Verfasst von Nima Ashoff am 9.06.2017

Costa del Sol: Nervenkitzel auf dem Königsweg

Noch bis vor wenigen Jahren galt der Caminito del Rey als gefährlichster Weg der Welt. Dass er diesem Ruf gerecht wurde, weiß ich aus eigener Erfahrung. Löchrige Betonplatten und eine fehlende Absicherung haben im Laufe der Jahre aus dem ehemaligen Transportweg für Arbeiter einen Abenteuerpfad für Adrenalin-Junkies gemacht.

Seit 2015 ist damit Schluss, denn der Caminito wurde aufwendig restauriert. Über den alten Pfad wurde ein neuer aus Holz gebaut und mit einem Geländer versehen. Umso spannender ist es für mich, die brüchigen Abschnitte zu sehen, über die ich zwei Jahre zuvor geschlichen bin. Damals musste ich mich selber mit einer Kletterausrüstung sichern und war angespannt bis in die Haarspitzen. Heute kann ich den Caminito gehen, ohne dass mir die Beine vor Aufregung zittern.

Eine schmale Brücke zwischen steilen Wänden

Den Höhepunkt bildet die Hängebrücke, die beide Seiten der Schlucht verbindet. Hier weht ständig ein starker Luftzug, der die Brücke etwas ins Schaukeln bringt. Zum Glück habe ich keine Höhenangst, denn sonst könnte es mir an diesem ausgesetzten Punkt doch etwas mulmig werden. Am Ende steht für mich fest: Der historische Königspfad ist jetzt zwar sicher, aber mit Sicherheit nicht langweilig. Der Eintritt zum Caminito del Rey beträgt 10 Euro pro Person. Vom Endpunkt fahren regelmäßig Shuttlebusse zurück zum Parkplatz. Diese kosten 1,50 Euro pro Person.

Steintürme, wohin das Auge blickt

Nur 60 km entfernt liegt die beeindruckende Felslandschaft von El Torcal. Morgens um 10 Uhr ist es hier noch angenehm ruhig und ich habe die skurrilen Steintürme fast für mich alleine. Als ich jedoch vom Hauptpfad einen Abstecher in das unmarkierte Terrain machen möchte, werde ich von einem Guide gestoppt. Die offiziellen Wege zu verlassen, ist in El Torcal keine gute Idee. In dem 1.100 Hektar großen Gebiet hat sich schon manch ein Wanderer zwischen den vielen Felsformationen verlaufen. Das Risiko gehe ich lieber nicht ein und genieße stattdessen von einem der Aussichtspunkte den weiten Blick bis nach Málaga.

Spaniens berühmtester Naturpark ist beliebt

Als kurz darauf immer mehr Besucher eintreffen, wundere ich mich. Schließlich ist montags kein typischer Ausflugstag, auch nicht in Spanien. Ein wenig später finde ich heraus, dass heute, am 28. Februar, der Andalusientag gefeiert wird. An diesem regionalen Feiertag zieht es die Spanier natürlich nach draußen und ich bin mittendrin. Bei meinem nächsten Abstecher nach El Torcal wähle ich daher lieber einen normalen Wochentag, um die markante Landschaft in Ruhe auf mich wirken zu lassen.

Eine einzigartige Lagune

Überrascht bin ich, dass mich ganz in der Nähe von El Torcal eine Lagune erwartet. In Fuente de la Piedra gibt es nicht nur viel Wasser, sondern auch eine riesige Kolonie Flamingos. Neben diesen langbeinigen Vögeln haben sich dort noch einige andere Tierarten angesiedelt. Bei meinem abendlichen Spaziergang verwandelt die untergehende Sonne die Lagune in eine Postkartenidylle. Entspannter kann ein Tag kaum enden als in dieser harmonischen Stille.

Nur wenige Kilometer im Landesinneren liegen abseits der Costa del Sol zahlreiche Naturschönheiten, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Genau diese Kontraste zeichnen Andalusien aus. Bei Fragen zu Ausflügen an der Costa del Sol helfe ich Ihnen gerne weiter.

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