Verfasst von Mela Mörtenbäck am 8.04.2015

Der Norden Mallorcas: Serra de Tramuntana

Obwohl ich bei meiner Fahrt in den Norden Mallorcas eigentlich keinen Halt im kleinen Bergdorf Valldemossa geplant hatte, bin ich froh, doch einen Stopp eingelegt zu haben.

Denn Valldemossa ist für mich rückblickend das schönste Dorf, welches ich auf meiner Reise besucht hatte. Schon von weitem sind die sandfarbenen Häuser inmitten der Berge der Serra de Tramuntana zu erblicken. Zwar gibt es dort viele Touristen, dennoch wirkt das Bergdorf sehr ursprünglich. In den Schatten spendenden Gassen finden sich viele Cafés und Läden mit spanischer Handwerkskunst, wie etwa das S’Espardenya, wo ich für 15,- Euro original spanische Espadrilles erstehe.

Gegrillte Gambas mit Meerblick

Zufällig entdecke ich auf der Weiterfahrt in den Osten der Insel einen Wegweiser am Straßenrand: Ca’s Patró March. Ich hatte zuvor über das Restaurant gelesen und entschließe mich, dem Schild zu folgen. Über eine enge, steile Straße ruckelt der Mietwagen rund zehn Minuten den Berg hinab. Die letzten Meter laufe ich zu Fuß zur Cala de Deyá. Auf einem Fels gelegen, zieht das Ca’sPatró March sofort meine Blicke auf sich – hier muss ich einfach mittagessen. Ich habe Glück und ergattere noch einen freien Tisch mit direktem Blick aufs Meer. Ich bestelle eine Gazpacho und Gambas in Olivenöl gebrutzelt und bezahle dafür keine 20,- Euro. Bei einem Espresso lasse ich den lohnenswerten Zwischenstopp ausklingen und mache mich wieder auf den Weg zurück zum Auto.

Nostalgische Bahnfahrt nach Port de Sóller

Die Fahrt führt mich über Serpentinenstraßen weiter nach Sóller. Die Iglesia de Sant Bartomeu präsentiert sich wie einem Reiseführer entsprungen, eine nostalgische Straßenbahn schlängelt sich gerade vorbei.

Auch ich lasse mir die Bahnfahrt ins zwanzig Minuten entfernte Port de Sóller (5,50 Euro für eine einfache Fahrt) nicht entgehen. Während der Fahrt ziehen die umliegenden Berge und bei der Einfahrt in den Hafen die Strandpromenade an mir vorbei. Port de Sóller wirkt beinahe kitschig, Boote schaukeln im Hafen, dahinter die Berge des Tramuntanagebirges. Ich genehmige mir ein Eis, schlendere den Strand entlang und fahre etwa eine Stunde später zurück nach Sóller.

Meterhohe Schlucht und glasklare Bucht

Da es schon spät ist, mache ich mich auf den Weg zurück ins Hotel. Doch ich habe noch nicht genug vom Norden und komme am nächsten Tag wieder. Es ist die Schlucht Torrent de Pareis, die es mir angetan hat.

Der Weg führt erneut über enge Serpentinenstraßen, die Anfahrt ist mühsam und dauert ab der Abzweigung auf die MA-2141 knapp zwanzig Minuten. Ich hoffe, dass sich der Weg lohnt. Die im Sommer trockene Schlucht ist ein beliebtes Wandergebiet für Einheimische und Urlauber, ich hingegen steuere sie über die Cala Sa Calobra an.

Vom Fischerhafen führt ein Weg zur Mündung des Wildflusses – ein begehrter und oft fotografierter Badestrand bei Urlaubern. Und tatsächlich, die Schlucht ist beeindruckend, meterhoch ragen die Felsen um uns in die Höhe. Ich wandere einige Meter in die Schlucht hinein und lasse mir die Abkühlung im glasklaren Wasser nicht nehmen, bevor ich die Fahrt fortsetze.

Am nördlichsten Punkt Mallorcas

Mein nächstes Ziel: der nördlichste Punkt Mallorcas, das Cap de Formentor. Langsam schlängle ich mich die nächste Serpentinenstraße entlang. Je nachdem, wie viele andere Urlauber das gleiche Ziel vor Augen haben, dauert die Anfahrt ab Port de Pollenca bis zum Leuchtturm schon mal eine Dreiviertelstunde.

Eigentlich wollte ich sehen, wie die Sonne die Küste in ein warmes Licht taucht, darum wählte ich die Abendstunden. Etwas betrübt stelle ich fest, dass sich die Sonne heute wohl nicht mehr blicken lässt. Ich erreiche schlussendlich das Cap und am Leuchtturm offenbart sich ein toller Blick auf die Küste und das offene Meer. Im Café hole ich mir einen café con leche und lasse das Panorama noch etwas auf mich wirken. Ich habe Glück und auf dem Weg zurück blinzeln vereinzelt Strahlen der Abendsonne durch die Wolkendecke. Ich halte an den Aussichtspunkten entlang des Weges und lasse meinen Blick über die steile Küste streifen. Der Norden Mallorcas steht dem Süden in seiner Schönheit definitiv in nichts nach.

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