Verfasst von Nicole Biarnés am 24.11.2014

Das Paradies ist blau und grün

In einem kleinen Katamaran fliegen wir über die Wellen dahin. Die Küste von Cap Malheureux wird hinter uns immer kleiner. Wir steuern eine kleine Insel im Norden von Mauritius an. Während wir die Sonne genießen und an dem einsamen Strand baden und schnorcheln, bereiten Christopher und Jonas, die Crew unseres Dreamweaver-Katamarans, unser Mittagessen zu: Es gibt frisch gebratenen Fisch! Irgendwie ist auf Mauritius jeder Tag etwas ganz Besonderes.

Eureka

Eureka ist eine alte Villa aus der Kolonialzeit. Heute ist dort ein Museum eingerichtet und wir können völlig frei in dem schon leicht in die Jahre gekommenen Gebäude auf und ab spazieren. Ich habe gar nicht das Gefühl, in einem Museum zu sein. Wohnzimmer, Badezimmer, Musikzimmer – alles wirkt so, als wären die Bewohner nur mal eben weggegangen. Auf einer Kommode blickt mich ein steinerner Dodo traurig an. Schade, dass diese wunderschönen, aber etwas plumpen Vögel ausgestorben sind.

Auf der vorderen Terrasse stehen Stühle und Tische für die Gäste. Wir bestellen eine Kleinigkeit zu essen. Von wegen Kleinigkeit: Reis, Fleisch, viel Gemüse und verschiedene Soßen werden uns in kleinen Schälchen aufgetischt. Auf der ganzen Insel kann man leckere, kreolische Gerichte probieren, aber das hier ist ein Traum!

Bois Cheri und Grand Bassin

Die Teeplantage Bois Cheri besuchen wir am gleichen Tag wie den See Grand Bassin. Für diesen Ausflug buchen wir uns ein Taxi. Auf Mauritius sind die Taxifahrer nämlich gleichzeitig Reiseführer. Sie holen die Gäste am Hotel ab und fahren sie nach dem Ausflug auch wieder zurück. Sehr praktisch. Unterwegs erklären sie viele nützliche Dinge über den Ort, den man gerade besuchen möchte.

Zuerst fahren wir also zum Grand Bassin, für die Hindus ist das die heiligste Stätte der Insel. Der Legende nach hat Shiva auf seinem Weg durch die Welt den Ganges bei sich getragen. Als er Mauritius entdeckte, gefiel ihm der kleine Fleck im Ozean so gut, dass er hier bleiben wollte. Dabei schwappte etwas Wasser aus dem heiligen Fluss auf die Insel, und so entstand das Grand Bassin. Leise betreten wir die Tempelanlage, ziehen unsere Schuhe aus und spazieren respektvoll zwischen den bunten Statuen der hinduistischen Götter herum.

Vom See geht es weiter nach Bois Cheri. Auf dem Weg zur Teeplantage fahren wir durch ein Meer grüner Sträucher. Rechts und links der Straße wächst Tee. Nach der Besichtigung der Fabrik dürfen wir noch eine Teeverkostung im alten Kolonialhaus mitmachen. Das Restaurant liegt malerisch inmitten grüner Plantagen – Tee, so weit das Auge reicht. Mit unserer Eintrittskarte dürfen wir uns einmal gratis durch alle Sorten trinken.

Ich verliebe mich sofort in den Tee mit dem Dodo auf der Verpackung: ein schwarzer Tee, der nach Vanille und Kokos schmeckt. Davon nehme ich ein Paket für zuhause mit! Bevor es aber wieder zurück ins Hotel geht, genießen wir noch die Aussicht auf die endlos grünen Felder der Teeplantage.

Unter Wasser

Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich mal tauchen würde. Aber nach meinem Schnupperkurs bin ich total begeistert. In Flic-en-Flac hat Katherina, eine Deutsche, die schon seit vielen Jahren auf Mauritius lebt, eine kleine Tauchschule eröffnet: Sea Urchin Diving.

Ganz in Ruhe erklärt sie alles, was wir für unseren ersten Schnuppertauchgang wissen müssen. Und dann geht’s los. Wir fahren mit dem Boot ein Stück vor die Küste. Katherina nimmt mich an die Hand und taucht mit mir in die unglaubliche Unterwasserwelt ein. Vor lauter Staunen vergesse ich glatt, Angst zu haben. Ich schwebe leicht wie eine Feder im Wasser, mitten zwischen den bunten Fischen und Korallen! Eine Meeresschildkröte schwimmt gemächlich vor uns her und verschwindet hinter einem Felsen. Ich bin jetzt auch ein Teil dieser leisen Welt. Ich atme ein und atme aus und strahle glücklich vor mich hin.

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