Weitere Beiträge zu den Urlaubsarten: Natururlaub

Im Süden Gran Canarias

Ich war über Gran Canarias Vielfalt bei meinem ersten Besuch überrascht. Jede ...

Zum Artikel

Meran von oben

Wie ein Adler auf das beschauliche Meran in Südtirol herabblicken? Diesen...

Zum Artikel

Pure Lebensfreude

Man muss Costa Rica einfach gerne haben: Atemberaubende Natur im Überfluss,...

Zum Artikel